"Der beste Chor im Westen": "Welle an Feedback" erreicht "BIGGEsang"
Chor-Thron zum Greifen nah

Für „BIGGEsang“ stehen jetzt täglich Probenstunden im Terminkalender. Durchatmen ist erst nach dem großen Finale von „Der beste Chor im Westen“ möglich, das am Freitag, 13. Dezember, ausgestrahlt wird.  Foto: yve
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  • Für „BIGGEsang“ stehen jetzt täglich Probenstunden im Terminkalender. Durchatmen ist erst nach dem großen Finale von „Der beste Chor im Westen“ möglich, das am Freitag, 13. Dezember, ausgestrahlt wird. Foto: yve
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yve  Es ist der viel zitierte Ausnahmezustand, in dem sich die 46 Sängerinnen und Sänger von „BIGGEsang“ befinden. Die Gemischten Stimmen gehören zu den fünf Finalisten des WDR-Chorwettbewerbs „Der beste Chor im Westen“. Sie überzeugten im Halbfinale mit dem klassischen Volkslied „In einem kühlen Grunde“ – umgesetzt in ein modernes Arrangement. Wie berichtet, sorgten die TV-Zuschauer mit ihrem Voting am vergangenen Freitag dafür, dass der heimische Chor in die Endrunde gelangte. Damit gerechnet haben die Mitglieder keineswegs. Umso größer ist jetzt die Euphorie, die nicht nur „BIGGEsang“, sondern auch „Fans“ aus vielen Orten der Region umgibt.

Davon wussten die Gemischten Stimmen am Montag bei ihrer Probe zu berichten. Sängerin Martina Stracke sprach von „einer Welle an Feedback“. WhatsApp-Nachrichten gehen zuhauf ein, Videobotschaften in den sozialen Medien von Freunden, Familie und anderen Gesangsgruppen sowie Bands versprühen Unterstützung. Und der Zuspruch von manchmal auch fremden Menschen beim Bäcker oder im Dorf und in der Stadt machen Mut, sich der großen Herausforderung beim großen Finale am Freitag, 13. Dezember, ab 20.15 Uhr im WDR-Studio in Köln-Bocklemünd zu stellen. Bis dahin bleibt er, der Ausnahmezustand. Bei Martina Stracke ist zumindest schon eine Gehirnhälfe vereinnahmt. „Da ist nur noch .BIGGEsang’“, erzählte sie aufgeregt.

Geprobt wird nun täglich – „das hatten wir noch nie, auch nicht vor dem Deutschen Chorwettbewerb“, so 2. Vorsitzende Bianka Clemens. Dabei erfordert nicht nur das Einüben der Stücke Einsatzfreude. Denn insbesondere für den „BIGGEsang“-Vorstand und Chorleiter Volker Arns erfordert der Wettbewerb eine Menge Organisationstalent. „Da darf auch mal der Arzttermin vergessen werden“, so Bianka Clemens. Fest verankert sei der Finalabend in den Köpfen der Mitglieder. „Bei mir schon zu 95 Prozent.“ Doch der Stolz über das Erreichte und die Vorfreude auf einen nun greifbaren Sieg überwiege. Martina Stracke: „Unser Ziel war das Halbfinale.“ Und bei der Entscheidung am vergangenen Freitag sei eigentlich auf die „Wildcard“ gehofft worden, ergänzte Vorsitzende Marion van der Wielen.

Bekanntlich votierte im Halbfinale per Anruf oder SMS das TV-Publikum für vier von insgesamt zehn Chören und sorgte gleich in ganz Südwestfalen für eine Überraschung, schickten sie neben „BIGGEsang“ auch „LahnVokal“ aus Feudingen und „Encantada“ aus Neunkirchen in das Rennen um den begehrten Titel. Den fünften Finalisten bestimmten Beatrice Egli, Jane Comerford, Giovanni Zarella und Rolf Schmitz-Marburg, die prominent besetzte Jury von „Der beste Chor im Westen“.

Beim Finale am Freitag entscheidet aber zunächst die Jury über das Weiterkommen von dreien der fünf Chöre, die in einer zweiten Runde mit einem Weihnachtslied punkten müssen. Dann sind wieder die Zuschauer gefragt, die die beste Gruppe Nordrhein-Westfalens auf den Chor-Thron führen. Was gesungen wird, bleibt natürlich noch ein Geheimnis. Einen Tipp gab der Chorleiter Volker Arns am Montag, indem er im Gespräch den Komponisten und Sänger Oliver Gies ins Spiel brachte.

Rückmeldungen vom Halbfinale stimmen die Mitglieder jedenfalls hoffnungsvoll. „Da haben Leute angerufen, von denen man das gar nicht erwartet hätte“, so Arns. Wo am Wochenende nach dem Auftritt Menschen zusammengekommen seien – ob beim Frühschoppen oder beim Weihnachtsmarkt – sei der Erfolg von „BIGGEsang“ und das persönliche Mitfiebern vor den Bildschirmen Gesprächsthema gewesen.

Die Zeit bis zur Endrunde dürfte für die Sängerinnen und Sänger mit täglichem Gesangstraining und der Stellprobe am Donnerstag in Köln nun im Flug vergehen. In den Startlöchern steht auch Busfahrer Peter Hennecke, eingefleischter Fan der Gemischten Stimmen. „Gewiss siebenmal fuhr er nach dem Halbfinale laut hupend durch einen Kreisverkehr“, schmunzelte Martina Stracke. Am besten sei das aber wohl der Sängerin in Erinnerung geblieben, die sich währenddessen auf der Bustoilette befunden habe. Begleitet nach Köln werden die Gemischten Stimmen auch wieder von einem Fanbus, so dass fast 100 Personen aus dem Raum Olpe und dem „Wendschen“ live vom Sieg träumen können.

Und wenn die Lichter am Freitag im WDR-Studio ausgehen, wird gefeiert - ob mit oder ohne den Titel „Der beste Chor im Westen“. Noch in der Nacht bei der Rückkehr bereitet der MGV Elben den Gemischten Stimmen einen Empfang im Elbener Pfarrheim – „mit frisch Gezapftem“, so Sänger Bernd Clemens. In gleicher Manier geht es tagsdrauf weiter, wenn der Chor in der Krombacher Brauerei einkehrt. „Wir sind eingeladen worden“, freute sich Bianka Clemens.

Danach dürfte sie sich vielleicht wirklich einstellen, die besinnliche Zeit, in der die Stimmen im Kreise der Familie unter dem Tannenbaum anstatt in einem TV-Studio erhoben werden. Ein Geschenk obendrauf im Zuge des Weihnachtsfestes wäre der Titelgewinn allemal, zumal „BIGGEsang“ einen Teil des Preisgeldes der Stiftung „Sternenlicht“ von Thorsten Voß aus Rothemühle zukommen lassen möchte, der an der Nervenerkrankung ALS erkrankt ist (die SZ berichtete) .

Für „BIGGEsang“ stehen jetzt täglich Probenstunden im Terminkalender. Durchatmen ist erst nach dem großen Finale von „Der beste Chor im Westen“ möglich, das am Freitag, 13. Dezember, ausgestrahlt wird.  Foto: yve
Mit „In einem kühlen Grunde“ berührten die Gemischten Stimmen die Jury beim Halbfinale fast zu Tränen.  Foto: Melanie Grande
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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