Aufsichtsrat kippt Hallenbad-Ausschreibung

Gesamtes Verfahren wird neu aufgerollt

sz Olpe. Der neue Vorsitzende des Aufsichtsrats der Olper Bäderbetriebe, Udo Horn (CDU), leitet seine zweite Amtszeit mit einem Knall ein. Gestern gab er im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Stadtwerke- und Bäderbetriebe-Geschäftsführer Wilfried Holtkamp bekannt, dass die Ausschreibung für die Sanierungs- und Attraktivierungsarbeiten am Hallenbad aufgehoben wird. Die Mitglieder des Aufsichtsrats, die Ende vergangener Woche zusammenkamen und Horn einstimmig zum neuen Vorsitzenden wählten, hätten diese Entscheidung gleichfalls einstimmig gefasst, so Horn.

Hintergrund sei die Tatsache, dass eine Rechtsanwaltskanzlei eine entsprechende Empfehlung abgegeben habe, weil sie der Meinung sei, dass bei der Ausschreibung schwerwiegende Rechtsfehler vorlägen. So sei die in der Ausschreibung erfolgte Aufteilung der Leistungspläne kritisiert worden, außerdem hätten in der Vergabebekanntmachung verschiedene Angaben, etwa zur Kostendeckelung auf 7,5 Mill.e, gefehlt.

Um schwerwiegenden Schaden durch eine solche fehlerhafte Vergabe zu verhindern, werde ein komplett neues Ausschreibungsverfahren in Gang gesetzt, so Horn.

Um jedwede Verbindung zum alten, fehlerbehafteten Verfahren zu kappen, werde ein Büro mit der Abwicklung betraut, das mit dem gesamten früheren Vorgang nichts zu tun habe, so Holtkamp. Die Firma Kapellmann und Partner aus Düsseldorf sei ausgewählt worden: Sie habe unter anderem die Vergabe des Metrorapid in Händen und sei als Spezialist für europaweite Ausschreibungen bekannt. In der nächsten Woche werde der genaue »Fahrplan«–abgestimmt.

Vermutlich werde um den 25. März eine Architektenausschreibung erfolgen, außerdem die Ausschreibung für einen Projektsteuerer, »der dann bis zur Endauswahl dabei ist«, so Holtkamp. Ende Mai sollen die neu abgegebenen Bewerbungen ausgewertet werden. In einem Verfahren, in dem alle Fraktionen des Rats vertreten sein sollen, werden sechs bis sieben Vorschläge ausgefiltert. Ende Juni soll eine weitere Auswahl erfolgen, nach der zwei oder drei Vorschläge übrig bleiben. Diese sollen erste Lösungsvorschläge erarbeiten und Anfang August dem Aufsichtsrat der Bäderbetriebe vorstellen. Dieser wird einen der Vorschläge empfehlen und dem Rat zum endgültigen Beschluss vorlegen. Diese Entscheidung, so Holtkamp, könnte im Oktober fallen.

Zu diesem Zeitpunkt fällt die Bindung an den Bürgerentscheid für den Erhalt des 50-Meter-Freibads. Udo Horn ließ keinen Zweifel daran, dass die Politik sich dies nicht zu Nutzen machen werde: »Das 50-Meter-Becken bleibt, es wird nicht in die aktuellen Planungen einfließen.«

Durch das neu aufgerollte Verfahren kommt erhebliche Zeitverzögerung in die dringend nötige Sanierung des maroden Hallenbads. Holtkamp rechnet damit, dass frühestens im Frühjahr 2004 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Udo Horn hat den Vorsitz des Aufsichtsrats zum zweiten Mal übernommen: Zunächst war er von diesem Amt zurückgetreten, weil er die Folgen des Bürgerentscheids zum Erhalt des 50-Meter-Beckens nicht mit verantworten wollte. Nach dem Rücktritt Markus Bröchers nach der umstrittenen »Bäderreise«–ließ Horn sich nun erneut in die Verantwortung nehmen.

Bröcher hatte mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke, Siegfried Müller, und anderen Beteiligten eine Informationsfahrt zu kürzlich umgestalteten Freizeitbädern unternommen. An dieser Fahrt hatten auch Vertreter der Firma »kplan«–und ein Olper Architekt teilgenommen, die an dem nun gestoppten Ausschreibungsverfahren beteiligt waren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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