Auflagen nicht erfüllt

Schützenfest ohne fertiges Dorfgemeinschaftshaus? / Bislang keine Baugenehmigung

mari Rüblinghausen. Eigentlich war für Samstag der erste Spatenstich für den Umbau des Schützenhauses in ein Dorfgemeinschaftshaus geplant. Stattdessen informierte der Vorsitzende und Major des St.-Matthäus-Schützenvereins, Markus Bröcher, in der Frühjahrsversammlung über Verzögerungen im Bauvorhaben: »Wir sind ausgebremst worden und treten jetzt auf der Stelle. Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor, weil einige Auflagen nicht erfüllt sind. Wir müssen jetzt sukzessiv die Dinge abarbeiten und hoffen, spätestens in drei bis vier Wochen beginnen zu können.«

Das hat vermutlich zur Folge, dass das Dorfgemeinschaftshaus zum Schützenfest im August noch nicht fertig gestellt sein wird. Der Vorstand hofft jedoch, dass zumindest die neue Toilettenanlage im unteren Bereich in Betrieb ist und von außen nichts mehr an eine Baustelle erinnert. Der Innenausbau auf der oberen Etage soll dann später vorgenommen werden. Es hängt nun alles davon ab, wie schnell die Baugenehmigung erteilt wird und wie die einzelnen Firmen, die am Bauvorhaben beteiligt werden sollen, den Zeitplan beeinflussen.

Doch zunächst müssen die fehlenden Unterlagen zum Bauantrag nach gereicht werden. Das Bauamt der Stadt Olpe hat um Zusendung eines Entwässerungsplanes gebeten. »Diesen gab es bislang noch nicht«, so Major Bröcher. »Wir wissen zwar, wo die Rohre liegen, müssen das jedoch in einem Plan hinterlegen. Da die Leitungen auch über benachbarte Grundstücke laufen, sind zudem Baulasten einzutragen.« Des Weiteren soll ein Entwässerungsplan für das Oberflächenwasser nachgereicht werden. Das Umweltamt Siegen hat außerdem Angaben zur Anzahl der Veranstaltungen pro Jahr angefordert und um Ausweisung der Parkplätze gebeten.

Zur Finanzierung des 165000e teuren Projektes, das vom Schützenverein initiiert wurde, gab der stellv. Vorsitzende Olaf Dierig Informationen: Die Stadt Olpe bezuschusst das Dorfgemeinschaftshaus mit 20000e, der Verein setzt Rücklagen von 35000e ein. Für weitere 50000e sind günstige Baukredite mit einer Laufzeit von 15 Jahren beantragt. An Eigenleistungen sind 30000e eingesetzt, der Rest soll sich aus Spenden und Sponsoring finanzieren. Bislang sind etwa 3500e allein aus Schützenkreisen an Spenden zusammen gekommen. Zwecks Aufstockung will der Vorstand nun heimische, mittelständische Firmen aufsuchen, um das Projekt näher zu erläutern. Weiter sollen Verhandlungen mit den Firmen geführt werden, die bereits Angebote für die ausgeschriebenen Arbeiten abgegeben haben, um die Preise noch einmal wohlwollend zu behandeln. Denn teurer als geplant soll das Objekt auf keinen Fall werden.

Anfang Mai will der Vorstand über die Vergabe der Gewerke und die aktuelle Finanzlage informieren. Dass das Dorfgemeinschaftshaus guten Anklang finden wird und die bislang etwa 40 bis 50 Veranstaltungen jährlich gesteigert werden, davon ist der zweite Vorsitzende überzeugt: »Es sind jetzt schon einige Anfragen eingegangen.«

Kein Wunder, denn die Pläne von Architekt Axel Stracke verraten ein Ambiente zum Wohlfühlen. Der Veranstaltungsraum wird von 100 auf 155 Quadratmeter Nutzfläche erweitert und präsentiert sich nach Fertigstellung mit abgerundeten Fensterfronten zum Ort und zu »Kemper’s Ecke«. Ein zusätzlicher Buffetraum dient sowohl zum separaten Anrichten von Speisen als auch zum Lagern von Stühlen und Tischen. Die Toilettenanlage ist großzügig und modern geplant und Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

In der sehr gut besuchten Frühjahrsversammlung freuten sich die Mitglieder auch über die Ernennung der Stadt Olpe zum Verein des Monats. Geschäftsführer Dietmar Moess hatte aufgrund der vielen Aktivitäten – zum Beispiel Bau des Dorfgemeinschaftshauses, Ausrichter des Kreisschützenfestes 2003 – erst vor zwei Wochen einen Antrag gestellt. Dieser wurde positiv bewertet und so gibt es einen Monat lang auf der Homepage der Stadt Olpe einen Link zum Verein des Monats.

Auch der Nachwuchs war am Samstag zahlreich vertreten. Denn erst vor gut eineinhalb Monaten schlossen sich die Jugendlichen zu einer Jungschützenabteilung zusammen. Die inzwischen 20 Mitglieder wollen bereits in diesem Jahr ihren ersten König ermitteln. Das soll am Freitag, 5. August, im Rahmen der Bierprobe passieren. »Durch die Jungschützen wird der Freitagabend aufgewertet«, freute sich Markus Bröcher über die Aktivitäten des Nachwuchses. Entsprechend überlege der Vorstand auch an einem schönen Rahmenprogramm für diesen Abend.

In diesem Jahr steht bei den Rüblinghausern noch ein kleines Jubiläum an. Die Freundschaft mit der holländischen Gemeinde Nijnsel besteht seit 25 Jahren. So ist vom 5. bis 6. Juni ein Besuch der MGV-Sänger und der Schützen in Holland und am 17. und 18. September ein Gegenbesuch geplant.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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