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Florian Müller (MdB) im Gespräch
Brücken-Sperrung ist Konjunkturbremse

Die Region sei regelrecht abgeschnitten, sagt MdB Florian Müller. Die Sperrung der A45 bei Lüdenscheid sei eine Herausforderung.  Zudem kenne er erste Fälle von Jobwechseln wegen der Staus auf der Sauerlandlinie.
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  • Die Region sei regelrecht abgeschnitten, sagt MdB Florian Müller. Die Sperrung der A45 bei Lüdenscheid sei eine Herausforderung. Zudem kenne er erste Fälle von Jobwechseln wegen der Staus auf der Sauerlandlinie.
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  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

win Olpe. Knapp drei Monate ist es her, dass Florian Müller aus Drolshagen als neu gewählter Abgeordneter erstmals an einer Sitzung des Deutschen Bundestags teilnahm. Am Montag kam der Christdemokrat zum Antrittsbesuch in die Olper Geschäftsstelle der Siegener Zeitung, um im Gespräch eine erste Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf das nicht nur politisch spannende Jahr 2022 zu werfen.

„Es ist alles anders als ich es mir vorgestellt habe, aber so langsam ruckelt es sich ein“, freut sich Müller auf den noch bevorstehenden Einzug in ein eigenes Büro. Zurzeit teilt er sich noch eines mit zwei weiteren Kollegen, denn durch die nochmalige Vergrößerung des Parlaments durch Überhangmandate ist der Büroplatz knapp. Gearbeitet aber wird schon fleißig.

win Olpe. Knapp drei Monate ist es her, dass Florian Müller aus Drolshagen als neu gewählter Abgeordneter erstmals an einer Sitzung des Deutschen Bundestags teilnahm. Am Montag kam der Christdemokrat zum Antrittsbesuch in die Olper Geschäftsstelle der Siegener Zeitung, um im Gespräch eine erste Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf das nicht nur politisch spannende Jahr 2022 zu werfen.

„Es ist alles anders als ich es mir vorgestellt habe, aber so langsam ruckelt es sich ein“, freut sich Müller auf den noch bevorstehenden Einzug in ein eigenes Büro. Zurzeit teilt er sich noch eines mit zwei weiteren Kollegen, denn durch die nochmalige Vergrößerung des Parlaments durch Überhangmandate ist der Büroplatz knapp. Gearbeitet aber wird schon fleißig.

Rahmede-Brücke ein großes Thema

„Im Bereich Infrastruktur und Mobilität zu arbeiten, war ja mein Wunsch“, so Müller. Da er nun dem Verkehrsausschuss des Bundestags angehört, hat sich dieser Wunsch nun erfüllt. „Dass das Thema für unsere Region unfassbar wichtig ist, das hat ja leider die A 45 gerade bewiesen“, spielt er auf die Sperrung der Rahmede-Talbrücke bei Lüdenscheid an. „Diese Sperrung wird eine nachhaltige Veränderung in der Region bewirken, in Lüdenscheid natürlich stärker als bei uns, aber eben auch bei uns.“

Er kenne schon jetzt Fälle, in denen Menschen sich neue Arbeitsplätze suchten, weil sie den täglichen Weg zur Arbeit angesichts der Staus und Umleitungen nicht mehr schultern könnten. „Das kann auch Auswirkungen auf den ohnehin vorhandenen Fachkräftebedarf haben, das müssen wir im Auge behalten“, so Florian Müller. Insbesondere treffe es die Speditionsunternehmen und damit nahezu die gesamte Wirtschaft.

Müller will sich für die Region einsetzen

„Ich vermisse immer noch klare Ansagen der Regierung. Regulär würde der Neubau der Brücke sieben bis zehn Jahre dauern. Jetzt steht diese Zahl von fünf Jahren im Raum, aber auch das, ohne untermauert zu sein. Und auch damit will ich mich nicht zufriedengeben.“ Die Region sei regelrecht abgeschnitten, die Sperrung wirke sich als Konjunkturbremse aus. Erschwerend komme hinzu, dass die Schiene als Alternative sowohl für den Personen- wie für den Güterverkehr in der Region vernachlässigt worden sei. „Sowohl beim Brückenneubau als auch beim Schaffen von Alternativen muss eine höhere Dringlichkeit her“, so Müller. Er freue sich darauf, das Thema im Verkehrsausschuss intensiv zu begleiten und sich für die Region einzusetzen.

Infrastruktur auf den Dörfern soll besser werden

Ohnehin werde das Thema Verkehr für die Zukunft eine große Rolle spielen. Bei aller Notwendigkeit zum Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs mit besonderer Betonung von umweltfreundlichem Antrieb müssten die Kosten im Auge behalten werden. Für den ländlichen Raum sei die Mobilität gleichzeitig eine Frage der Infrastruktur, etwa, was die künftige Attraktivität der Dörfer angehe. Wer auf dem Dorf wohne, sei spätestens im Alter auf Alternativen zum eigenen Auto angewiesen, „und das alles muss bezahlbar bleiben“.

E-Mobilität in Zukunft sehr wichtig

Dass es in Zukunft keinen Weg vorbei an der Elektromobilität geben wird, ist für Müller keine Frage. Er lege aber großen Wert darauf, auch an die zu denken, die sich gerade ein neues Auto mit Verbrennungsmotor gekauft haben, weil es keine für sie geeigneten Elektroautos gebe oder sie sich kein solches Auto leisten könnten: Auch diese Menschen müssten künftig in der Lage sein, ihre Mobilität zu bezahlen.

Das alles muss
bezahlbar bleiben.
Florian Müller, MdB
zum Thema Mobilität

In Sachen Corona-Pandemie sieht Florian Müller mit Besorgnis die jüngsten Entwicklungen von Gegnern der Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung: „Klar darf man protestieren und demonstrieren. Die Politik hat ja auch Fehler gemacht, insbesondere, was die Kommunikation angeht. Wir alle lernen täglich dazu, niemand von uns hat Pandemie-Bekämpfung gelernt. Ich kann verstehen, dass angesichts der hohen Geschwindigkeit, in der neue Erkenntnisse gewonnen werden und zu Änderungen führen, nicht jeder mitkommt. Aber wenn das dann von Rechtsradikalen missbraucht wird und es mit Verschwörungstheorien vermischt wird, dann geht das deutlich zu weit.“

Florian Müller fordert eine höhere Priorität sowohl für den Neubau der Rahmede-Talbrücke als auch für die Schaffung von Alternativen.
  • Florian Müller fordert eine höhere Priorität sowohl für den Neubau der Rahmede-Talbrücke als auch für die Schaffung von Alternativen.
  • Foto: Christian Feldmann
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Bei einer möglichen Impfpflicht sieht Müller die Notwendigkeit zu intensiver Vorarbeit: „Wenn ein Gesetz kommt, dann muss das vor dem Bundesverfassungsgericht bestehen.“ Eine Impfpflicht für Kinder hält er persönlich für unnötig. Dass die Regierung nicht eindeutig Position beziehe, sei allerdings fatal, weil er Eindruck bleibe, „die Politik bekommt es nicht gewuppt“.

Die Region sei regelrecht abgeschnitten, sagt MdB Florian Müller. Die Sperrung der A45 bei Lüdenscheid sei eine Herausforderung.  Zudem kenne er erste Fälle von Jobwechseln wegen der Staus auf der Sauerlandlinie.
Florian Müller fordert eine höhere Priorität sowohl für den Neubau der Rahmede-Talbrücke als auch für die Schaffung von Alternativen.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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