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Rückblick auf Flüchtlingswelle
"Wir schaffen das" liegt fünf Jahre zurück

Im Jahr 2015 war eine Welle der Hilfsbereitschaft zu spüren, als die Flüchtlingsströme in Richtung Deutschland einsetzten.
  • Im Jahr 2015 war eine Welle der Hilfsbereitschaft zu spüren, als die Flüchtlingsströme in Richtung Deutschland einsetzten.
  • Foto: Yildiray Yücel Kamanmaz/Pixabay
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

ch Siegen/Olpe/Betzdorf. Sie sind in der Flüchtlingskrise 2015 Symbol gewordene Masseneinrichtungen: die flachen Gebäude auf dem Stegskopf bei Emmerzhausen, die ehemalige Kaserne auf der Lipper Höhe, die Schlossbergklinik (Bad Laasphe), die Uni-Turnhalle in Weidenau und das Olper Regenbogenland, eine Familienferienstätte des Kolpingwerkes. Mit der Flüchtlingswelle wurden sie zu zentralen Unterbringungseinrichtungen der Länder oder zu kommunalen Groß-Notunterkünften umgewidmet. Sprich: An dem Tag, als Kanzlerin Angela Merkel mit „Wir schaffen das!

ch Siegen/Olpe/Betzdorf. Sie sind in der Flüchtlingskrise 2015 Symbol gewordene Masseneinrichtungen: die flachen Gebäude auf dem Stegskopf bei Emmerzhausen, die ehemalige Kaserne auf der Lipper Höhe, die Schlossbergklinik (Bad Laasphe), die Uni-Turnhalle in Weidenau und das Olper Regenbogenland, eine Familienferienstätte des Kolpingwerkes. Mit der Flüchtlingswelle wurden sie zu zentralen Unterbringungseinrichtungen der Länder oder zu kommunalen Groß-Notunterkünften umgewidmet. Sprich: An dem Tag, als Kanzlerin Angela Merkel mit „Wir schaffen das!” ihren wohl markantesten Satz vor Berliner Hauptstadtjournalisten aussprach (exakt am Montag vor fünf Jahren), wurde in den Städten und Gemeinden zwischen Bilstein, Bad Berleburg, Burbach und Betzdorf in Hallen, Containern, alten Schulgebäuden sowie angemieteten Hotels und Wohnungen die Beherbergung Geflüchteter improvisiert, Feuerwehr und Rotes Kreuz eingespannt, das Ehrenamt in den Vereinen und Kirchengemeinden, das sich engagiert anbot, dankbar mit eingeplant.

Die meisten Flüchtlinge kamen im Jahr 2015

Allein im Jahr 2015 wurden fast 900.000 Asylsuchende bundesweit registriert. Fokussiert, etwa auf den Kreis Siegen-Wittgenstein, hieß das: Rund 2000 Flüchtlinge lebten damals in den elf Städten und Gemeinden des Kreises, dazu kamen noch einmal rund 2000 in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften. Weiter eingeengt auf das Oberzentrum Siegen: Allein 2015 erhielt die Krönchenstadt 1310 „Zuweisungen” von der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg. Der „Peak”, der Punkt also, an dem die Welle brach (schließlich rollte sie bereits seit dem Jahr zuvor an).
Die Zahlen gingen danach zurück, so André Schmidt, zuständiger Dezernent im Siegener Rathaus im Gespräch mit der SZ. 2016 waren es 264 Kinder, Frauen und Männer, die Siegen zugewiesen wurden, 2017 dann 215 Flüchtlinge. Insgesamt 72 Asylsuchende ein Jahr später, im vergangenen Jahr 82 – plus zwölf Schutzbedürftige und, nicht zu vergessen, 17 Spätaussiedler.

30 neue Asylbewerber kamen im Jahr 2020 nach Siegen

Die aktuelle Lage laut Schmidt: Gerade einmal 30 Asylbewerber sind bislang in diesem Jahr neu in die Krönchenstadt gekommen. Alle bis März, also noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Das sieht in den Nachbarkommunen nicht anders aus. Siegen beherbergt derzeit etwa 330 Flüchtlinge, die gemäß Flüchtlingsaufnahmegesetz noch ohne festen Status sind. Weitere rund 1750 Flüchtlinge haben hier ihren festen Wohnsitz, fast 700 mehr, als die vom Land vorgegebene Pflichtquote vorgibt.
Diese Zahlen sagen noch nichts über die Kosten, die der Allgemeinheit entstehen. Jährlich muss der Bund rund 20 Milliarden Euro für das Thema in seinen Haushalt einstellen. Dezernent André Schmidt kalkuliert pro Jahr mit 1 bis 1,5 Millionen Euro und mit Geldern, die die Kommunen weder vom Land noch vom Bund erstattet bekommt.

Die Geschichte von Souleymane lesen Sie hier - der Mann aus Guinea hat inzwischen seinen Facharbeiterbrief in der Tasche.

Ahmed Ali Muslim lebt seit 2015 in Deuz. Über den Fußball hat er hier seine Heimat gefunden.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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