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Friedhofsatzung wird angepasst
Angehörige dürfen Blumen an allen Grabstätten ablegen

Das Grabdenkmal der Unternehmerfamilie Hesse wurde kürzlich auf Kosten der Stadt saniert. Die einzelnen Teile hätten sich teilweise verschoben, daher sei die Anlage komplett abgebaut, anschließend verdübelt und wieder aufgestellt worden. Da Josef Hesse, Mitinhaber der damaligen Rheinisch-Westfälischen Kupferwerke in Olpe, Ehrenbürger der Stadt ist, wurde sein Grab zu einem Ehrengrab erklärt, das von der öffentlichen Hand unterhalten wird. Für viele normale Gräber gelten bald veränderte Vorschriften.
  • Das Grabdenkmal der Unternehmerfamilie Hesse wurde kürzlich auf Kosten der Stadt saniert. Die einzelnen Teile hätten sich teilweise verschoben, daher sei die Anlage komplett abgebaut, anschließend verdübelt und wieder aufgestellt worden. Da Josef Hesse, Mitinhaber der damaligen Rheinisch-Westfälischen Kupferwerke in Olpe, Ehrenbürger der Stadt ist, wurde sein Grab zu einem Ehrengrab erklärt, das von der öffentlichen Hand unterhalten wird. Für viele normale Gräber gelten bald veränderte Vorschriften.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

win Olpe. Zahlreiche Änderungen enthält die Überarbeitung der Friedhofsordnung, die am Mittwoch von den Stadtverordneten verabschiedet worden ist – die Zustimmung war zu erwarten, war der Entwurf doch im Hauptausschuss wie im Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen jeweils einstimmig begrüßt worden.
Beschlossen wurde die Friedhofssatzung 2014, drei Jahre später wurde eine erste Nachtragssatzung erlassen. „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre sowie verschiedener Überlegungen und Planungen zur Fortentwicklung des Friedhofs“ habe sich die Notwendigkeit ergeben, einige satzungsrechtliche Regelungen zu überarbeiten, heißt es in der Beschlussvorlage.

win Olpe. Zahlreiche Änderungen enthält die Überarbeitung der Friedhofsordnung, die am Mittwoch von den Stadtverordneten verabschiedet worden ist – die Zustimmung war zu erwarten, war der Entwurf doch im Hauptausschuss wie im Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen jeweils einstimmig begrüßt worden.
Beschlossen wurde die Friedhofssatzung 2014, drei Jahre später wurde eine erste Nachtragssatzung erlassen. „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre sowie verschiedener Überlegungen und Planungen zur Fortentwicklung des Friedhofs“ habe sich die Notwendigkeit ergeben, einige satzungsrechtliche Regelungen zu überarbeiten, heißt es in der Beschlussvorlage.

Ausreichend Freiflächen zur Verfügung

Neben den bisher angebotenen Beisetzungen von Särgen in pflegefreien Flachgrabkammern (Reihengrab) und pflegefreien Doppelgrabkammern (Wahlgrab) sollen künftig auch pflegefreie Erdgräber als Reihengrab für Sargbeisetzungen angeboten werden. „Die dadurch bedingte Verlängerung der Ruhezeit von 15 Jahren (Grabkammern) auf 30 Jahre (Erdgräber) spielt hierbei eine unerhebliche Rolle für die insgesamt zur Verfügung stehenden Grabflächen, da ausreichend Freiflächen, insbesondere auf dem ehemaligen katholischen Friedhof, für die Anlegung solcher Gräber zur Verfügung stehen“, heißt es in den Unterlagen.

