Vorsitzender Leipold bezieht Stellung

"Fußball-Ehe": Käner Wunsch nach Wertschätzung

Auf dem Platz ging es zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn am Sonntag hoch her. Hier muss Schiedsrichter Jonathan Lautz (l.) die „Streithähne“ Noél Below (SFS, 2. v. l.) und Daniel Waldrich trennen. Beide Parteien haben auch am Verhandlungstisch noch ihre Differenzen. Ein Vermittler würde vielleicht auch neben dem Platz helfen.

Auf dem Platz ging es zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn am Sonntag hoch her. Hier muss Schiedsrichter Jonathan Lautz (l.) die „Streithähne“ Noél Below (SFS, 2. v. l.) und Daniel Waldrich trennen. Beide Parteien haben auch am Verhandlungstisch noch ihre Differenzen. Ein Vermittler würde vielleicht auch neben dem Platz helfen.

sz Kaan-Marienborn. Nachdem die Gespräche über eine gemeinsame sportliche Zukunft der beiden Fußball-Platzhirsche Sportfreunde Siegen und 1. FC Kaan-Marienborn in der vergangenen Woche öffentlich geworden waren und sich der SFS-Vorstand im Rahmen einer Pressekonferenz ausführlich zur Thematik geäußert hatte, nahm am Dienstag Kaan-Marienborns 1. Vorsitzender Florian Leipold in einer Pressemitteilung Stellung.

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Der Vereinschef der Käner schickte zunächst Glückwünsche zum 2:0-Derbysieg ins Leimbachstadion und erklärte dann: „Wir danken Herrn Thoma und Herrn Utsch, dass Sie sich in den vergangenen Monaten intensiv damit beschäftigt und ein wirtschaftlich tragfähiges und fundiertes Konzept auf die Beine gestellt haben. Dieses Konzept ermöglicht dem Fußball im Siegerland auch perspektivisch eine höherklassige Zukunft. Die Idee unterstützen wir im Vorstand grundsätzlich.“

„Gemeinsam kann man natürlich mehr erreichen"

Christoph Thoma, Hauptsponsor des 1. FC Kaan-Marienborn, und Manfred Utsch, der langjährige Förderer und Ehrenpräsident der Sportfreunde Siegen, hatten exklusiv in der Siegener Zeitung in einem gemeinsamen Interview die Pläne für ein gemeinschaftlich erarbeitetes Konzept vorgestellt. Die Gründung einer Spielbetriebs GmbH, in der die erste Seniorenmannschaft ausgegliedert werden soll, ist das Ziel. Die beiden eingetragenen Vereine 1.FC Kaan-Marienborn und Sportfreunde Siegen sollen aber weiter Bestand haben – zwar eigenständig finanziert, aber durch die GmbH abgesichert. Nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie dürfte es mittelfristig für alle Vereine eine Herausforderung werden, weiter auf dem gewohnten Niveau Fußball zu spielen, führte Florian Leipold in der Mitteilung weiter aus: „Gemeinsam kann man natürlich mehr erreichen und den Siegerländer Fußball nach vorne bringen. Für die gesamte Region könnte sich bei diesem Szenario ein großer Mehrwert ergeben, der weit über den Fußballsport hinaus geht.“

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"Die gute Vereinsarbeit und das Engagement in Kaan-Marienborn müssen Berücksichtigung finden"

Die vom Sportfreunde-Vorstand um den Vorsitzenden Roland Schöler bekundete Gesprächsbereitschaft erwiderte Leipold – allerdings nicht ohne klarzustellen: „Natürlich stehen auch bei uns die Türen für Gespräche offen. Jedoch muss auch die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre Beachtung finden. Unser kleiner Verein hat sich etwas aufgebaut, mit einem jungen Vorstand kurze und schnelle Entscheidungswege etabliert und ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Sponsoren aufgebaut. Dabei haben wir es stets verstanden, aus den finanziellen Möglichkeiten das Optimum herauszuholen.“ Auch zum heiß diskutierten Thema Tradition und Werte bezog der Vereinsvorsitzende Stellung: „Bei aller Wertschätzung gegenüber Tradition und den damit verbundenen Emotionen muss die Wirtschaftlichkeit, besonders in der aktuellen Spielklasse, beachtet werden. Dies gilt auch bei Fragen wie etwa der Spielstätte. Auch in Kaan-Marienborn hat der Fußball seit 1912 eine Geschichte. Es gibt Mitglieder, die mit großem Engagement und Herzblut über Jahrzehnte in den beiden Vereinen TuS Kaan-Marienborn und 1. FC Kaan-Marienborn aktiv waren. Die gute Vereinsarbeit und das Engagement in Kaan-Marienborn müssen Berücksichtigung finden.“

"Wir freuen uns auf eine neutrale und offene Diskussion"

Diese Aussagen können als unmittelbare Replik auf die Forderungen der SFS-Verantwortlichen gesehen werden, die bei einer möglichen Zusammenarbeit ein klares Bekenntnis zum Leimbachstadion als Spielort und den Fortbestand des Begriffs „Sportfreunde Siegen“ als Teil des zukünftigen Namens erwarten. Mit Blick auf die perspektivischen Planungen fügte Leipold in der Mitteilung abschließend an: „Auch wir haben Ideen für die Zukunft, die wir mit den Sponsoren besprechen möchten. Wir freuen uns aber auf eine neutrale und offene Diskussion, falls diese gewünscht wird.“ Der Weg für weitere Gespräche zwischen den Vereinsverantwortlichen ist damit geebnet. Deutlich wird aber auch, dass beide Parteien wohl noch weiter auseinander liegen als Mitte der vergangenen Woche gedacht. Das Thema bleibt spannend, weitere Erkenntnisse zur Machbarkeit des Vorhabens dürfte erst die nächste Gesprächsrunde bringen…

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