Bemerkenswertes Konzerterlebnis

Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster gab Benefizkonzert / Erlös für »Aufwind«

mari Olpe. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Katholischen Jugend- und Familiendienstes »Aufwind« im Kreis Olpe spielte am Mittwoch das Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster in der Stadthalle Olpe auf. Die Militärmusiker unter Leitung von Oberstleutnant Michael Wintering bescherten knapp 500 Gästen ein fantastisches Konzerterlebnis. Dass sie über ein herausragendes Repertoire verfügen, stellten sie in den letzten Jahren bereits dreimal infolge beim Olper Schützenfest unter Beweis.

So war es kein Wunder, als sie nach einem tollen Programm als Zugabe neben dem »Fliegermarsch« den »Olper Schützenmarsch« präsentierten. Die Noten hatten sie zwar in Münster vergessen, doch das war kein Problem. Kulturamtsmitarbeiter Michael Ohm, Musiker des örtlichen Feuerwehrmusikzuges, lief kurzerhand zum Feuerwehrhaus und so konnte ein herausragendes Programm mit einem beliebten Stück aus der Heimat gekrönt werden.

Mit dem zackigen »Zapfenstreich Nr.1« von Ludwig van Beethoven eröffneten die Musiker den Abend in Olpes guter Stube. In Albert Lortzings Ouvertüre zur Oper »Der Wildschütz« gaben sie locker und heiter das turbulente Geschehen um Schulmeister Baculus wieder, der vom Grafen aus seinem Dienst entlassen wurde, da er angeblich ohne Erlaubnis einen Rehbock erlegte. Der Schuss war sogar in der Stadthalle zu hören. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass er in der Dunkelheit seinen eigenen Esel erschoss. In den »Variationen und Rondo für Fagott und Blasorchester op. 57« brillierte Hauptfeldwebel Dirk Biermann als Solist und forderte in dem ursprünglich getragenen Werk durch muntere Einlagen auf dem Fagott auch die Flötisten, Klarinettisten, Posaunisten, Hornisten und Tubisten zu einem Wechselspiel der Gefühle auf.

Nach dem aufpreschenden Werk »Les Chasseresses« aus dem Ballett »Sylvia« von Leo Delibes kam der schwungvolle Konzertwalzer »Estudiantina« von Emil Waldteufel zum Vortrag. Für die meisten Gäste eine bekannte Melodie, sangen doch Cindy & Bert in den 70-er Jahren sehr erfolgreich den Titel »Spaniens Gitarren«. Mit dem strahlenden, flotten britischen Marsch »The Bandwagon« von Philip Sparke beendeten die Musiker den ersten Konzertteil.

Nach dem Marsch nach Motiven der Oper »Die Regimentstochter« ging es im zweiten Teil mit bekannter Filmmusik weiter. Neben den »Filmhelden« begeisterten die Bundeswehrmusiker mit der Titelmelodie der Komödie »Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten«. Es folgten das dynamische Werk »Happy Berlin« und der »National Emblem«-Marsch, bevor die begeisterten Zuhörer nach Zugaben verlangten. Die sie mit dem »Fliegermarsch« und »Olper Schützenmarsch« auch bekamen. Der stellv. Bürgermeister Lothar Epe, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes für den Kreis Olpe, sprach dem im Jahr 1956 gegründeten Luftwaffenmusikkorps Dank aus, so erfolgreich für den guten Zweck zu spielen. In all den Jahren spielte das Korps 3 einen Reinerlös von insgesamt fast 4 Mill.e ein.

Auch der Schirmherr des Benefizkonzertes, MdL Theo Kruse (CDU), sprach anerkennende Worte aus: »Während die deutschen Soldaten im Kosovo oder Afghanistan für die Verteidigung unserer Freiheit einen wichtigen Beitrag leisten, können wir hier in aller Ruhe ein Konzert erleben. Das ist ein Wert an sich, über den wir dankbar sein können.« Gleichfalls sprach er dem Geburtstagskind »Aufwind« Dank für seine erfolgreiche Arbeit aus und teilte die Einschätzung von Olpes Bürgermeister Horst Müller, dass die Einrichtung einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Familien leiste.

Dass es eine solche Einrichtung, in der Kinder, Jugendlichen und Familien Hilfestellung erfahren, überhaupt gebe, hänge mit der Fehlentwicklung der gesellschaftlichen Strukturen zusammen, meinte Kruse und ging auf die politische Problemstellung ein, bei der der Arbeitsmarkt das alles entscheidende Thema sei. »Viel zu lange ist den Bürgern vorgegaukelt worden, dass der Staat eine Rundum-Versorgung garantiert. Man kann den Menschen zwar Eigeninitiative und Eigenversorgung abverlangen, die Lebensperspektiven sollten jedoch frei von Willkür mit der Hoffnung auf ein sicheres Leben sein«, rief Kruse auf und mahnte: »Ein überdehnter Sozialstaat ist kein starker, sondern ein schwacher Staat, und der steuerfinanzierte Sozialstaat treibt die Verschuldung noch weiter voran.« Dabei liege der Kern nicht auf der Idee der staatlichen Umverteilung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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