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Die SZ traf sich zum Interview mit Kevin Mankel – mit nur 27 Jahren bekleidet er sechs Ämter
Als Vereinsmensch durch die Pandemie

Kevin Mankel ist Vereinsmensch durch und durch.

yve Bleche.  Vereinsarbeit, das ist nicht jedermanns Sache. Aber die von Kevin Mankel zu 100 Prozent. Mit erst 27 Jahren ist er gleich in vier Vereinen sowie im Kirchenvorstand St. Josef und im Blecher Karneval aktiv. Der im kleinen Örtchen Dümpel aufgewachsene und jetzt in Bleche wohnhafte Speditionskaufmann ist 1. Kassierer im Männergesangverein Junkernhöh, Geschäftsführer beim SC Bleche/Germinghausen, engagiert sich als Kaiseroffizier im Offizierkorps der St.-Josefs-Schützenbruderschaft Bleche, koordiniert die Jugendarbeit in der Kolpingsfamilie Bleche, organisiert in seinem Wohnort als Präsident den Karneval und ist im Kirchenvorstand St. Josef mit von der Partie. „Nebenbei“ lässt er sich zum Fachwirt ausbilden.

yve Bleche.  Vereinsarbeit, das ist nicht jedermanns Sache. Aber die von Kevin Mankel zu 100 Prozent. Mit erst 27 Jahren ist er gleich in vier Vereinen sowie im Kirchenvorstand St. Josef und im Blecher Karneval aktiv. Der im kleinen Örtchen Dümpel aufgewachsene und jetzt in Bleche wohnhafte Speditionskaufmann ist 1. Kassierer im Männergesangverein Junkernhöh, Geschäftsführer beim SC Bleche/Germinghausen, engagiert sich als Kaiseroffizier im Offizierkorps der St.-Josefs-Schützenbruderschaft Bleche, koordiniert die Jugendarbeit in der Kolpingsfamilie Bleche, organisiert in seinem Wohnort als Präsident den Karneval und ist im Kirchenvorstand St. Josef mit von der Partie. „Nebenbei“ lässt er sich zum Fachwirt ausbilden.
Ein beachtliches Engagement, das bereits die heimische Volksbank mit dem „Social Award“ würdigte. „Ich bin ein Mensch, der gerne plant und organisiert“, sagt Kevin Mankel. „Ich mache das gerne, ich stehe mit Herzblut dahinter und möchte mit gutem Beispiel vorangehen.“
Die SZ traf sich mit dem 27-Jährigen zu einem Interview, um zu erfahren, wie er als Vereinsmensch die Pandemie erlebt, welche Auswirkungen er spürt und welche Hoffnungen er hegt.
Der besagte März 2020, welche Erinnerungen haben Sie an den ersten Lockdown?
Das war schon enorm, ich kam frisch aus der Karnevalssaison. Auf der Gefühlsskala ging es von 120 runter auf null! Das Vereinsleben hat plötzlich stillgestanden. Ich habe mich gefragt, wie geht es weiter? Es war die Ungewissheit, die mir zu schaffen gemacht hat. Ich dachte an die Mitglieder. Bleiben sie motiviert oder suchen sich die Fußballer vielleicht neue Sportarten, fernab des Mannschaftsbetriebs?
Wir befinden uns nun mitten im zweiten Lockdown, haben sich die Kontakbeschränkungen auf die Mitgliederzahlen ausgewirkt?
Nein, die Mitgliederzahlen sind stabil geblieben. „Hut ab“ kann ich nur sagen. Jeder einzelne war bislang bereit, die vollen Beiträge zu bezahlen, und jeder hat verständnisvoll reagiert. Ein negativer Trend ist nicht ersichtlich.
Einnahmequellen der Vereine sind versiegt, wie werden Trainer und Chorleiter derzeit entlohnt?
Wir haben individuelle Lösungen gefunden. Trainer erhalten bei uns eine Aufwandsentschädigung, der Chorleiter hat zügig Soforthilfe beantragt, um den Gesangverein zu entlasten. Eine Hilfe waren Spenden der Sparkasse und der Volksbank. Dafür möchte ich mich auch nochmal bedanken.
Wie führen Sie anstehende Versammlungen durch? Insbesondere im Gesangverein gibt es ältere Mitglieder, für die WhatsApp und Co. Fremdwörter sind.
Die Versammlung des Sportvereins hätte letztes Jahr im März stattgefunden. Wir wollten dann im Oktober einen neuen Versuch starten. Doch aufgrund der immer weiter steigenden Zahlen haben wir uns für eine Absage entschieden. Alle Vorstände bleiben vorerst im Amt, das ist möglich, die Bundesregierung hat dazu ein Gesetz erlassen. Digitale Strategien sind die nächsten Überlegungen. Das wird im Sportverein mit meist jungen Mitgliedern kein Problem darstellen, im Gesangverein schon eher.
Stichwort soziale Kontakte. Einige betagtere Sänger haben nur ein normales Telefon, wie sehr fehlen diesen Menschen die Kontakte und wie steuern sie dagegen?
Ich kann mir vorstellen, dass die Kontakte fehlen. Insbesondere denen, die es nicht anders kennen, über Jahrzehnte immer montags zum Singen zu gehen. Aber es ist schwierig, in Zeiten von strengen Kontaktbeschränkungen die Älteren zu erreichen. Wir haben aber einen Weihnachtsbrief verfasst, der Hoffnung auf bessere Zeiten machen soll.
Sind die Vereine, in denen Sie aktiv sind, in finanzielle Nöte geraten?
Im Sport haben wir Rücklagen gebildet, aber ein zweites Jahr zu überstehen, wird nicht einfach. Zumal diverse Neuerungen auf dem Sportplatz vorgenommen werden. Da greifen zum Teil aber die Zuschüsse des Landesprogramms „Moderne Sportstätte 2022“. Da setzen wir einiges gerade um. Wir hoffen hier auf die Dorfbewohner, dass sie uns mit Spenden unterstützen. Gravierender ist die Situation im Gesangverein. Um laufende Kosten zu decken, sind wir auf zwei feste Veranstaltungen im Jahr angewiesen. Und die konnten nicht stattfinden. Wir setzen jetzt auf die wärmeren Monate.
Glauben Sie an eine Schützenfestsaison 2021?
Ehrlich gesagt, nein! Ich glaube, auch die Schützenfestsaison 2021 fällt ins Wasser.
Jegliche traditionellen Veranstaltungen sind auf Eis gelegt, wie sehr schadet Ihrer Meinung nach die Pandemie dem Brauchtum?
Obwohl die Mitgliederzahlen noch nicht eingebrochen sind, bereitet es mir Angst, dass sich das Brauchtum verändern wird. Die Zeit ist so schnelllebig, junge Menschen lassen sich rasch für etwas Neues begeistern. Natürlich feiern wir weiterhin Schützenfest, aber das muss organisiert werden. Möglicherweise werden weniger gewillt sein, Vorstandsposten zu bekleiden, das bereitet mir Sorgen
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass wir handlungsfähig bleiben. Ich werde alles dafür tun, um das Vereinsleben aufrechtzuerhalten. Ich wünsche mir, im Winter Karneval und im Sommer Schützenfest feiern zu können, aber auch, dass die Vereinsarbeit toleriert und unterstützt wird und dass die Mitglieder weiterhin am Ball bleiben.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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