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Gitarristen Peter Autschbach und Joscho Stephan bei „MyOnlineEvent“
In der Musik zu Hause

Der Siegener Gitarrist Peter Autschbach (im Hintergrund) und sein Kollege Joscho Stephan traten bei „MyOnlineEvent“ auf.
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  • Der Siegener Gitarrist Peter Autschbach (im Hintergrund) und sein Kollege Joscho Stephan traten bei „MyOnlineEvent“ auf.
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pav Olpe. Mit „Schmetterlingen im Bauch“, so hat es der Musiker im Gespräch mit der SZ beschrieben, betrat Gitarrist Peter Autschbach am Freitagabend die Bühne der Olper Firma Enders & Arens. Denn zum ersten Mal hatte er die Gelegenheit, mit seinem guten Freund, dem Gypsy-Jazz-Gitarristen Joscho Stephan, zu spielen, der sich wiederum sehr über die Einladung von Autschbach gefreut hatte. Die beiden international bekannten und gefragten Künstler lernten sich 2007 auf der Musikmesse in Frankfurt kennen und trafen sich dann zufällig einige Zeit später in der Toskana wieder, als sie dort gleichzeitig Gitarren-Workshops gaben.
Organisiert wurde das Konzert am Freitag von der Eventtechnikfirma Enders &

pav Olpe. Mit „Schmetterlingen im Bauch“, so hat es der Musiker im Gespräch mit der SZ beschrieben, betrat Gitarrist Peter Autschbach am Freitagabend die Bühne der Olper Firma Enders & Arens. Denn zum ersten Mal hatte er die Gelegenheit, mit seinem guten Freund, dem Gypsy-Jazz-Gitarristen Joscho Stephan, zu spielen, der sich wiederum sehr über die Einladung von Autschbach gefreut hatte. Die beiden international bekannten und gefragten Künstler lernten sich 2007 auf der Musikmesse in Frankfurt kennen und trafen sich dann zufällig einige Zeit später in der Toskana wieder, als sie dort gleichzeitig Gitarren-Workshops gaben.
Organisiert wurde das Konzert am Freitag von der Eventtechnikfirma Enders & Arens, die sich aufgrund der aktuellen Situation relativ spontan dazu entschlossen hatte, die Plattform „MyOnlineEvent“ zu gründen (wir berichteten). Normalerweise kümmert sie sich um Festinstallationen und die Technik bei allen Arten von Veranstaltungen wie Schützenfesten und Messen im Sauerland. Das geht indes zurzeit nicht. Als eine der ersten in der Branche hat sie in der aktuellen Krise damit begonnen, ihre Lagerräume zur Bühne umzufunktionieren und Veranstaltungen online zu organisieren. Auftakt war am 8. April mit der Wendener Band TIL. Neben Konzerten fanden auch kulturelle Events wie beispielsweise eine Lesung der Autorin Susanne Goga statt, die dabei auch die Möglichkeit hatte, zwei kommende Projekte vorzustellen.
Durch ihren Beruf und ihre Stellung im Eventbereich haben die Mitarbeiter der Firma viele Kontakte zu Bands, Künstlerinnen und Künstlern. Doch obwohl Kontakte und Zuspruch vorhanden sind, hapert es dann oftmals noch an der Tatkraft, und Ideen verlaufen sich wieder, wie Mitarbeiter Conrad Kesten im Gespräch mit der SZ erzählte. Gerade deshalb hat sich die Firma mit einer Art „Regional-TV“ breit aufgestellt und versucht, mit vielen heimischen Einrichtungen wie der Tanzschule und dem Tierheim in Olpe zu kooperieren. Demnächst wird sie die Aktion „Tiere suchen ein Zuhause“ starten. Auch eine virtuelle Hochzeitsmesse ist in Planung.

Autschbach zum zweiten Mal bei „MyOnlineEvent“

Peter Autschbach spielte bereits zum zweiten Mal bei „MyOnlineEvent“. Außerdem trat er schon zweimal beim „Virtuellen Hut“, dem Livestream aus dem Siegener Lÿz, auf, unter anderem mit der Sängerin Samira Saygili. Die beiden hatten eigentlich geplant, auf gemeinsame Tour durch Rumänien und Singapur zu gehen. Wegen der aktuellen Umstände wurde diese vorerst auf Eis gelegt.
Auch Joscho Stephan musste seine beiden Engagements in den USA in diesem Jahr, eine Kalifornien-Tour und das Gitarren-Camp von Dream-Theater-Gitarrist John Petrucci, canceln. Für ihn war es am Freitagabend in Olpe das erste Online-Konzert in dieser Form. Doch weil er bereits seit vielen Jahren online lehrt und vor zehn Jahren sein eigenes Label MGL (benannt nach seiner Heimatstadt Mönchengladbach) gegründet hat, konnte und kann er in der jetzigen Situation und in den drei Monaten Pause weiterhin zwei seiner Standbeine gut bedienen und nebenher auch viel produzieren.
Dass am Freitagabend kein Publikum vor Ort war, störte die beiden nicht, denn „man weiß und spürt, dass die Leute von zu Hause aus zuschauen“, sagte Autschbach im SZ-Gespräch. Trotzdem sei eine gewisse Anspannung spürbar, wie Stephan, sehr gespannt auf den Abend, noch hinzufügte. Neben zwei Solo-Stücken und einigen Jazz-Standards spielten die beiden zusammen in gemütlicher Wohlfühl-Atmosphäre neue Eigenkompositionen und ließen das virtuelle Publikum teilhaben an ihrer gemeinsamen Arbeit. Die beiden haben geplant, nächstes Jahr ein gemeinsames Album rauszubringen. Die Aufnahmen sind bereits fertig, doch der Zeitpunkt der Veröffentlichung verzögert sich aufgrund der aktuellen Krisensituation.

Weltweite Aufmerksamkeit mit Nischenmusik

Dass Autschbach und Stephan Virtuosen ihres Fachs und in der Musik zu Hause sind, merkte man sofort, auch via Stream. Jeder für sich schien in seiner Welt zu spielen, und trotzdem taten sie es gemeinsam und kamen sich dabei musikalisch entgegen. Auf zwei bekannte Jazz-Standards am Anfang folgte unter anderem die Ballade „Nuages“ von Django Reinhardt, der als Vorreiter des europäischen Jazz gilt und ein großes Vorbild für Joscho Stephan ist. Zwischen den einzelnen Stücken wechselten Autschbach und Stephan immer wieder ihre Gitarren. Auch „Holobiont“, das Autschbach zusammen mit Samira Saygili produziert hatte, gehörte zur Setlist des Abends. Die beiden wurden beim Deutschen Rock- und Pop-Preis im Dezember für diesen Song mit Platz eins des Hauptpreises „Deutscher Singer-Preis“ ausgezeichnet (die SZ berichtete). Autschbach gewann zudem in der Sonderkategorie „Bester Gitarrist“.
Die Zuhörer forderten von zu Hause aus eine Zugabe. Autschbach entschied sich für eine Ballade, die er auf den Malediven geschrieben hat. Mit „Begin At The End“, einem Stück das viele Bedeutungen haben kann, wollte er zum Ausdruck bringen, dass es auch mal gut sein kann, das Leben von Grund auf neu und rückwärts zu denken. Sowohl Peter Autschbach als auch Joscho Stephan haben gezeigt, wie man es mit Nischenmusik schaffen kann, weltweit Aufmerksamkeit zu erlangen und Erfolge zu feiern.

Autor:

Pauline Vollpert (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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