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Noch kein Serum für Krankenhäuser
Ärger über Impf-Reihenfolge

Erst ab dem 18. Januar sollen die Krankenhäuser mit Impfstoff versorgt werden – deswegen kommt von der Katholischen Hospitalgesellschaft deutliche Kritik.
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sz Olpe. Deutliche Kritik übt die Katholische Hospitalgesellschaft, Betreiberin der Krankenhäuser Olpe und Altenhundem, an den Reservelisten, die der Krisenstab des Kreises Olpe aufgestellt hat. Diese Listen sollen (die SZ berichtete) gewährleisten, dass bei den Impfungen in Seniorenzentren übrigbleibende Impfdosen nicht verfallen, sondern an systemrelevante Menschen verimpft werden können.
Impfbereitschaft hoch„Als Mitte Dezember endlich feststand, wann der Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland zugelassen und noch zum Jahresende hin lieferfähig sein wird, handelte die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen (KHS) umgehend“, heißt es in einer Pressemitteilung des Olper Krankenhausträgers. Zum 27.

sz Olpe. Deutliche Kritik übt die Katholische Hospitalgesellschaft, Betreiberin der Krankenhäuser Olpe und Altenhundem, an den Reservelisten, die der Krisenstab des Kreises Olpe aufgestellt hat. Diese Listen sollen (die SZ berichtete) gewährleisten, dass bei den Impfungen in Seniorenzentren übrigbleibende Impfdosen nicht verfallen, sondern an systemrelevante Menschen verimpft werden können.

Impfbereitschaft hoch

„Als Mitte Dezember endlich feststand, wann der Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland zugelassen und noch zum Jahresende hin lieferfähig sein wird, handelte die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen (KHS) umgehend“, heißt es in einer Pressemitteilung des Olper Krankenhausträgers. Zum 27. Dezember sei in Deutschland mit den Impfungen gegen Covid-19 begonnen worden – Krankenhäuser seien dazu angehalten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst zu impfen. Binnen kürzester Zeit sei bei den Beschäftigten der Krankenhäuser in Olpe und Altenhundem die Impfbereitschaft erfragt worden, die als überdurchschnittlich hoch einzustufen sei, und ein Team habe eine eigene Impfstraße in den Räumlichkeiten des St.-Martinus-Hospitals in Olpe aufgebaut. „Aus logistischen Gründen haben wir uns dafür entschieden, zentral an einem Ort alle Mitarbeiter zu impfen, und zwar im St.-Martinus-Hospital“, erklärt KHS-Geschäftsführer Johannes Schmitz.

Alles steht in den Startlöchern

Nachdem geeignete Räumlichkeiten gefunden waren, habe das Organisationsteam mit Hochdruck daran gearbeitet, alles zeitnah fertigzustellen. „Neben geeigneten Räumlichkeiten wurden Pläne erstellt, welche Mitarbeiter bereits im ersten Durchlauf geimpft werden können – dabei wurde darauf geachtet, dass immer nur zwei bis drei Mitarbeiter aus einem Team berücksichtigt werden, um Ausfällen bedingt durch mögliche Impfreaktionen vorzubeugen. „Alles steht in den Startlöchern, unsere Mitarbeiter haben alles vorbildlich organisiert und die Impfungen geplant – nun warten wir auf den Impfstoff, damit wir endlich beginnen können“, meint Schmitz.

Während in den Senioreneinrichtungen der Hospitalgesellschaft bereits Bewohner und Mitarbeiter geimpft wurden, warten Pflegende und Ärzte der KHS, die täglichen Kontakt mit Covid-19-Patienten haben, sehnsüchtig auf das Eintreffen des Impfstoffs. „Natürlich müssen Risikogruppen und damit Senioren und Mitarbeiter in den Einrichtungen zuerst geimpft werden“, weiß Tobias Quast, Pflegedirektor und Leiter der Corona-Arbeitsgemeinschaft im Olper Krankenhaus.

Erst Rettungsdienst und Arztpraxen

Unverständlich ist ihm allerdings, wie es sein könne, dass im Kreis Olpe Mitarbeiter von Rettungsdienst und Arztpraxen zuerst begünstigt worden seien, nachdem bei den Impfungen in Senioreneinrichtungen noch Impfstoff vorhanden war. „Als am 31. Dezember im ,Wohngut Osterseifen’ noch Impfstoff übrig war, wurden wir am Tag zuvor kontaktiert, damit der Impfstoff an unsere Mitarbeiter verimpft werden kann. Einige ausgewählte Ärzte sowie Pflegende der Intensivstation und Notaufnahme wollten dorthin fahren und sich impfen lassen – doch plötzlich wurde die Aktion abgebrochen“, berichtet Quast.

Erst ab dem 18. Januar sollen die Krankenhäuser mit Impfstoff versorgt werden. „Natürlich ist das nur noch eine vergleichsweise kurze Zeit“, meint Dr. Matthias Danz, Chefarzt des Instituts für Anästhesie, der gemeinsam mit Chefarzt PD Dr. Frank van Buuren die Intensivstation leitet. „Aber für die Kolleginnen und Kollegen auf der Intensivstation zählt jeder Tag – zu lange arbeiten wir schon unter erschwerten Bedingungen. Es geht ja auch um den Schutz unserer kritisch kranken Patienten.“

Ambulante Dienste vor Kliniken

Dass die Impfdosen, die aktuell noch vorhanden sind, weil die Impfungen in den Senioreneinrichtungen erfolgreich beendet wurden, nun an ambulante Dienste verteilt werden sollen, ist für Schmitz, Danz und Quast eine Entscheidung, die sie nicht nachvollziehen können.

Der Leiter des Krisenstabs beim Kreis Olpe, Andreas Sprenger, kontert die Kritik so: „Unsere flexible Vorgehensweise entspricht vollumfänglich den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums bei Impfstoffüberhang. Für die Impfungen des medizinischen Personals in den Krankenhäusern gibt es eigene Vorgaben der Landesregierung, sodass der Krisenstab das dortige Personal nicht auf den Nachrückerlisten berücksichtigt hat.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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