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Volkstrauertag in Olpe:
16-Jährige fand ergreifende Worte

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win Olpe. Üblicherweise sind es Historiker, Politiker oder Geistliche, die zum Volkstrauertag ans Mikrofon treten und die Rede halten, die anlässlich der Feierstunde zum Volkstrauertag ausgerichtet wird. In diesem Jahr hatte der Kreisverband des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen anderen Weg beschritten.

Der Rahmen war am heutigen Sonntag derselbe wie in den Vorjahren: Um 12 Uhr versammelten sich die Vertreter zahlreicher Vereine aus dem Stadtgebiet, der Großteil der Stadtverordneten, der Feuerwehr mit wenigen Bürgerinnen und Bürgern am Ehrenmal im Weierhohl. Der Musikzug der Feuerwehr stimmte getragene Weisen an.

win Olpe. Üblicherweise sind es Historiker, Politiker oder Geistliche, die zum Volkstrauertag ans Mikrofon treten und die Rede halten, die anlässlich der Feierstunde zum Volkstrauertag ausgerichtet wird. In diesem Jahr hatte der Kreisverband des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen anderen Weg beschritten.

Der Rahmen war am heutigen Sonntag derselbe wie in den Vorjahren: Um 12 Uhr versammelten sich die Vertreter zahlreicher Vereine aus dem Stadtgebiet, der Großteil der Stadtverordneten, der Feuerwehr mit wenigen Bürgerinnen und Bürgern am Ehrenmal im Weierhohl. Der Musikzug der Feuerwehr stimmte getragene Weisen an. Der Schulchor des Städtischen Gymnasiums unterstützte den Kammerchor Olpe, bevor Bürgermeister Peter Weber und der Vorsitzende des Volksbunds im Kreis Olpe, Klaus Klapheck, zu den Klängen des Liedes vom guten Kameraden vor den Kränzen am Ehrenmal ihre Reverenz erwiesen. Doch eines war anders: Ans Mikrofon trat eine Jugendliche.

Stefanie Joebges ist 16 Jahre alt, Schülerin des Städtischen Gymnasiums Olpe und Mitglied des Jugendparlaments. Als dessen Vertreterin war sie als Rednerin eingeladen worden. Und ihre Worte fanden offene Ohren.

Sie habe lange überlegt, was sie, geboren und aufgewachsen in der längsten Friedensphase Europas, zum Volkstrauertag sagen könnte. Sie kenne Krieg und Elend nur aus Erzählungen und dem Geschichtsbuch. Und genau das machte sie zum Thema.

Sie sei 2003 in Olpe geboren worden und habe trotz ihres Migrationshintergrunds – ihre Mutter ist Bulgarin – ein Leben ohne Probleme führen können. Sie habe Demokratie als etwas Selbstverständliches kennengelernt, dies sei auch der Auslöser für sie gewesen, sich im Jugendparlament zu engagieren. Europa trenne keine Mauer mehr, der Kalte Krieg sei vorbei. Dennoch oder gerade deswegen sei der Volkstrauertag auch heute noch wichtig. Es sei ein Tag, an dem die Menschen zeigen könnten, dass Krieg und menschenverachtende Regimes zwar töten könnten, den Opfern aber nicht die Würde nähmen. Der Tag selbst sei genau so wichtig wie Denkmale: Sowohl Zeit als auch Orte des Gedenkens seien wichtig, um deutlich zu machen, was Krieg und Gewalt zerstören könnten. „Sie alle sollten sich die Frage stellen, was Sie heute und an jedem anderen Tag für die Demokratie getan haben.“ Es sei wichtig, dass deutlichgemacht werde, dass jeder Einzelne zähle. „Ich wünsche mir, dass auch zukünftig Kinder so aufwachsen können wie ich, in einer bunten und freien Welt.“

Applaus kam auf, als die junge Frau vom Mikrofon zurücktrat, und als nach dem Totengedenken, das Klaus Klapheck vortrug, und der Nationalhymne die Vereinsvorstände und die Stadtverordneten das Ehrenmal verließen, drückte mancher Anwesende die Hand von Stefanie Joebges und dankte ihr für ihre eindrücklichen Worte.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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