Darüber spricht die Kreisliga

"Sieben Tore dürfen auch schon mal reichen..."

krup Buchen. Der Kreisliga-Fußball produziert bisweilen herrlich verrückte Spielverläufe und Ergebnisse – eine Partie wie das jüngste 7:7 zwischen dem SSV Sohlbach/Buchen und Gurbetspor Burbach in der B-Kreisliga 1 sieht man freilich nicht alle Tage. „Wenn du daheim schon mal sieben Tore schießt, solltest du das Ding eigentlich auch gewinnen und nicht unbedingt sieben kassieren“, nahm SSV-Spielertrainer Oliver Mack im Gespräch mit der SZ die völlig verrückte Begegnung mit leichtem Galgenhumor. Das Remis fühlte sich für die Sohlbach/Buchener wie eine Niederlage an, denn nach dem 0:1 durch ein Freistoßtor von Cem Turan (13.) schlugen die Hausherren zunächst fünf Mal zurück, allesamt nach Standards! Vier Treffer davon bereitete Oliver Mack vor, gleich vier Mal hieß der Vollstrecker Aytac Özekicioglu. Das 4:1 ging auf das Konto von Sascha Leicher. Cem Turan (34.) verkürzte zwar auf 2:5, doch nur sieben Minuten später stellte Özekicioglu mit seiner fünften „Hütte“ den alten Abstand wieder her – kein Grund zur Panik also, sollte man meinen. „Doch dann verkürzte Gurbetspor kurz vor der Pause auf 3:6 und gleich nach Wiederbeginn auf 4:6, und dann bist du natürlich auf einmal wieder im Spiel. Man muss anerkennen, dass sie volles Risiko gegangen sind und viel Druck gemacht haben. Wir haben aber unsere Möglichkeiten zur Entlastung miserabel ausgespielt. Hätten wir zwischendurch noch mal ein Tor nachgelegt, wäre es das wahrscheinlich gewesen – so aber war fast jeder Schuss der Burbacher ein Treffer, und das Blatt wendete sich komplett“, blieb Mack allein das Staunen.

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Bodur kam, sah und traf

Großen Anteil am zwischenzeitlichen Umschwung hatte sein Spielertrainer-Kollege Emrah Bodur: „Er hat sich nach der Pause selbst eingewechselt und eine Menge Betrieb gemacht“, lobte Mack sein Pendant. Bodur markierte nicht nur das 4:6 (46.), sondern auch den 6:6-Ausgleich (73.) – zwölf Minuten später schoss Celalettin Yilmiz die Südsiegerländer mit seinem dritten Tor an diesem Tag zum zweiten Mal in Führung – nun schienen den Sohlbachern sämtliche Felle davon zu schwimmen. In der Nachspielzeit jedoch rettete Kevin Schumacher (90.+3) mit seiner „Bude“ zum 7:7 den Platzherren wenigstens einen Punkt.

"Wer geilen Fußball sehen will..."

„In der Kabine waren wir natürlich enttäuscht, aber wenn du so spät noch ausgleichst, musst du am Ende sogar froh über den einen Punkt sein“, resümierte Oliver Mack, der vor zwei Jahren ein Haus in Buchen gekauft hat und nur 900 Meter vom Sportplatz entfernt wohnt. Diese Konstellation sorgte auch dafür, dass der erfahrene Trainer (u. a. beim TSV Weißtal und FC Altenhof) nun in den Niederungen der B-Kreisliga aufgeschlagen hat. „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr als Trainer arbeiten, aber mit einer Truppe alter Freunde machen wir jedes Jahr einen Silvesterkick – daraus sind dann diese Verbindungen entstanden“, erläutert Mack, der nach Möglichkeit immer noch selbst die Schuhe schnürt: „Ich bin zwar jetzt 51, aber es macht immer noch Spaß. Wenn mal alle unseren erfahrenen Spieler zusammen da wären, hätten wir auch eine ganz gute Truppe am Start, nur ist das bislang noch nicht der Fall gewesen.“ In jedem Falle will Mack in seiner neuen Heimat für den SSV werben: „Schön wäre es, wenn hier eine Gemeinschaft entstehen würde, wenn die Leute aus den beiden Orten gerne zu uns kommen. Eines kann ich sagen: Wenn jemand geilen Kreisliga-Fußball und viele Tore sehen will, ist er bei uns gut aufgehoben...“

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