»Charakter des Baugebiets erhalten«

Neuer Bebauungsplan für westlichen Imberg / Sechs Häuser auf Gärtnereiareal möglich

win Olpe. Der westliche Imberg gehört zu den bevorzugten Wohngebieten in Olpe. Großzügige Einfamilienhäuser auf üppigen Grundstücken stellen den Großteil der Bebauung dar. Die Dichte ehemaliger Schützenkönige ist groß; Unternehmer und Ärzte schätzen das stadtnahe Wohnen mit unverbaubarem Blick auf den Biggesee. Doch mittendrin im schicken Baugebiet stört ein echter »68er«. Genauer: ein alter Bebauungsplan, landläufig »Art- und Maß-Plan«–genannt. Er wurde 1968 erlassen und erlaubt nach heutigen Ansprüchen zu viele Freiheiten für potenzielle Bauherren.

Zwar ist die Zahl von Baulücken nicht groß, aber mitten im Gebiet befindet sich derzeit eine Gärtnerei mit großen Freiflächen. Zudem ist es bereits in der Vergangenheit dazu gekommen, dass Einfamilienhäuser abgerissen und durch große Mehrfamilienanlagen ersetzt wurden. Die Stadtverwaltung will diesem drohenden Wildwuchs vorbeugen. Ein Bebauungsplan soll über das Gebiet gelegt werden. Die Beratungen können beginnen, denn am Dienstagabend fand die vorgezogene Bürgerbeteiligung statt.

Über 80 Bürgerinnen und Bürger waren im Großen Saal der Begegnungsstätte »Altes Lyzeum« zusammengekommen, um sich den Vorentwurf anzusehen und ihre Meinung kundzutun. Technischer Beigeordneter Bernd Knaebel, Bauplanungsamtsleiter Winfried Quast und Stadtplanerin Annegret Tack stellten den Entwurf vor. Im Wesentlichen wird der Status quo festgeschrieben. Um vorhandene Wohnhäuser soll ein Baufenster von maximal 15 mal 15 Meter Größe gelegt werden. Die maximalen Firsthöhen werden vorgeschrieben, ebenso die Höchstanzahl von Wohneinheiten. Bei vorhandenen Wohnhäusern wird der Status quo festgeschrieben, bei Neubauten sollen maximal zwei Wohnungen erlaubt sein. In Verbindung mit einer maximalen Zweigeschossigkeit sollen Auswüchse wie beim in die Schlagzeilen geratenen Neubau »An den Klippen«–vermieden werden.

»Unser Hauptziel ist es, den Charakter des Baugebiets zu erhalten«, so Annegret Tack. Umgrenzt wird der Bebauungsplan von der Imbergstraße, dem Oberen Hardtweg und dem Steilufer zum Waldstück Hessensiepen (»Bigge-Hochhaus«). Mit Ausnahme der Imbergschule ist das komplette Gebiet im Planentwurf als Allgemeines Wohngebiet ausgezeichnet.

Für das Gebiet der derzeitigen Gärtnerei hatte die Stadtverwaltung zwei Alternativ-Planungen erarbeitet: einen mit sechs, einen mit sieben Baugrundstücken. Einstimmig sprachen sich die Anwesenden gegen die dichtere Bebauung aus, die Grundstücksgrößen von 650 bis 850 Quadratmeter nach sich gezogen hätte. Ein Anwohner: »In Olpe gibt es genug Neubaugebiete, wo man sich gegenseitig auf den Frühstückstisch guckt.« In der von den Bürgern bevorzugten Variante sind Baugrundstücke von 800 bis 1300 Quadratmeter Größe vorgesehen. Die ebenfalls von der Stadtverwaltung geplante Ausweisung von zwei Baufenstern an Grundstücken, die an die Gärtnerei grenzen, lehnte die Mehrheit der Anwesenden ab. Wie Winfried Quast darlegte, soll eine Gestaltungssatzung für das Baugebiet erlassen werden, in der unter anderem Dachfarben, Neigungen, Firstrichtung und andere Grundlagen festgeschrieben werden.

Nun hat eine vier Wochen dauernde Frist begonnen, in der weitere Anregungen und Bedenken schriftlich bei der Stadtverwaltung angemeldet werden können. Im Mai sollen die Beratungen in den Fachausschüssen beginnen, so dass der neue Bebauungsplan vermutlich noch in diesem Jahr verabschiedet werden kann.

Ein Baubeginn ist noch nicht abzusehen: Der neue Bebauungsplan muss eher als Absichtserklärung verstanden werden, da er erst umgesetzt werden kann, wenn die Gärtnerei aufgegeben wird.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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