Corona-Schutzverordnungenh

Ferndorf, Sportfreunde, SKV - jeder macht es anders

Viel Platz im Leimbach-Stadion trotz Corona-Krise.

Viel Platz im Leimbach-Stadion trotz Corona-Krise.

geo/pm/krup Siegen. Die am Dienstag bekanntgewordenen, neuen Regelungen zum Coronaschutz im Teamsport haben teilweise zu Erleichterung, teilweise aber zu neuer Verunsicherung geführt. Da gibt es die NRW-Coronaschutzverordnung, nach der seit Mittwoch die zuvor gültige 300-Zuschauer-Höchstzahl abgeschafft wurde. Vereinfacht: wer mehr Zuschauer reinlassen will, muss ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen und mit den Behörden abstimmen. Für den Fall von mehr als 1000 Zuschauern gilt eine Obergrenze von „einem Drittel der Kapazität der Sportstätte“.Parallel gibt es eine Einigung auf Länderebene, die den „bundesweiten Teamsport“ betrifft, also vornehmlich den TuS Ferndorf (2. Handball-Bundesliga). Hier heißt es lapidar Hier heißt es lapidar, dass die zulässige Höchstkapazität „bei mehr als 1000 Zuschauern 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität“ beträgt. Wohlgemerkt: 20 Prozent - und nicht „ein Drittel“ wie in der NRW-Verordnung.

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Ferndorf-Test in Stählerwiese am Samstag?

Völlig verunsichert ob dieses Verordnungs-Wirrwarrs ist man nun beim TuS Ferndorf, der sein nachgebessertes Hygienekonzept am vergangenen Freitag auf der Grundlage der da noch geltenden „alten“ Regelung der Stadt Kreuztal zur Entscheidung vorgelegt hatte. Dirk Stenger, Geschäftsführer der TuS Ferndorf-Handball-GmbH, behält aber den Überblick: „Wenn uns die Stadt Kreuztal das erlaubt, werden wir am Samstag das Testspiel gegen den VfL Eintracht Hagen erstmals in der großen Sporthalle Stählerwiese austragen und unser bisheriges Konzept auf der Basis von 300 Zuschauern testen. Dann bleiben uns noch drei Wochen Zeit bis zum ersten Zweitliga-Heimspiel am 10. Oktober, um bei positivem Verlauf unser Konzept noch einmal  mit dem Ziel zu überarbeiten, mehr Zuschauer zuzulassen, so wie es die neuen Verordnungen grundsätzlich ermöglichen. Dazu werden wir uns auch mit anderen Zweitligisten mit ähnlicher Hallengröße noch einmal austauschen.“

Bis zu 4500 Fans im Leimbachstadion

Anders sieht es „unter freiem Himmel“ aus. Schon vor drei Wochen übermittelten die Sportfr. Siegen ein neues Hygienekonzept an Stadt und Gesundheitsamt und rüsteten sich damit für die jetzt greifende Lockerung der Zuschauer-Obergrenze. Dafür wurde jeder einzelne Block des Leimbachstadions ausgemessen und die mögliche Besucherzahl errechnet. Bei Öffnung des gesamten Stadions und 1,50 Metern Abstand zwischen jedem Zuschauer wären 1150 Fans möglich. Bei größeren Gruppen mit Personen aus einem Haushalt könnten sogar 4500 Besucher zugelassen werden. „Das Konzept wurde für gut befunden, es sind nur noch Details zu klären. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es letztlich genehmigt wird“, sagte der SFS-Vorsitzende Roland Schöler gestern auf SZ-Anfrage.

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Vorbereitungen für Stadtberdy am 11. Oktober

Bei Spielen, zu denen mehr als 1000 Fans erwartet werden, bedarf das Konzept jedoch zusätzlich einer Genehmigung des NRW-Ministeriums. Voraussichtlich wird das erstmals am 11. Oktober der Fall sein, wenn der 1. FC Kaan-Marienborn zum Oberliga-Stadtderby gastiert. „Bei den Heimspielen davor könnte ich mir denken, dass wir außer der Haupttribüne nur eine Kurve öffnen. Das werden wir noch genau besprechen“, so Schöler. Die nächste Sportfreunde-Partie im Leimbachstadion findet nächste Woche Donnerstag, 24. September, gegen die TSG Sprockhövel statt.

Registrierung über "eGuest-Appp"

Gleich bleiben werden dabei einige Eckpfeiler des bisherigen Konzepts, das die Sportfreunde zum ersten Mal am 22. Juli im Testspiel gegen den TuS Dietkirchen umgesetzt und mit der Partie vor 200 Zuschauern sogar deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hatten. So wird beispielsweise die Registrierung der Fans weiterhin über die „e-Guest“-App möglich sein. „Wir haben mit unserem Konzept ja schon einige Erfahrungen, denn wir haben schon einige Spiele hinter uns“, zeigt sich Schöler gelassen. Keine Zuschauer bei SKV-Turnern

In Dreis-Tiefenbach "geht nix"

Reimund Spies, Präsident der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV), wies im Gespräch mit der SZ vor den beiden Heimwettkämpfen in der 1. Bundesliga am 3. und 10. Oktober, die beide im Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach absolviert werden, vor allem auf die besondere Komplexität des Kunstturnens hin: „Allein der Auf- und Abbau des Geräteparks dauert mehrere Stunden. Glücklicherweise hat uns die Stadt Netphen zugesagt, dass wir die Geräte vom 3. bis zum 11. Oktober in der Halle stehen lassen können.“ Mit Zuschauern plant die SKV indes gar nicht: „Als wir früher unsere Heimwettkämpfe im Zentrum ausgetragen haben, wurden dort immer so 80 bis 100 Stühle aufgebaut. Das wären bei einer erlaubten Kapazität von 20 Prozent maximal 20 Personen, die zuschauen dürfen. Davon entfallen allein mindestens zehn auf unser Aufbauteam, weitere Personen müssen die Logistik für den geplanten Livestream stemmen. Dann bleiben vielleicht noch drei Plätze für die Presse übrig, das war’s.“ Das Fazit von Reimund Spies: „Der Sport leidet allgemein, wir leiden im Besonderen darunter, dass uns keine große Sporthalle zur Verfügung steht. Bei unserem Auswärtskampf in Cottbus dürften durchaus einige Zuschauer erlaubt sein, da die Halle dort über ein Fassungsvermögen von gut 1200 verfügt und außerdem die Tribünen weit oben installiert sind.“

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