Nur vier Wochen nach Reparatur
Christus-Korpus in Stücke geschlagen

Der Finder barg die Bruchstücke im Kofferraum seines Autos. Eine Reparatur des komplett zerschlagenen Korpus wird wohl kaum darstellbar sein.
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  • Der Finder barg die Bruchstücke im Kofferraum seines Autos. Eine Reparatur des komplett zerschlagenen Korpus wird wohl kaum darstellbar sein.
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win Rüblinghausen. Wut, Zorn, Empörung - zwischen diesen drei Gemütsstufen bewegt sich seit Samstag die Gefühlswelt vieler Rüblinghauserinnen und Rüblinghauser und zahlreicher Bewohner des Olper Bratzkopfs. Auf den Smartphones wurden Bilder geteilt, die für ungläubiges Kopfschütteln sorgen: Sie zeigen einen in Stücke geschlagenen Christus-Korpus. Es handelt sich um die Figur, die erst vor wenigen Wochen nach einer sorgfältigen Reparatur und kompletten Überarbeitung wieder am Kreuz auf der Rüblinghauser Höhe befestigt worden war. Nun ist "Kebbekus' Kreuz", wie es nach den Stiftern der Mahnstätte heißt, erneut Opfer von Vandalismus geworden - aber anders als im ersten Fall, in dem ein Fuß des Korpus abgebrochen und entwendet worden war, haben die unbekannten Täter nun ganze Arbeit geleistet: Das kunstvolle Werk, geschätzte 80 Jahre alt und aus Schlesien stammend, ist wohl unwiederbringlich zerstört worden.
Ortsvorsteher Walter Rademacher kann seine Fassungslosigkeit kaum in Worte fassen. Ein Anwohner des Bratzkopfs hatte ihm die Hiobsbotschaft am Samstag per Telefon überbracht, als er gerade Frühstückspause machte - Rademacher ist Busfahrer und war gerade zwischen Siegen und Deuz unterwegs -, der Finder hatte noch am Freitagabend das intakte Kreuz zu einem kurzen Gebet besucht und war heute auf einem Spaziergang wieder daran vorbeigegangen, als er feststellte, dass der Korpus fehlte. Rademacher rief überrascht den Rüblinghauser Malermeister Jürgen Fleischer an, der das Kreuz farblich auffrischen wollte. "Ich wunderte mich schon, dass er bei so kalter Witterung loslegen wollte, aber er wusste von nichts. Da kam dann der Anruf, dass der kaputte Korpus gefunden worden war."
Erste Telefonate im Dorf zeigten, dass erst einmal schiere Sprachlosigkeit über diese Freveltat herrscht. "Reparieren kann man den Korpus vermutlich nicht, und wenn, wäre das unfassbar aufwendig", so Rademacher, dem als erster Plan in den Kopf kam, statt eines kompletten Korpus nur größere Bruchstücke am Kreuz zu befestigen, verbunden mit einem Hinweisschild, wozu manche Zeitgenossen in der Lage sind. Aber das wird erst in den nächsten Tagen und Wochen genauer besprochen, wenn die erste Wut gewichen ist. Eine Anzeige bei der Polizei wurde umgehend erstattet.
Inzwischen wurde der zerstörte Korpus in der Matthäuskapelle ausgelegt, wo er durch ein Gitter betrachtet werden kann.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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