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175 Jahre Caritas-Konferenz St. Elisabeth
Bedürftige Familien und Alleinerziehende im Fokus

Der Senioren- und Krankentag, den die Caritas-Konferenz St. Elisabeth traditionell im Olper Mutterhaus ausrichtet, lockt Jahr für Jahr viele Teilnehmer an.
  • Der Senioren- und Krankentag, den die Caritas-Konferenz St. Elisabeth traditionell im Olper Mutterhaus ausrichtet, lockt Jahr für Jahr viele Teilnehmer an.
  • Foto: privat (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mari Olpe. Seit 175 Jahren gibt es die Caritas-Konferenz St. Elisabeth in Olpe, die bis 1970 Caritas-Konferenz St. Martinus hieß. Sie ist die älteste Caritas-Konferenz in Olpe, aus der alle anderen Konferenzen hervorgehen. Sie wurde am 20. Oktober 1845 als Verein der Frauen und Jungfrauen mit dem Ziel gegründet, arme und hilflose Kranke zu unterstützen. Der karitativ tätige Olper Verein gehört zu den ältesten Deutschlands und ist der erste in der Erzdiözese Paderborn. 1914 schloss sich der Verein der „Organisation der Elisabethenvereine“ der Diözese an und nannte sich von nun an Elisabethverein. Nach 1939 entstand hieraus die Pfarrcaritas Olpe.
Kein Musical, kein EmpfangDas Jubiläum sollte in diesem Jahr gebührend gefeiert werden. Am Sonntag nach dem Namensfest der Hl.

mari Olpe. Seit 175 Jahren gibt es die Caritas-Konferenz St. Elisabeth in Olpe, die bis 1970 Caritas-Konferenz St. Martinus hieß. Sie ist die älteste Caritas-Konferenz in Olpe, aus der alle anderen Konferenzen hervorgehen. Sie wurde am 20. Oktober 1845 als Verein der Frauen und Jungfrauen mit dem Ziel gegründet, arme und hilflose Kranke zu unterstützen. Der karitativ tätige Olper Verein gehört zu den ältesten Deutschlands und ist der erste in der Erzdiözese Paderborn. 1914 schloss sich der Verein der „Organisation der Elisabethenvereine“ der Diözese an und nannte sich von nun an Elisabethverein. Nach 1939 entstand hieraus die Pfarrcaritas Olpe.

Kein Musical, kein Empfang

Das Jubiläum sollte in diesem Jahr gebührend gefeiert werden. Am Sonntag nach dem Namensfest der Hl. Elisabeth war ein Musical über ebendiese geplant. Weiter standen eine Jubiläumskonferenz und ein großer Empfang auf der Agenda. Doch die Corona-Pandemie machte alle Planungen zunichte. Übrig blieb ein Gottesdienst, der gestern in der St.-Martinus-Kirche gefeiert und von den Mitgliedern mitgestaltet wurde. Den musikalischen Rahmen setzte Flötist Markus Heider. „Caritas heißt tätige Liebe und Wirksamkeit. Dafür braucht man Mitstreiter“, hob Pfarrer Clemens Steiling die Bedeutung der Caritas-Konferenzen, die alle ihren Ursprung in der Organisation der Elisabethenvereine hätten, als wichtige Säulen für jeden Pastoralverbund und jede Gemeinde hervor.

