Vor 25 Jahren kamen neue Autonummern
Als der Kreis vierstellig wurde

Oliver Abt aus Kirchhundem war der erste Autobesitzer im Kreis Olpe, der eine vierstellige Zahl auf dem Nummernschild trug.
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  • Oliver Abt aus Kirchhundem war der erste Autobesitzer im Kreis Olpe, der eine vierstellige Zahl auf dem Nummernschild trug.
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win Olpe. Was die Menschen vor 25 Jahren, im August 1996, bewegte, zeigt dieser Blick ins SZ-Archiv.
So war der Kreis Olpe vor einem Vierteljahrhundert Ziel einer ganz besonderen Reisegruppe, die in einem grünen Polizeibus ankam: Regierungspräsidentin Raghilt Berve samt Begleittross auf ihrer jährlichen Denkmalbereisung. Start im Kreis Olpe war an der Wendener Hütte, wo sie von Oberkreisdirektor Frank Beckehoff und Bürgermeister Peter Brüser begrüßt wurde. Brüser bewies dabei, dass er nicht nur Verwaltungsfachmann ist, sondern auch handwerkliches Geschick besitzt: Er setzte sich spontan an den Schwanzhammer und schmiedete glühendes Eisen.

Damals wie heute ein Thema: die Windkraft. So beriet der Werksausschuss des Kreises über die Errichtung einer Windenergieanlage auf dem Erbscheid bei Sondern. Wie heute noch zu sehen, fiel der Beschluss seinerzeit für den Bau eines Windrads.

Krieg zwischen Gemeindeverwaltung und Bürgerinitiative

Anders in Wenden: Hier tobte fast schon ein Krieg zwischen Gemeindeverwaltung und der Bürgerinitiative Bins, wie die Dörfer Büchen, Huppen, Schwarzbruch und Bebbingen zusammen genannt werden. So legte Bürgermeister Brüser eine schriftliche Stellungnahme als Antwort auf ein „Informationsschreiben“ der Bürgerinitiative dem Haupt- und Finanzausschuss vor. Brüser damals: „Das Informationsschreiben enthält überwiegend falsche Aussagen.“ Die Gemeinde plante damals, auf der Bins eine Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen auszuweisen. Am Ende kam es anders; die Vorrangzone kam nach Wenden, und die Gemeinde verhinderte den Bau einer Einzelanlage auf einem Nachbargrundstück zur Bins in der Gemeinde Reichshof.

"Das Informationsschreiben enthält
überwiegend falsche Aussagen."

Peter Brüser
Bürgermeister von Wenden 1996

Dem Schützenverein Olpe war es vor einem Vierteljahrhundert eine besondere Erwähnung wert, dass die kurz zuvor freigeschaltete Internetseite des Schützenfests mehr als 1000 Mal abgerufen worden war. Allein der als Tondatei abgelegte Schützenmarsch sei „mehr als 120 Mal heruntergeladen worden“, berichtete die SZ damals. Auch wurde der Kreis Olpe vor 25 Jahren „vierstellig“: Auf Wunsch gab die Zulassungsstelle nun Nummernschilder mit Nummern über 999 aus. Die steigende Nachfrage nach bestimmten „Wunschkennzeichen“ hatte die Veränderung auf den Weg gebracht.

Müll wurde vor 25 Jahren digital

Selbst der Müll wurde vor 25 Jahren digital: Die Restabfall- und die Biotonnen in der Stadt Olpe wurden mit Registrierungsnummer und Wiegechip versehen. Dies wurde nötig, weil danach viele Jahre lang die Mülltonne vor dem Auskippen in den Wagen automatisch gewogen wurde. Die Bürger bezahlten die Entsorgung nach Kilopreis.

Beim Besuch von Regierungspräsidentin Raghilt Berve (4. v. l.) betätigte Bürgermeister Peter Brüser (sitzend) sich im Museum Wendener Hütte als Schmied.
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Nach Ottfingen kam ein neuer Seelsorger: Janus Plewnia wurde vor 25 Jahren als neuer Pfarrvikar eingeführt. Damals war die katholische Kirche noch so reich mit Geistlichen ausgestattet, dass die bisher gemeinsame Betreuung von Ottfingen und Römershagen wieder aufgeteilt wurde und Römershagen einen eigenen Seelsorger erhielt. Inzwischen gibt es in Ottfingen nicht mal mehr eine Vikarie: In der sicheren Erwartung, dass wohl nie mehr ein katholischer Geistlicher für die Gemeinde separat abgestellt werden wird, haben die Ottfinger sich schon vor Jahren schweren Herzens entschlossen, sie zu verkaufen.

Kreis drohte mit Ordnungsverfügungen und Geldstrafen

Unerfreuliche Nachrichten erhielten die Bewohner des Ferienparks Schönau: Der Kreis drohte mit Ordnungsverfügungen und Geldstrafen für die, die dort ihren Wohnsitz angemeldet hatten, denn das war laut Satzung nicht zulässig. Melderechtlich war die Gemeinde Wenden aber nicht in der Lage, die Anmeldung fester Wohnsitze abzulehnen. Der Kreis als Bauaufsichtsbehörde hatte viele Jahre nichts unternommen, war dann aber aktiv geworden.

Und in der Kreisstadt herrschte ein Zustand, der an derzeitige Verhältnisse erinnert. Für eine Großbaustelle war die Franziskanerstraße komplett gesperrt. Der überregionale Verkehr wurde großräumig über Rhode, Osterseifen/Pallottihaus und Lütringhausen umgeleitet, in der Kernstadt jedoch mussten sich die Verkehrsteilnehmer selbst Umwege suchen. Freilich währte diese Zeit nur eine knappe Woche – die derzeitige Großbaustelle auf der Bruchstraße wird für eineinhalb Jahre geplant.

Oliver Abt aus Kirchhundem war der erste Autobesitzer im Kreis Olpe, der eine vierstellige Zahl auf dem Nummernschild trug.
Beim Besuch von Regierungspräsidentin Raghilt Berve (4. v. l.) betätigte Bürgermeister Peter Brüser (sitzend) sich im Museum Wendener Hütte als Schmied.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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