Deutschland bezwingt England

Fußball-Klassiker am Haarwasen

Oliver Batista-Meier vom FC Bayern München (r.) sorgte über den linken Flügel für Tempo. Hier verfolgt er Englands Vontae Daley Campbell.

Oliver Batista-Meier vom FC Bayern München (r.) sorgte über den linken Flügel für Tempo. Hier verfolgt er Englands Vontae Daley Campbell.

pm Haiger. Deutschland gegen England, das ist ein Fußball-Klassiker. Eines der Traditionsduelle, das durch „Schlachten“ wie das legendäre WM-Finale 1966 geprägt ist und in dem es keine Freundschaften gibt. Dass das auch bei den „Stars von übermorgen“ schon gilt, erlebten am frühen Montagabend die 3397 Zuschauer, die ins SIBRE-Sportzentrum Haarwasen in Haiger gekommen waren und einen knappen 1:0 (1:0)-Erfolg der deutschen U-19-Nationalmannschaft gegen die Auswahl von der Insel sahen.

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"Paule" sehr beliebt

Unter dem Hashtag „KlassikeramHaarwasen“ hatten die Verantwortlichen des TSV Steinbach Haiger, der vor Ort sonst seine Regionalliga-Heimspiele austrägt, im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt. Die kinderfreundliche Anstoßzeit von 17 Uhr und sehr humane Ticketpreise sorgten für ein sehr junges Publikum, bei dem besonders Maskottchen „Paule“ gut ankam. Der laufende Adler am Spielfeldrand gehörte mit zum Rahmenprogramm, das vom DFB vorgegeben und von den TSV-Verantwortlichen perfekt umgesetzt wurde. So waren alle Werbebanden verhüllt, bei den Nationalhymnen gab es keine Pannen und auch Stadionsprecher Sven Firmenich hinterließ beim stetigen Wechsel zwischen zwei Sprachen einen professionellen Eindruck.

Auf dem Rasen geht es sofort rund

Das passte ebenso zum Spiel auf dem Rasen, wo sich keine Mannschaft anmerken ließ, dass es sich lediglich um ein Testspiel handelte. „Gegen England wird es der gleiche harte Brocken wie gegen Spanien. Wir werden wieder konsequent arbeiten und viel investieren müssen“, hatte Nationaltrainer Guido Streichsbier im Vorfeld gesagt, dessen Schützlinge bei den Iberern ein 1:1-Unentschieden erkämpft hatten und sich im Laufe der Saison für die U-19-EM 2020 qualifizieren wollen. In Haiger wurde Erkan Eyibil vom 1. FSV Mainz 05 gleich in der 5. Minute von einer rustikalen Grätsche willkommen geheißen. Die Engländer wollten ein Zeichen setzen und liefen die deutsche Mannschaft früh und aggressiv an, der Spielaufbau wurde so empfindlich gestört. Die ersten Möglichkeiten der DFB-Elf resultierten folglich aus Standardsituationen, doch Niklas Tauer per Kopf (10.) und Eyibil (20.) per Freistoß versprühten genauso wenig echte Gefahr wie die Gäste, die aus ihrem Plus an Spielanteilen wenig Konstruktives herausarbeiten konnten.

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Tauer trifft nach Ecke

Die erste große Gelegenheit aus dem Spiel heraus hatte Oliver Batista-Meier, sonst in der 3. Liga für den FC Bayern München am Ball, dessen Schuss Englands Torhüter Luca Hammond entschärfte. Die nachfolgende Ecke flog dann halbhoch in den Fünfmeterraum, wo Tauer zur Stelle war und zur deutschen Führung einnetzte (25.). Danach kamen die Engländer zu einigen Halbchancen, wirklich brenzlig wurde es bis zum Seitenwechsel aber nur beim vermeintlichen Ausgleich durch Tyreece John-Jules, dessen Treffer wegen einer Abseitsposition keine Anerkennung fand. Während die Namen der „Three Lions“ wohl nur den Wenigsten schon etwas sagen dürften, waren die Vereine der Akteure dann doch schon zum Zungeschnalzen. Zwei Mal FC Arsenal, zwei Mal Tottenham Hotspur, zwei Mal der FC Chelseal und zwei Mal der FC Liverpool waren in der Startelf vertreten, wenngleich die Spieler bislang lediglich zu Einsätzen in der U-23-Premier-League kamen.

Rudelbildung vor dem deutschen Kasten

Das große Talent der technisch etwas stärker wirkenden Engländer blitzte auch nach der Halbzeitpause immer wieder auf, doch in einer durch viele Wechsel stetig verflachenden Partie fehlte die letzte Zielstrebigkeit. So musste sich DFB-Keeper Daniel Klein von der TSG Hoffenheim selten auszeichnen, war bei den Versuchen von Liverpools Curtis Jones (67.) und des auffälligen Arsenal-Kickers Bukayo Saka (87.) aber auf dem Posten. Es waren die letzten englischen Chancen der Partie, die eine Viertelstunde vor Schluss noch eine richtig hitzige Szene zu bieten hatte. Nachdem Torwart Klein eine Flanke erst im Nachfassen gesichert hatte, harkte ein Gäste-Akteur noch einmal nach. Die Folge war eine Rudelbildung vor dem deutschen Tor mit 21 Spielern die allen noch einmal zeigte: Deutschland gegen England ist auf allen Ebenen ein Klassiker – und den will niemand verlieren.

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