Beate-Maria Platz stellt in Sparkassen-Galerie Olpe aus
„Bilder wachsen wie das Leben" in "Schichten und Geschichten"

Beate-Maria Platz – hier vor ihrem Triptychon „Fragmente“ auf Schiefer – stellt in der Sparkassen-Galerie in Olpe aus. Thema der Ausstellung der Künstlerin, die in Olpe aufwuchs: „Schichten und Geschichten“.
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  • Beate-Maria Platz – hier vor ihrem Triptychon „Fragmente“ auf Schiefer – stellt in der Sparkassen-Galerie in Olpe aus. Thema der Ausstellung der Künstlerin, die in Olpe aufwuchs: „Schichten und Geschichten“.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin)

la Olpe. Die heimatlichen Wurzeln kann man nicht verleugnen. Will man auch nicht, gleich wohin einen der berufliche und private Lebensweg verschlägt. Die Künstlerin Beate-Maria Platz, Malerin, Keramikerin und Kunsttherapeutin, ist dafür ein typisches Beispiel. Geboren in Münster, aufgewachsen in Olpe (Abitur am Städtischen Gymnasium), wohnhaft in Wien, wo sie auch ihr Atelier hat, mit der Reputation zahlreicher Ausstellungen, kehrt immer wieder zurück: beruflich und privat.

Verbindung zur Heimat: Schiefer als Bildträger

In der Galerie der Sparkasse Olpe wurde am Montagabend ihre Ausstellung „Schichten und Geschichten“ eröffnet, im großen Kreis von Freunden und der Verwandtschaft. Doch diese künstlerische Rückkehr, nach ihrer ersten Ausstellung vor mehr als 20 Jahren in der Sparkasse, ist nicht das einzige „heimatliche“ Kriterium. Beate-Maria Platz, Mitglied im Künstlerbund Südsauerland, malt u. a. auf Schieferplatten, und die werden bis heute von Olper Dachdeckern geschlagen.
Der Schiefer als Bildträger ist die Verbindung zu ihrer alten Heimat, dem Sauerland, dessen Orte vielfach durch schiefergedeckte und -verkleidete Häuser geprägt sind. Den Schiefer entdeckte sie 1994 für ihre Arbeit, als man ihr gebrauchte Schiefer von einer Kirche schenkte. Auf diesen charaktervollen Bildträgern, so formulierte es die Kunsthistorikerin Andrea Arens, die die Ausstellung auch mitkuratierte, lassen sich Themen des Lebens in besonderer Weise darstellen. 

Renaissance und Labyrinth

In einer dieser Themengruppen spielt das Labyrinth eine zentrale Rolle, als Sinnbild für den Lebensweg, der ebenfalls oft nicht gradlinig verläuft. Mit dem Labyrinth bringt Beate-Maria Platz aber auch Universalkünstler der Renaissance wie Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürer in Verbindung, die durch ihre Werke, Erfindungen und Gedanken den Weg der Menschheitsgeschichte entscheidend mitgeprägt und verändert haben.
Diese Gedanken hat die Wienerin in ihrem Triptychon „Fragmente“ umgesetzt. Mittels Collagetechnik werden Zitate da Vincis und Dürers in Form von Zeichnungen hinzugefügt. Andrea Arens: „Eingefügte Buchstaben in klarer grafischer Form und kontrastierender Farbgebung geben zugleich Rätsel auf, fordern den Betrachter zur Auseinandersetzung.“ Die Buchstaben dienen nicht der Schrift als Kommunikationsmittel, sondern sind als Zeichen nur Hinweise auf Botschaften, die der Betrachter individuell deuten kann. Beate-Maria Platz formulierte das Verbindende ihrer Arbeiten in der Galerie im SZ-Vorabgespräch so:

„Bilder wachsen wie das Leben selbst.“

Neben den ausdrucksstarken Schieferbildern zeigt die künstlerisch vielseitige Wienerin in der 56. Ausstellung in der Sparkassen-Galerie ihre Wachskuben, entstanden aus vielen hauchdünnen Papier-Schichten auf Pappe, die teilweise von der aufgetragenen Farbe bestimmt sind. Das Papier wird bemalt, bezeichnet oder beschriftet. Lagen von Wachs trennen die Schichten und geben neue Ebenen und eine Plastizität. 
Anders, aber nicht minder eindrucksvoll, sind ihre Leinwandbilder, besonders die Sommer-Impressionen, die im Feriendomizil in Griechenland entstanden, wo Beate-Maria Platz Kunstkurse gibt. Die Bilder spiegeln oft, minimalistisch und zeichenhaft, die Wärme des Landes, seine Farben und die Vegetation wider. Anders als bei den Lebensthemen, wo gedeckte Farben bestimmend sind, ist die Farbpalette bei den Bildern der Sommerzeit leicht und bunt.
Sparkassendirektor Wilhelm Rücker hatte die zahlreichen Vernissage-Gäste begrüßt und unterstrichen, dass die Ausstellung ein Beitrag des Kreditinstituts zu Kunst und Kultur sei. Im vergangenen Jahr wendete die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden rund 70 000 Euro an Fördermitteln im Bereich Kunst, Kultur sowie Brauchtum für Projekte und Vereinsförderung in ihrem Geschäftsbereich auf. Und an die Künstlerin gewandt hatte Rücker eine Bitte:

„Warten Sie nicht noch einmal 20 Jahre, bis Sie wieder bei uns in Olpe ausstellen.“

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von den drei Schülerinnen Natalie Gierse und Helena Mester (beide Klarinette) und Anna Schumacher (Flöte) der Musikschule Olpe.
Beate-Maria Platz: „Schichten und Geschichten“, Sparkassen-Galerie Olpe, Westfälische Straße 9, Olpe. Bis 28. Juni, montags, mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags 9 bis 17 Uhr.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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