St.-Martinus-Kirche angestrahlt
Agatha-Gelübde diesmal anders gefeiert

Die St.-Martinus-Kirche war von Donnerstag, dem Tag des Agatha-Fests, bis zum Sonntag abends in rotes Licht getaucht. Die Kirchengemeinde wollte damit ein sichtbares Zeichen setzen, das trotz des Wegfalls der Prozession an das Agatha-Fest erinnerte.
  • Die St.-Martinus-Kirche war von Donnerstag, dem Tag des Agatha-Fests, bis zum Sonntag abends in rotes Licht getaucht. Die Kirchengemeinde wollte damit ein sichtbares Zeichen setzen, das trotz des Wegfalls der Prozession an das Agatha-Fest erinnerte.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

win Olpe. Der Gedenktag der heiligen Agatha ist in Olpe seit 356 Jahren etwas Besonderes, wird doch so lange alljährlich ein Gelübde erneuert, das die Stadtverordneten 1665 erstmals ablegten, um die Schutzheilige gegen Feuersbrünste um Unterstützung zu bitten. Doch macht die Corona-Pandemie auch vor einer so alten Tradition nicht halt, sodass das Agatha-Fest in diesem Jahr ganz anders als sonst gefeiert wurde.

2020 sorgte Sturmtief "Sabine" für Absage des Agatha-Festes

Sichtbares Zeichen war die in der Dunkelheit angestrahlte St.-Martinus-Kirche: Weithin war das rote Licht zu sehen, das von Freitag, dem eigentlichen Agatha-Fest, bis zum Sonntag das Gotteshaus in die Farbe tauchte, die sonst die abendliche Agatha-Prozession illuminiert. Dass diese gleich zum zweiten Mal in Folge ausfallen musste, griff Pfarrer Clemens Steiling am Sonntag im Hochamt auf, in dessen Rahmen das Gelübde erneuert wurde. Im vorigen Jahr hatte Sturmtief „Sabine“ für eine Absage der Prozession gesorgt, in diesem Jahr war es das Virus.
Und so kam nicht wie sonst der komplette Stadtrat, sondern eine kleinere Abordnung. Bürgermeister Peter Weber (CDU) und seine beiden Stellvertreter, Markus Bröcher (CDU) und Klaus Peter Langner (SPD) sowie als Vertreter ihrer Parteien oder Listen, die im Stadtrat sitzt: Carsten Sieg für die CDU, Zaklina Marjanovic von den Grünen, Christin-Marie Stamm von der SPD, Peter Lubig von der UCW und Wolfgang Wigger von der Offenen Liste Olpe nahmen auf den Altarstufen Aufstellung, um die Worte nachzusprechen, die Steiling ihnen von der 356 Jahre alten Original-Urkunde vorlas. Steiling zog die Parallele von 1665 zu heute: Damals wie jetzt sei es um eine Bedrohung gegangen, „die rational da ist, aber anonym, wir fühlen uns ausgeliefert und brauchen Schutz, genau wie vor 356 Jahren“.
Damals habe der Stadtbrand alles vernichtet, „Ressourcen waren nicht da, man wusste: Wenn jetzt noch was kommt, dann schaffen wir das nicht, wir sind in Gottes Hand.“ Die Olper hätten Gott um seinen Schutz gebeten „und wollten auch etwas tun: Sie gelobten Gebet, Fasten und Almosen.“
Gebet heiße, mit den Augen Gottes auf sein Leben zu schauen. „Stimmen die Koordinaten? Muss ich die justieren? Worauf kommt es an? Selbst Leute, denen Glaube fremd ist, können das nachvollziehen, wenn man es in andere Worte fasst.“
Fasten stehe für die Konzentration auf das Wichtige. Alles Unnötige werde weglassen. Und Almosen sei damals, anders als heute, ein positiv besetzter Begriff gewesen: Da sei es um ganz konkrete Hilfe für die Ärmsten der Armen gegangen, „die Olper gingen zwischen Frühmesse und Hochamt zum Rathaus und brachten ihr Opfer, damit die in Not Geratenen nicht hinunterfielen. Daran sieht man, dass es heute hier nicht nur um Brauchtum geht.“ Nicht umsonst werde im Kampf gegen die Pandemie ständig auch der Ethikrat bemüht, um die Menschenwürde nicht aus dem Auge zu verlieren.

Video des Agatha-Festes auch online abrufbar

Vor dem ausgesetzten Allerheiligsten legten die Vertreter der Stadtverordneten das Gelübde ab. Steiling betonte, das Gelübde werde „in diese Zeit hinein erneuert, wo es wirklich auch passt“.
Bürgermeister Weber übernahm die Lesung aus dem ersten Paulusbrief an die Korinther: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn“ und nicht seiner selbst, heißt es hier.
Die Messe wurde live per Internet übertragen, das Video kann auch weiterhin online abgerufen werden: www.pv-olpe.de. Gleiches gilt für die Agatha-Predigt, die ab 18 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes zu hören war. Festprediger in diesem Jahr war Prälat Thomas Dornseifer, aus Wenden stammender Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste und Stellvertreter des Generalvikars.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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