Formel-1-Kolumne

Fünf Thesen zum F1‑Monat mit Norbert Haug: Analyse zum Schumacher-Aus, Zweifel an Vettel-Comeback

Norbert Haug (Mitte) spricht über das Formel-1-Aus von Mick Schumacher und ein mögliches Vettel-Comeback.

Norbert Haug (Mitte) spricht über das Formel-1-Aus von Mick Schumacher und ein mögliches Vettel-Comeback.

Nach zwei Saisons in Diensten des US-amerikanischen Haas-Teams ist Mick Schumacher seinen Platz im Fahrerfeld der Formel 1 vorerst los. Der 23 Jahre alte Sohn der deutschen F1-Legende Michael Schumacher wird durch den deutlich erfahreneren Landsmann Nico Hülkenberg (35) ersetzt. In den 22 Rennen in dieser Saison holte Schumacher junior nur zwölf WM-Punkte, während Teamkollege Kevin Magnussen im gleichen Zeitraum mit 25 Zählern und einer überraschenden Pole-Position für das Sprintrennen in Brasilien glänzte. Das Mick-Aus bei Haas ist deshalb nachvollziehbar – oder?

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Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hat dem ehemaligen Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug diese These vorgelegt – und noch vier weitere. So äußert sich der 70-Jährige, der die Karrieren der jeweils siebenmaligen (Rekord-)Weltmeister Lewis Hamilton und Michael Schumacher von Beginn an begleitete, beide ab dem Juniorenalter gefördert und mit ihnen als Sportchef erfolgreich gearbeitet hat, auch über ein mögliches Comeback von Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister hatte seine Karriere nach dem Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten beendet.

These eins: Das Aus von Mick Schumacher bei Haas ist nachvollziehbar.

Haug: „Womöglich ist das die beste Lösung für Mick. Man konnte – von außen betrachtet – nicht den Eindruck gewinnen, dass er im Haas-Team ein Lieblingsfahrer war, und wenn ein Formel-1-Team keine zwei Lieblingsfahrer hat, wird es auch niemals nennenswerten Erfolg haben. Sollte Mick die Chance als dritter Mann beim Silberpfeil-Formel-1-Team erhalten, dann kann das die nächste Stufe seiner positiven Entwicklung sein. Und so mancher, der bereits so gut wie draußen war, kam mit Bravour wieder rein. Oder wer hätte gedacht, dass Sergio Perez nach seinem Beinahme-Formel-1-Aus nicht lange Zeit später den Großen Preis von Monaco gewinnen würde?“

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These zwei: Sebastian Vettel wäre der perfekte Fahrer für Audi, um dort Aufbauarbeit zu leisten – so wie es einst Michael Schumacher beim neuen Mercedes-Werksteam getan hat.

Haug: „Die Umsetzung einer solchen Idee hängt alleine an zwei Parteien. Will Vettel das? Will Audi das? An dieser Stelle über diese Möglichkeit zu spekulieren, ist so unnötig wie sinnlos. Und ich glaube nicht, dass Vettel aus der Formel 1 geht, um wieder in die Formel 1 zu kommen. Aber: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt und drittens in der Formel 1. Ich allerdings würde auf diese Entwicklung keineswegs wetten.“

These drei: Ferrari hat die Saison trotz des Vizetitels bei den Fahrern komplett verpatzt und hätte deutlich mehr aus ihr herausholen müssen.

Haug: „Red Bull Racing und Max Verstappen zu schlagen wäre so oder so nicht möglich gewesen, ein paar Siege mehr allerdings schon. Ferrari profitierte Anfang der Saison vom perfektesten Auto im Konkurrenzvergleich. Den anfänglichen Rückstand hat Red Bull schnell wettgemacht, und 16 Siege in 22 Rennen sind nicht nur mit Konkurrenzschwäche zu begründen, sondern vor allem auch mit überragender Red-Bull- und Verstappen-Stärke.“

These vier: Mit Daniel Ricciardo einen so erfahrenen und erfolgreichen dritten Fahrer im Team zu haben, birgt Konfliktpotenzial bei Red Bull.

Haug: „Das glaube ich keineswegs. Ricciardo hat in seinem ersten Red-Bull-Jahr 2014 sofort dem viermaligen Weltmeister Vettel die Butter vom Brot genommen. Gegen Lando Norris bei McLaren sah er indes meist wie die zweite Wahl aus. Vielleicht gelingt ihm ja in altbekannter Umgebung eine Leistungssteigerung.“

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These fünf: Die Leistungen von Max Verstappen in dieser Saison waren beeindruckender als im Vorjahr.

Haug: „Verstappen war 2022 großartig, gar keine Frage, enormer Speed, ganz wenige Fehler, ganz viele Siege, ganz viele Punkte. Kaum ein Fahrer hat einer Formel-1-Saison in ihrer über 70 Jahre währenden Historie den Stempel so aufgedrückt wie Verstappen in diesem Jahr, und das schließt die Größen Michael Schumacher, Ayrton Senna, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel ein.“

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