Bedürftige Familien und Alleinerziehende

„Unsere Arbeit findet im Verborgenen statt. Wir leisten Hilfe vor Ort, wo Not ist und möchten diese Not lindern“, sagte Cornelia Heider, seit 2009 Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Elisabeth, im Gespräch mit der SZ. Sie und ihren Mitstreiterinnen liegen besonders bedürftige Familien und Alleinerziehende am Herzen. So unterstützen sie beispielsweise die Übermittagsbetreuung ihrer Kinder in Kindergärten und Schulen und Mutter-Kind-Kuren. Ebenso setzen sie sich für alte und kranke Menschen in ihrer Gemeinde ein. Sie besuchen Gemeindemitglieder bei hohen Geburtstagen und bringen denen, die nicht mehr zur Kirche gehen können, Weihnachts- und Osterpräsente. Sie helfen Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sie begleiten sie bei Behördenbesuchen, zum Beispiel bei der Beantragung von Zuschüssen, wenn kein Geld für den Lebensunterhalt oder für Medikamente vorhanden ist oder wenn die Heizung ausgestellt wurde, weil die Stromkosten nicht bezahlt wurden. „Es gibt viele Menschen, die nicht viel haben“, weiß Cornelia Heider.Im Laufe der Jahre ist die Caritasarbeit in einer Gesellschaft, die nicht mehr nur christlich geprägt ist, gefragter denn je, so auch bei der Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen.

Senioren- und Krankentag fällt aus

Jedes Jahr richtet die Konferenz den Senioren- und Krankentag im Mutterhaus aus, der wegen der Pandemie in diesem Jahr ausfallen musste. „Diese Veranstaltung, für die wir auch den Fahrdienst organisieren, ist sehr beliebt. Wir begrüßen immer mehr als 120 Teilnehmer“, so Cornelia Heider. „Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst mit Krankensalbung und endet mit einem gemütlichen Kaffeetrinken, bei dem stets auch ein Unterhaltungsprogramm angeboten wird. Zu den Jahresaktivitäten gehört außerdem der Waffelstand auf der Muggelkirmes, den die Frauen seit vielen Jahren betreiben.
Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. „Am Tag nach der Muggelkirmes treffen wir uns immer bei uns zum Waffeleisen-Putzen. Dann wird gemeinsam Kaffee getrunken und geklönt“, so die Vorsitzende. Einmal jährlich wird auch ein Ausflug veranstaltet. Im vergangenen Jahr unternahmen die Frauen eine Schifffahrt auf dem Biggesee.

Junger Nachwuchs gesucht

Derzeit zählt die Caritas-Konferenz St. Elisabeth 23 Mitglieder. „Der Altersdurchschnitt beträgt 70,8 Jahre. Ich bin mit 64 Jahren die Zweitjüngste“, berichtete Cornelia Heider. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir neue und jüngere Mitglieder gewinnen können, damit unsere fruchtbare Arbeit weitergeführt werden kann.“ Aus dieser Arbeit ist bereits viel entstanden. Aus der Caritas-Konferenz St. Elisabeth, die den Bereich der Innenstadt bis zur Martinstraße und das Stadtgebiet oberhalb der Winterbergstraße und der Westfälischen Straße sowie die Dörfer Dahl, Friedrichsthal und Saßmicke betreut, sind die Konferenzen St. Agatha, St. Marien, Heilig Geist und Hatzenberg entwachsen. Die Konferenz Heilig Geist ist inzwischen aufgelöst, die Hatzenberg-Konferenz gehört seit dem Wegzug der Pallottiner zur Konferenz St. Elisabeth. Ebenso finden verschiedene Organisationen wie die Krankenhaushilfe, Möbelbörse, Kleiderkammer, Warenkorb, der Arbeitskreis Begegnung und die Bügel-Waffelbackgruppe Gerberweg ihren Ursprung in der Caritas-Konferenz St. Elisabeth.

Adventssammlung beginnt

Um die vielfältigen Aufgaben stemmen zu können, ist die Konferenz stets auf Spenden angewiesen (IBAN DE 43 4625 0049 0000 0037 72). „In diesem Jahr konnten wir wegen Corona keine Haussammlungen durchführen. So haben wir Flyer verteilt, doch die Resonanz war sehr mäßig. Es ging nur ein Drittel der sonstigen Spenden ein. Zum Glück war eine große Spende dabei“, meinte Cornelia Heider. Deshalb habe man beim Erzbistum einen Zuschuss beantragt, um bedürftigen Menschen zweckgebunden Unterstützung in Form von Gutscheinen für Lebensmittel, Bekleidung und Drogerieartikel zur Verfügung stellen zu können. Für die Adventssammlung wurden am Wochenende Spendenbriefe verteilt.

Autor:

Marianne Möller

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