Ein Lehrer, der seine 40-jährige Dienstzeit Schulleiter war
Als der Strom unter die Erde kam

Vor 25 Jahren verschwanden in Hillmicke die letzten Freileitungen unter die Erde. Heute auch Geschichte: die Telefonzelle des Ortes und die Sparkassen-Filiale.
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win Olpe. Manches, was vor 25 Jahren die Schlagzeilen beherrschte, ist längst vergessen – manches erstaunlich aktuell. Ein Blick in die digitalisierten SZ-Ausgaben aus dem Juli 1996:
So bewegte eine Unfallflucht mit tödlichem Ausgang die Menschen in Olpe und Umgebung: Ein Lkw-Fahrer, der zwischen Olpe und Altenkleusheim unterwegs war, entdeckte in den frühen Morgenstunden an der Bundesstraße 54 bei Stachelau den Leichnam eines 27-jährigen Mannes aus Neuenkleusheim. Der Körper wies schwere Unfallspuren auf – der Verursacher des tödlichen Unfalls hatte die Flucht ergriffen.

"Christliche Ausrichtung des Schullebens
hatte in Herrn Gröger einen eifrigen Anwalt gefunden."

Pfarrer Paul Kaiser
1996 zum Abschied des Schulleiters

Die Polizei ermittelte in einem weiteren Unfall, der allerdings mutwillig herbeigeführt worden war: In Olpe hatten unbekannte Täter in etwa einem Meter Höhe ein Hanfseil quer über die Bergstraße gespannt, indem sie es zwischen zwei Verkehrszeichen gebunden hatten. Ein 25-jähriger Motorrollerfahrer kam so zu Fall und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Neues Ausstellungsformat getestet

Ein neues Ausstellungsformat wurde in der Kreisstadt getestet: „Olper Land“ war der Name einer Ausstellung, deren Schwerpunkt auf den Themen „Reiten“ und „Jagen“ lag. Sie sollte in den Jahren zwischen den im Zweijahresrhythmus stattfindenden Südwestfalen-Schauen stattfinden. Die Landwirtschaftskammer machte mit und verlegte die Kreistierschau auf diese Veranstaltung. Ihr war keine große Zukunft beschert, inzwischen sind sowohl die Südwestfalenschau wie „Olper Land“ längst Geschichte, die Kreisstadt hat nicht einmal mehr ein Messegelände: Dort steht heute der neue „Obi“-Markt.

Abschied war in Hünsborn angesagt: Günther Gröger, in Schönau lebender Pädagoge, verließ die „Kommandobrücke“ der Grundschule Hünsborn. Er war 40 Jahre im Schuldienst – und dies komplett als Schulleiter: Mit nur 22 Jahren war er nach seinem Studium zunächst an die Volksschule Schönau gesandt worden, hatte dann 1964 die Leitung der Volksschule Elben und am 1. August 1969 die der Katholischen Grundschule Hünsborn übernommen. Schulen in Elben und Schönau gibt es lange nicht mehr, und die Grundschule Hünsborn wurde vor wenigen Jahren auf Wunsch der Eltern in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt.

Ungewöhnlicher Stargast beim „Wernerfest“

Ein ungewöhnlicher Stargast wurde vor 25 Jahren beim „Wernerfest“ in Hünsborn begrüßt: Annähernd 4000 Besucher kamen auf den Löffelberg, um zu feiern, Musik zu hören – und ein ungewöhnliches Motorrad zu bewundern: den „Red Porsche Killer“, ein Ungetüm mit vier Horex-Motoren, das gebaut worden war, damit der Erfinder und Zeichner der berühmten „Werner“-Comics, Rötger „Brösel“ Feldmann, gegen seinen Freund Holger Henze in dessen Porsche 911 beim legendären „Werner-Rennen“ antreten konnte. Der Erbauer des 152 PS starken Motorrads, Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber, feierte mit den Fans das Hünsborner „Wernerfest“.

Streit gab es vor einem Vierteljahrhundert in Schönau: Die „Tanzmäuse“, bis dahin eine der beliebten Showtruppen des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden, trennten sich vom Verein. Nachdem die Truppe es einige Jahre selbstständig versucht hatte, folgte am Ende die Auflösung.

Wettkampfgruppen heimischer Feuerwehren erfolgreich

Erfolgreich waren die Wettkampfgruppen der heimischen Feuerwehren. Mit einer goldenen und drei silbernen Medaillen kamen sie 1996 von den Bundesausscheidungen für die Feuerwehr-Olympiade aus Böblingen zurück. Das Gold ging an Olpe, mit Silber mussten die Gerlinger und die Frauenmannschaft aus Hillmicke sowie eine weitere Mannschaft aus Olpe vorliebnehmen. Damit war der Kreis Olpe mit vier Medaillen erfolgreichster Kreis Deutschlands. Reinhild Hennrichs aus Hillmicke durfte beim Einmarsch der Mannschaften die Fahne des Landes Nordrhein-Westfalen tragen.

Ebenfalls in Hillmicke ging vor 25 Jahren die Ära der Freileitungen zu Ende. Im Juli 1996 ließen die damaligen Lister- und Lenne-Kraftwerke, längst zusammen mit den Stadtwerken Olpe und Attendorn zu „Bigge-Energie“ fusioniert, im Rahmen von Straßen- und Kanalarbeiten die letzten über Masten und Dachständer laufenden Stromleitungen unter die Erde legen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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