Reduzierte Öffnungszeiten im Impfzentrum Attendorn
Corona-Impfung im Linienbus

Gudrun Kurz setzt im umfunktionierten Linienbus eine Impfung, während Dr. Torsten Hundt auf der Rücksitzbank die nächsten Spritzen mit Impfstoff aufzieht.
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  • Gudrun Kurz setzt im umfunktionierten Linienbus eine Impfung, während Dr. Torsten Hundt auf der Rücksitzbank die nächsten Spritzen mit Impfstoff aufzieht.
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win Rhode. Es erinnert ein wenig an die Geschichte mit dem Propheten und dem Berg: Wenn der Impfling nicht zum Impfzentrum kommt, dann kommt eben das Impfzentrum zum Impfling.
Seit vergangener Woche sind Kräfte des Impfzentrums des Kreises Olpe nicht nur in der ehemaligen Firmenhalle im Industriegebiet „Biggen“ bei Attendorn, sondern auch einem „Sauerlandgruß“-Linienbus im Einsatz und fahren darin Dörfer ab. An einem Tag waren es zwölf, an einem nur zwei und am Mittwoch vier. Letzte Station des Tages: Rhode. Hier wird der Bus, von Jürgen Wilde gelenkt, von Ortsvorsteher Steffen Sasse empfangen, der sich begeistert vom unbürokratischen und schnellen Umsetzen des Plans zeigt. „Wir hatten letzte Woche darüber gesprochen, ich habe Andreas Sprenger, den Leiter des Impfzentrums, angerufen, als ich von diesem Bus erfahren habe, und der Kreis und die Stadt haben schnell reagiert und alles möglich gemacht.“

Junges Mädchen reist für Corona-Impfung nach Rhode

Die Franz-Hitze-Schule ist hier Standort des Impfbusses, der von einem Krankenwagen des Roten Kreuzes begleitet wird: „Das ist wie im Impfzentrum: Der Wagen ist da, falls es mal zu Komplikationen kommen sollte, was aber bisher noch nie vorgekommen ist“, erklärt Stefan Spieren, ärztlicher Leiter des Impfzentrums und diesmal als Arzt mit an Bord. In Rhode wird der Wagen außerdem für einen speziellen Zweck genutzt: Ein junges Mädchen ist mit ihrer Mutter eigens aus Lennestadt angereist, um sich hier impfen zu lassen: Sie hat nach einem äußerst negativen Erlebnis panische Angst vor Arztpraxen und Spritzen. Spieren redet lange mit der jungen Frau, lässt sie mit ihrer Mutter allein, redet nochmal, erklärt, und am Ende legt sich auf die Trage im Krankenwagen, lässt sich impfen – und verlässt den Schulhof nach Worten des Dankes mit einem Lächeln. „Das bot sich gerade an“, so Spieren, im Impfzentrum wäre ein so schonender Kontakt schwieriger gewesen.

Kreis Olpe geht bei Corona-Impfung neue Wege

Rückläufiger Andrang im Impfzentrum hat dazu geführt, dass der Kreis Olpe neue Wege geht – in Nordrhein-Westfalen allen voran. Spieren: „Es funktioniert gut. Vor allem kommen Leute zum Bus, die sich schnell ihre Zweitimpfung holen, aber wir haben auch komplett Ungeimpfte, die bisher den Aufwand gescheut haben, die nicht mobil sind und nur schwer nach Attendorn gekommen wären und die mögliches Warten in der Arztpraxis vermeiden wollen.“ An Bord sind die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson, erster ist auch zum Zweitimpfen nach einer Erstgabe von Astra-Zeneca geeignet, der zweite muss nur einmal verimpft werden.

"Das lohnt auch im kleinsten Dorf"

Apotheker Dr. Torsten Hundt hat sich da eingerichtet, wo üblicherweise die Rabauken sitzen: auf der letzten Bank des Linienbusses. Hier vereinzelt er die Impfstoffe, verdünnt sie und zieht die einzelnen Spritzen auf. Spieren ist sicher, dass die „rollende Impfstraße“ eine gute Idee war: „Wir haben in zehn Minuten alles aufgebaut und können losimpfen. Das lohnt sich auch im kleinsten Dorf.“

An Stehtischen im Freien werden die Formulare ausgefüllt. Die eigentliche Impfung findet im geschützten Raum des Linienbusses statt. Für alle Fälle steht ein Krankenwagen des DRK bereit.
  • An Stehtischen im Freien werden die Formulare ausgefüllt. Die eigentliche Impfung findet im geschützten Raum des Linienbusses statt. Für alle Fälle steht ein Krankenwagen des DRK bereit.
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Am Wochenende geht das Impfzentrum noch einen neuen Weg: „Impfen am Biggesee für Kurzentschlossene aller Nationalitäten“ lautet das Motto zweier Aktionen. Am Samstag, 24. Juli, fährt ein Impfteam von 10 bis 16 Uhr zwischen Olpe und Finnentrop im „Biggesee-Express“ mit. Während der Fahrt können sich Einheimische und Touristen die schützende Spritze setzen lassen. Gleichzeitig wartet dann der Impfbus auf dem Parkplatz am Bahnhof Sondern oberhalb der Anlegestelle der Personenschifffahrt. Das Angebot richtet sich an alle, die noch nicht geimpft sind, auch an Tagestouristen aller Nationalitäten. Denn impfberechtigt sind alle Personen ab 16 Jahren. Unter-18-Jährige müssen allerdings in Begleitung eines Erziehungsberechtigten kommen. Zum Einsatz kommen auch hier die Impfstoffe von Biontech, der ab 16 verimpft werden darf, und Johnson & Johnson, der aber nur bei Volljährigen eingesetzt werden darf.

Impfzentrum des Kreises Olpe nur noch eingeschränkt geöffnet

Angesichts der rückläufigen Nachfrage im Impfzentrum reduziert der Kreis ab Montag, 26. Juli, die Öffnungszeiten: Geimpft wird ab dann nur noch von mittwochs bis sonntags jeweils von 14 bis 20 Uhr. Impftermine können nach wie vor ohne Terminbuchung wahrgenommen werden. Wer einen konkreten Termin buchen möchte, kann dies weiterhin über die Kassenärztliche Vereinigung, Tel. 08 00/116 117 02, tun. Das eigene Buchungsportal des Impfzentrums Attendorn wird eingestellt.

Gudrun Kurz setzt im umfunktionierten Linienbus eine Impfung, während Dr. Torsten Hundt auf der Rücksitzbank die nächsten Spritzen mit Impfstoff aufzieht.
An Stehtischen im Freien werden die Formulare ausgefüllt. Die eigentliche Impfung findet im geschützten Raum des Linienbusses statt. Für alle Fälle steht ein Krankenwagen des DRK bereit.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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