Zukunftssichere Pflanzen
"Bio-Waffen" gegen die Klimakrise

Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes stellten die Auszubildenden von Garten Kramer am Samstag im Olper Weierhohl zehn Pflanzkübel mit klimatoleranten Pflanzen auf.
  • Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes stellten die Auszubildenden von Garten Kramer am Samstag im Olper Weierhohl zehn Pflanzkübel mit klimatoleranten Pflanzen auf.
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mari Olpe. In den vergangenen Jahren waren die Frühlinge zu trocken, die Sommer zu heiß und die Temperaturen in den Städten extrem. Das Ergebnis: Viele der bisher beheimateten Pflanzen tun sich mit dieser Klimaveränderung schwer, werfen früh ihr Laub ab, vertrocknen oder werden anfällig gegen Krankheiten.

Die Gartenbaufirma Kramer aus Olpe stellte sich dem Thema in Abstimmung mit der Stadt Olpe und dem Stadtmarketingverein „Olpe Aktiv“ im Rahmen eines Ausbildungsprojekts. Am Samstag stellten Chef Thomas Kramer und seine acht Auszubildenden zehn Pflanzkübel mit klimatoleranten Großgehölzen, Stauden und Gräsern am Kurkölner Platz, im Weierhohl und auf der Bleichewiese auf.

Dabei handelt es sich um robuste Pflanzen, die innerhalb ihres natürlichen Lebensraums das aktuelle Klima kennen und gleichermaßen gut mit Hitze, Kälte und Nässe umgehen können. Die meisten der robusten Großgehölze sind auch insektenfreundlich. Die bis zu zwei Tonnen schweren Kübel sind aus Cortenstahl gefertigt, eine besondere Stahlart mit kupferfarbiger Patina.

"Durch die Klimaveränderung
wird sich ein Teil der heimischen
Vegetation verabschieden."

Thomas Kramer
Gartenbaumeister

„Von den zehn Großgehölzen kannte ich sechs nicht. Doch durch die Klimaveränderung wird sich ein Teil der heimischen Vegetation langfristig verabschieden und wir brauchen Pflanzen, die tolerant auf das veränderte Klima reagieren. Diverse Hochschulen, Lehr- und Versuchslabore und führende Baumschulen haben inzwischen entsprechende Erfahrungen gesammelt, die wir uns zunutze gemacht haben. So haben wir uns für den Bienenbaum, den Blasenbaum, die japanische Zelkove, den französischen Ahorn, den Rotahorn, den Eisenholzbaum, die Hopfenbuche, den Schnurbaum, die Baummagnolie und den südlichen Zürgelbaum entschieden. Bei der Unterpflanzung mussten wir Kompromisse eingehen, da fast alle trockenheitsverträglichen Stauden einen Standort in der Sonne haben wollen und die Kübel teilweise auch an schattigen Standorten stehen“, sagte Thomas Kramer.

Neue Pflanzen dem veränderten Klima anpassen

Mit einem Radlader transportierten die Auszubildenden des Garten- und Landschaftsbaubetriebs die Pflanzkübel zu den vorgesehenen Standorten. Nachdem sie diese mit Erde aufgefüllt hatten, platzierten sie noch Stauden und Gräser rund um die Großgehölze. Für sie ist die Aktion eine tolle Sache. „Damit machen wir die Leute darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, neue Pflanzen dem veränderten Klima anzupassen“, sagte Jonas Fick (18) aus Krombach, Auszubildender im zweiten Ausbildungsjahr. „Für uns ist die Aktion auch deshalb schön, weil sie den Zusammenhalt fördert. Denn wir sind auch für die künftige Versorgung der Pflanzen verantwortlich“, meinte sein Kollege Constantin Brensing (21) aus Gummersbach.

Die Auszubildenden und ihr Chef hoffen, dass die Aktion für die Bürger eine gleichzeitig schöne und lehrreiche Abwechslung ist. Sie erfahren anhand der Informationen auf den Kübeln Wissenswertes über das jeweilige Gehölz. Angegeben sind der Wuchstyp, die Wuchshöhe und -breite, die Blütenfarbe, -zeit und –form, die Blattfarbe, -form und -eigenschaft, die Fruchtfarbe und -form, welches Licht und welche Bodenart gut für das Wachstum sind, ob das Gehölz winterhart ist und wo es am besten Verwendung findet. Ebenso ist der lateinische und der deutsche Name vermerkt.

Alle Pflanzenstandorte gut zu erreichen

„Es handelt sich um eine temporäre Aktion. Die Pflanzen werden ja wachsen und wir werden sie nach einer gewissen Zeit zu einem anderen Standort bringen und dort umpflanzen. Angedacht ist zum Beispiel der Bereich um den Stadtpark. Die genauen Standorte der Kübel kann man dann beim Stadtmarketingverein erfragen oder hier anschauen. Alle Pflanzenstandorte werden gut zu Fuß zu erreichen sein“, erklärte Thomas Kramer.

Schnell war am Samstag festzustellen, wie gut die Aktion bei den Bürgern ankommt. Sie blieben erstaunt stehen, lasen sich die Informationen durch und zückten ihre Smartphones, um Fotos zu machen. „Eine tolle und interessante Aktion für unsere Bürger“, stellte Kreisdirektor Philipp Scharfenbaum fest, der gerade auf dem Weg zum Markt war. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen, als ihm Thomas Kramer den Lieblingsbaum der Olper vorstellte: die Hopfenbuche.

Autor:

Marianne Möller

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