800 Zuhörer erlebten Spitzenkonzert

Feuerwehr-Musikzug begeisterte in der Stadthalle / Auftakt zu 125-jährigem Jubiläum

mari Olpe. Es war ein Ohrenschmaus erster Güte, den der Feuerwehrmusikzug Olpe am Samstag beim Auftaktkonzert zum 125-jährigen Jubiläum in der Olper Stadthalle präsentierte. Die etwa 800 begeisterten Gäste hörten unter dem Titel »Top Classics« bekannte Werke, die um die Welt gingen, aber auch Geheimfavoriten des Orchesters. Die Show kam ebenfalls nicht zu kurz. Charlie Chaplin und Phil Scafi Sharpen waren internationale Gäste, und die »Original Ümmerich Dixies« gaben einen Vorgeschmack, was bei der Jubiläumsparade am 2. Juni nächsten Jahres auf dem Schützenplatz abgehen wird. Die »gute Stube« der Stadt stand kopf bei der herausragenden Leistung des Musikzugs, der am 26. April 1882 als »Musik-Chor der Freiwilligen Turner-Feuerwehr Olpe« gegründet wurde.

Mit dem Präsentiermarsch »Große Zeit, neue Zeit«, der durch die enorme Aufbruchstimmung der so genannten Gründerzeit um die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert inspiriert war, präsentierten die Musikerinnen und Musiker einen ihrer Geheimfavoriten. Schwungvoll folgte der Helenenmarsch von Friedrich Lübbert, der zum Standardrepertoire deutscher Militärorchester gehört. Der neunte Satz »Nimrod« aus den »Enigma-Variationen« von Edward Elgar war geprägt von feierlichen und majestätischen Zügen. Mit dem russischen Militärmarsch »Abschied der Slawin« spielten die Aktiven ein Werk, das viele Facetten des riesigen Landes und seiner Menschen in sich vereinigt. Melancholie, viel Träumerisches und als Gegensatz hierzu auch ein mächtig klingendes Bild mit marschierenden Paradesoldaten.

Die Wirkung des »Saint Louis Blues March« überließen sie den Gästen: ob als Marsch, der swingt, oder als Swing im Marschrhythmus. Einem Spannungsbogen mit großen Gefühlen von Trauer, unbändiger Lebensfreude und Leidenschaft waren die Zuhörer mit der Ouvertüre zur Oper »I Vespri Siciliani« von Giuseppe Verdi ausgeliefert. Ein schwierig zu spielendes Werk, das die Aktiven mit Bravour bewältigten. Im Polkaschritt ging es mit den raffiniert instrumentierten »Prager Gassen« durch die Straßen der tschechischen Stadt. Eine echte Herausforderung war das feurige Werk »At the Mambo Inn«, das, so Moderator Martin Kretschmer, oftmals mehrere Rhythmen gleichzeitig gegeneinanderzustellen scheint. Doch kein Problem für die Musikerinnen und Musiker unter der bewährten Stabführung von Gerhard Reuber, der seine Leidenschaft für Blas- und Orchestermusik beim Dirigieren nicht verbergen konnte.

Das »Halleluja« aus dem Messias-Oratorium von Händel wurde als Funk-Version im gänzlich neuen Gewande vorgestellt. Die Genialität der englischen Popband »Queen« präsentierten die Musikerinnen und Musiker mit dem Klassiker »Innuendo«. Ein langsamer spanischer Marsch am Anfang, der in einen Bolero mit einer grandiosen Hymne übergeht, im Mittelteil ein zartes romantisches Thema und als weiterer Kontrast unvermittelt ausgelassene folkloristische Klänge.

Mit Auszügen aus »Exodus« ließen sie große Gefühle aus der Welt der Filmmusik erklingen. Ein Höhepunkt war das Medley mit Musik aus den unvergessenen Charlie-Chaplin-Filmen, die der große Künstler mit dem wackelnden Gang und dem immer zu engen Anzug zum Teil selbst komponiert hat. Die Gäste konnten sich dabei nicht nur an lustigen Szenen aus den Schwarz-Weiß-Stummfilmen erheitern, die im Hintergrund auf einer Leinwand liefen. Sie bekamen den kleinen Mann sogar persönlich zu sehen. Franziska Imhäuser und Celina Wurm (beide 11) bereicherten die Aufführung mit einem Tanz à la Charlie Chaplin, und Jochen Harnischmacher tippelte für seine Solopassage gekonnt nach vorn.

Kräftig lachen durfte das Publikum beim Interview, das Martin Kretschmer mit dem aus New Orleans angereisten Phil Scafi Sharpen (Philipp Scharfenbaum) führte. Er sei fast gar nicht angekommen, machte der Künstler auf das Problem der aktuellen Beschilderung an der Autobahnausfahrt aufmerksam. In Olpe hatte er dann im Anschluss gleich ein Riesen-Manko entdeckt: »Where is the cinema?« (Wo ist das Kino?), fragte er schon fast verzweifelt und konnte gar nicht verstehen, dass er damit auf allgemeine Erheiterung stieß. Dafür habe sich schon die Jubiläumsparade des Musikzugs am 2. Juni auf dem Olper Schützenplatz mit vielen hundert Musikern aus dem In- und Ausland, Marsch-Shows, Artistik, Unterhaltung und Geselligkeit bis über den großen Teich herumgesprochen. Die »Original Ümmerich Dixies« (fünf Musiker des Musikzugs) machten mit zünftiger Klunft, traditionellen Instrumenten und dem Traditional »With Imagination« auch gleich gebührend Werbung für die große Musikshow.

Insgesamt ein Konzertabend voller »Top Classics« und Höhepunkte, der nach Zugaben verlangte. Die lieferten die Musikerinnen und Musiker mit dem Hoch- und Deutschmeister-Regimentsmarsch, dem Radetzky- und dem Margaretenmarsch gern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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