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Nach Schmierereien im Negertal
Bürger sollen über Infotafeln entscheiden

Diese Schmierereien hatten zum SPD-Antrag geführt, durch Infotafeln die Historie der Olper Ortsnamen bekannter zu machen. Archivfoto: yve
  • Diese Schmierereien hatten zum SPD-Antrag geführt, durch Infotafeln die Historie der Olper Ortsnamen bekannter zu machen. Archivfoto: yve
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Olpe. Die Empörung war groß, als unbekannte Täter vor Wochen im Negertal die Ortstafeln und einen Stein mit geschmiedetem Ortsnamen mit schwarzer Farbe besudelt hatten. Zwar gab es weder Bekennerschreiben noch einen Fahndungserfolg, doch wird allgemein vermutet, dass die Verursacher damit eine Art Protest gegen den Ortsnamenteil „-neger“ zum Ausdruck bringen wollten – nicht wissend, dass dieser weit älter ist als die inzwischen eindeutig diskriminierende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe – wie die Internet-Enzyklopädie Wikipedia berichtet, wurde der Begriff „Neger“ für schwarze Menschen im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführt – der Ortsname wurde jedoch bereits 1468 erstmals urkundlich erwähnt.

win Olpe. Die Empörung war groß, als unbekannte Täter vor Wochen im Negertal die Ortstafeln und einen Stein mit geschmiedetem Ortsnamen mit schwarzer Farbe besudelt hatten. Zwar gab es weder Bekennerschreiben noch einen Fahndungserfolg, doch wird allgemein vermutet, dass die Verursacher damit eine Art Protest gegen den Ortsnamenteil „-neger“ zum Ausdruck bringen wollten – nicht wissend, dass dieser weit älter ist als die inzwischen eindeutig diskriminierende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe – wie die Internet-Enzyklopädie Wikipedia berichtet, wurde der Begriff „Neger“ für schwarze Menschen im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführt – der Ortsname wurde jedoch bereits 1468 erstmals urkundlich erwähnt.

Die SPD-Ratsfraktion hatte dies zum Anlass für einen Antrag genommen. Sie schlägt vor, dass erklärende Hinweisschilder an den Dörfern der Stadt aufgestellt werden sollen, die Auskunft über die Historie des jeweiligen Namens geben sollen. „So können sich beispielsweise Auswärtige informieren und erfahren, woher die Namensgebung der Ortschaften stammt. Gerade aktuell mussten wir feststellen, dass beispielsweise im Negertal ein vollkommen falscher Bezug hergestellt wurde. Hierfür sollen die notwendigen Mittel bereitgestellt werden. Zur Gestaltung und inhaltlichen Beratung der Tafeln sollen der Stadtarchivar und der Ortsvorsteher involviert werden“, heißt es in dem Antrag.

SPD-Fraktionschef Volker Reichel ergänzte am Donnerstag im Bauausschuss, dass es durchaus weiteren Informationsbedarf gebe. „Es begegnet einem immer wieder, dass im Freundes- und Bekanntenkreis Fragen aufkommen, etwa zum Namensteil ,micke’“, so Reichel. Carsten Sieg erklärte für die CDU, im Grundsatz nichts gegen eine solche Idee zu haben, „aber der Impuls sollte aus den Ortschaften selbst kommen“. Erst mal solle in den Dörfern diskutiert werden, „ob man das haben will oder nicht“. Die Beschmierungen in Neger seien „wüster Vandalismus“ gewesen. „Wenn die Bürgerschaft die Tafeln will, machen wir es, dann ist es der richtige Weg.“ Reichel entgegnete, solche Tafeln seien weniger für den Ort selbst gedacht als für Besucher.

Martin Moseler (FDP) lehnte die Idee ab: „Das ist Aktionismus, durch Vandalismus angestoßen. Solche Menschen lassen sich auch von Tafeln nicht beeinflussen.“ Udo Baubkus (UCW) erwiderte, sicherlich betreibe die SPD Aktionismus, wenn man es an den Schmierereien festmachte „Dennoch gibt es genug Gründe, solche Infos zu geben. Auch unter viele Straßennamen könnte man Tafeln schrauben und junge Leute über Herrschaften informieren, die schon 100 Jahre tot sind.“ Moseler entgegnete, Olpe als künftige „Smart City“ müsse keine Schilder anbringen, „da gibt es andere Wege“, offensichtlich auf sogenannte QR-Codes anspielend, die mit dem Smartphone gelesen werden können.

Ausschussvorsitzender Rüdiger Schnüttgen (CDU) erklärte angesichts der zu erwartenden Ablehnung, er finde die Idee zu gut, um sie ganz zu beerdigen. Er regte an, sie in die nächste Tagung der Ortsvorsteher zu tragen und dort zu besprechen. Mit drei Ja-Stimmen von SPD und OLO und bei Enthaltung von Baubkus lehnte die große Mehrheit aus CDU, FDP und UCW den Vorschlag ab. Die Grünen haben im Bauausschuss nur eine beratende Stimme.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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