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Rhode: Eltern wollen Gemeinschaftsgrundschule
Ablehnung von nicht-katholischen Kindern möglich

Während die Rhoder Grundschule (l.) auch im nächsten Schuljahr weniger Plätze bieten dürfte als nachgefragt werden, möchte die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass Eltern aus dem eigentlichen Einzugsbereich der Rhoder Schule ihr Kind an der Düringerschule (r.) in Olpe anmelden. Dazu soll sogar ein eigener Fahrverkehr eingerichtet werden. Die Resonanz war bei einer ersten Info-Veranstaltung aber sehr verhalten.
  • Während die Rhoder Grundschule (l.) auch im nächsten Schuljahr weniger Plätze bieten dürfte als nachgefragt werden, möchte die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass Eltern aus dem eigentlichen Einzugsbereich der Rhoder Schule ihr Kind an der Düringerschule (r.) in Olpe anmelden. Dazu soll sogar ein eigener Fahrverkehr eingerichtet werden. Die Resonanz war bei einer ersten Info-Veranstaltung aber sehr verhalten.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe/Rhode. Es gab Ärger und Proteste, als im vergangenen Jahr eine Reihe von Eltern Post von der Stadtverwaltung bekam. Im Umschlag: ein Ablehnungsbescheid für die Grundschule ihrer Wahl.
Wie mehrfach berichtet, war es zum Beginn des Schuljahrs 2019/20 erstmals dazu gekommen, dass solche Bescheide verschickt werden mussten. Zwar war es auch in der Vergangenheit mehrfach dazu gekommen, dass Eltern ihr Kind nicht an der Schule ihrer Wahl anmelden konnten, die Stadtverwaltung und die Schulleitungen hatten es aber bis dahin stets geschafft, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das war im vorigen Jahr nicht mehr gelungen, und die Eltern mussten durch die Ablehnungen quasi gezwungen werden, sich für die zweit- oder gar drittliebste Lösung zu entscheiden.

win Olpe/Rhode. Es gab Ärger und Proteste, als im vergangenen Jahr eine Reihe von Eltern Post von der Stadtverwaltung bekam. Im Umschlag: ein Ablehnungsbescheid für die Grundschule ihrer Wahl.
Wie mehrfach berichtet, war es zum Beginn des Schuljahrs 2019/20 erstmals dazu gekommen, dass solche Bescheide verschickt werden mussten. Zwar war es auch in der Vergangenheit mehrfach dazu gekommen, dass Eltern ihr Kind nicht an der Schule ihrer Wahl anmelden konnten, die Stadtverwaltung und die Schulleitungen hatten es aber bis dahin stets geschafft, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das war im vorigen Jahr nicht mehr gelungen, und die Eltern mussten durch die Ablehnungen quasi gezwungen werden, sich für die zweit- oder gar drittliebste Lösung zu entscheiden.

Konfession als Ablehnkriterium

Für besonderen Unmut sorgte dabei die Tatsache, dass die Grundschule Rhode, die besonders stark nachgefragt wurde, und auch die Grundschule am Gallenberg Kinder aufgrund ihrer Konfession ablehnen können: Es handelt sich um Katholische Bekenntnis-Grundschulen – anders als der Name erwarten lässt keine kirchlichen, sondern komplett staatliche bzw. städtische Schulen, die dennoch die katholische Konfession als wichtigstes Aufnahmekriterium heranziehen dürfen.
In der Folge hieß das für evangelische, muslimische oder nicht kirchlich gebundene Eltern aus Oberveischede, dass ihre Kinder nicht nur den ohnehin nicht gerade kurzen Weg zur Grundschule Rhode auf sich nehmen mussten, sondern weiter beispielsweise bis zur Hohenstein-Grundschule fahren mussten.

Umwidmen zu Gemeinschaftsgrundschulen

Eine der Folgen: eine Initiative nicht-katholischer Eltern mit dem Ziel, die Katholischen Bekenntnisgrundschulen in der Stadt zu Gemeinschaftsgrundschulen umzuwidmen – laut nordrhein-westfälischem Schulgesetz eine Entscheidung der jeweiligen Elternschaft. Die Mitglieder des Ausschusses Bildung, Soziales und Sport erfuhren am Mittwoch bei ihrer ersten Sitzung der neuen Wahlperiode von Schulamtsleiter Ingo Sondermann, dass die von der Stadt dazu geplante Informationskampagne nach Rücksprache mit den Initiatoren aufgrund der derzeitigen Corona-Lage auf das nächste Jahr verschoben worden sei.

Weniger Plätze als Kinder

Und durch eine Anfrage von Klaus Peter Langner (SPD) wurde deutlich, dass die Situation sich wiederholen dürfte. Sondermann bestätigte eine entsprechende Information von Langner, dass die Stadt Eltern künftiger „i-Männchen“ etwa aus Rehringhausen und dem übrigen östlichen Stadtgebiet zu einer Versammlung eingeladen habe. Denn schon jetzt stehe fest, dass auch zum Schuljahr 2021/22 an der Franz-Hitze-Schule in Rhode und der Gallenbergschule weniger Plätze als Kinder zur Verfügung stehen werden. „Daher haben wir uns frühzeitig Gedanken gemacht, wie wir ohne formelle Ablehnungsverfahren davonkommen.“

Stadt sucht Lösungen

Ziel sei gewesen, den Eltern aus dem östlichen Stadtbereich eine Anmeldung an der Düringerschule schmackhaft zu machen – zwar ebenfalls an ihrem Hauptstandort Rüblinghauser Straße eine Katholische Bekenntnisschule, aber mit genügend freien Kapazitäten. Die Stadtverwaltung habe den Eltern mitgeteilt, dass sogar über die Einrichtung eines entsprechenden Fahrverkehrs nachgedacht werde, der bislang nicht existiert. Doch das Echo, so Sondermann, sei „recht zurückhaltend“ gewesen. Die Stadt werde aber weiter versuchen, Lösungen anzubieten, um erneute Ablehnungen zu vermeiden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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