14 Abitur-Jubilare holen Feier am SGO nach
Abifeier nach 50 Jahren

14 gestandene Herren erhielten mit 50 Jahren Verspätung Einblick in ihre Prüfungsarbeiten und feierten anschließend zünftig miteinander ihr Abitur-Jubiläum.
  • 14 gestandene Herren erhielten mit 50 Jahren Verspätung Einblick in ihre Prüfungsarbeiten und feierten anschließend zünftig miteinander ihr Abitur-Jubiläum.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. „Das Städtische Gymnasium erweist sich wieder als Bürgermeisterschmiede“, freute sich Schulleiter Holger Köster, als er vor der Übergabe der Zeugnisse an den diesjährigen Abiturjahrgang 14 Herren nach vorn rief, um ihnen Urkunden zu überreichen. Es waren Mitglieder des Abiturjahrgangs 1971, der aufgrund gewisser Vorkommnisse auf eine offizielle Zeugnisübergabe hatte verzichten müssen (die SZ berichtete). Einer von ihnen: Theo Hilchenbach, von 1994 bis 2015 Bürgermeister von Drolshagen. Köster erklärte, er hoffe, dass die nachgeholte Feier als würdiger Ersatz für die seinerzeitige Absage verstanden werde.

Abifeier nach 50 Jahren

Langen Applaus erntete Dr. Stephan Schlösser, der für den Jubiläums-Jahrgang ans Mikrofon trat. „Endlich, 50 Jahre später, gewährt uns unsere Schule eine richtige Abifeier“, freute sich der Mediziner, der seinerzeit als einer der beiden Klassensprecher der letzten „echten“ Oberprimen das Abitur bestanden hatte – als auslaufende letzte 13er-Klassen, bevor der erste Jahrgang der reformierten Oberstufe im Kurssystem zum Abitur geführt wurde.

Freiheit oder Frechheit?

„Wir waren zwei Klassen, eine mit 16, eine mit 22 Schülern“, berichtete Dr. Schlösser den staunenden Zuhörerinnen und Zuhörern, „und wir waren neun Jahre lang in allen Fächern zusammen.“ Der letzte Jahrgang habe sich frei gefühlt, „und an diesem Gefühl von Freiheit wollten wir auch die armen Geschöpfe in den Vitrinen teilhaben lassen, die uns neun Jahre lang mit ihren toten Augen angestarrt hatten“. Verschmitzt berichtete Schlösser, im Grunde sei es ja eine tiefe Verbundenheit zwischen Schülern und Schule gewesen, dass diese nach durchzechter Nacht im „Klumpen“ beschlossen hätten, ihrer „Penne“ ein letztes Mal einen Besuch abzustatten, bei dem dann die ausgestopften Tiere auf der großen Treppe postiert worden seien. „Eine Eule hatte jemand dem ,Alten Fritz’ auf den Kopf gestellt“, erinnerte sich Schlösser, doch im Grunde habe sein Jahrgang in der Schule nur „harmlose Unordnung“ angerichtet, beispielsweise Tische und Stühle auf die Gänge verlastet und den Lehrern – „Lehrerinnen gab es hier ja noch nicht“ – die Tafelbilder für die nächsten Stunden vorbereitet. Die damalige Schulleitung habe jedoch „Freiheit“ und „Frechheit“ nicht auseinanderhalten können, „und daher hatten wir keine schöne Abifeier, sondern mussten unsere Zeugnisse mit den Eltern in T-Shirt und Jeans im Sekretariat abholen“.

Etliche Neuerungen am Gymnasium

Dennoch oder gerade deswegen habe sich seine Klasse seitdem alle fünf Jahre getroffen, und einer der damaligen Lehrer, Wilmar Bottländer, „der erste Lehrer in Lederjacke“, habe ihnen nicht nur von Janis Joplin erzählt, sondern ihnen auch prophezeit: „Wenn ihr geht, wird hier alles anders“, und das sei auch so gewesen. Lehrerinnen, Schülerinnen, Kurse, all das habe nach ihnen Einzug am Städtischen Gymnasium gehalten. Die Jubilare feierten ihre verspätete Schul-Verabschiedung zünftig mit besagtem Lehrer Bottländer und einem der beiden Klassenlehrer, Dr. Hans-Bodo Thieme.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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