Grabschmuck für alle Gräber

Mit einer weiteren Änderung soll etwas derzeit eigentlich Verbotenes legalisiert werden. Die Friedhofssatzung sieht derzeit vor, dass das Auflegen von Grabschmuck jeder Art auf und an Rasengräbern untersagt ist. Es komme aber immer wieder vor, dass im Rahmen von Beerdigungen Kränze oder Blumengestecke auf die Rasenfläche gelegt werden. „Auch bei Besuchen von Angehörigen am Grab oder an besonderen Feiertagen finden sich Grablampen, Gestecke oder Blumensträuße auf den Rasengräbern.“ Dies sei insbesondere in der pflegeintensiven Phase hinderlich, da die Gegenstände zum Rasenmähen abgeräumt werden müssen. Eine Steinreihe im Bereich der pflegefreien Urnengräber, die den Übergang zu der dahinterliegenden Böschung kaschieren soll, werde häufig zur Ablage von Grablampen oder Blumenschmuck genutzt. Um diesem Wunsch der Angehörigen zu entsprechen, soll in der überarbeiteten Satzung nun das Auflegen von Grabschmuck auf solchen dafür vorgesehenen Ablageflächen im Bereich der Grabstätte oder auf Sammelablageflächen erlaubt sein.

Größere Grabmale erlaubt

Bislang gilt für Grabmale eine Breite von 0,6 Meter je nebeneinanderliegender Grabstelle, bei einem Doppelgrab also 1,20 Meter. Für Gräber bis zu einer Breite von 0,9 Meter, wie zum Beispiel Urnengräber (0,7 Meter) oder sehr alte Grabstätten auf den ehemaligen kirchlichen Friedhöfen (0,8 - 0,9 Meter), soll dies beibehalten werden. Auf Grabstätten mit einer Breite von mehr als 0,9 Meter dürfen aber künftig Grabmale mit einer Breite von zwei Dritteln der Grabbreite aufgestellt werden.
Die komplette Abdeckung einer Grabstätte mit einer Steinplatte ist bislang verboten; lediglich zwei Drittel eines Grabs dürfen geschlossen sein. Dies rührt daher, dass die Verwesung des Leichnams sichergestellt werden muss. Da dies bei Urnengräbern keine Rolle spielt, soll hier künftig eine vollständige Abdeckung mit einer Steinplatte ermöglicht werden. Die Entwicklung soll hier aber beobachtet werden.

Veränderungen bei nicht standsicheren Grabmalen

Alle zwei Jahre lässt die Stadt die Standsicherheit sämtlicher Grabmale durch ein Ingenieurbüro überprüfen. Wenn Grabmale nicht mehr standsicher sind, wird der jeweilige Nutzungsberechtigte aufgefordert, die Standsicherheit des Grabmals wieder herzustellen. Tut er das nicht, ist nach der geltenden Satzung die Friedhofsverwaltung berechtigt, das Grabmal oder Teile davon zu entfernen. Diese in der Satzung geregelte alternativlose Maßnahme sei ein schwerer Eingriff in das Nutzungsrecht und erscheint der Friedhofsverwaltung als „zu hart“. Künftig soll daher neben der Entfernung des Grabmals die Möglichkeit in die Friedhofssatzung aufgenommen werden, die Standfestigkeit des Grabmals auf Kosten der nutzungsberechtigten Person wiederherzustellen.

Räumung und Einebnung 

Nach Ende der Nutzungsfrist wird von den Nutzungsberechtigten die Räumung oder Einebnung der Grabstätte verlangt. Dabei hätten sich inzwischen je nach Grablage unterschiedliche Standards ergeben: Allein liegende Gräber würden üblicherweise einschließlich Einfassung abgeräumt, mit Schotter aufgefüllt und mit Splitt abgestreut. „Liegt ein Grab im Verbund zu anderen Gräbern mit gemeinsamen seitlichen Randeinfassungen, darf die Grabstätte lediglich abgeräumt werden. Die Randeinfassungen bleiben bestehen.“Hier werde die Fläche nach Räumung mit einem Unkrautvlies ausgelegt und mit Rindenmulch aufgefüllt. „Die beschriebenen Maßnahmen zur Grabräumung oder Grabeinebnung haben sich aus den Erfahrungen der letzten Jahre ergeben und sind bisher in der Friedhofssatzung nicht festgelegt und somit nicht durchsetzbar.“ Dies ist in der neuen Fassung nun Standard. Eine Ausnahmeregelung soll beispielsweise für den Friedhof in Sondern eine Raseneinsaat erlauben.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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