Danieli-Fröhling muss sich sanieren

Olper Anlagenbauer will die Fertigung abspalten / Verhandlungen mit Betriebsrat laufen

sz Olpe. Die andauernde konjunkturelle Krise offenbarte beim heimischen Anlagenbauer Danieli-Fröhling »gewachsene strukturelle Defizite, die sich nicht zuletzt im Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr wiederspiegeln«, hieß es gestern in einer Pressenotiz des Olper Unternehmens. Die Konsequenz laut Geschäftsführer Peter Graumann: »Ähnlich wie unsere Wettbewerber müssen auch wir uns den Herausforderungen der Globalisierung stellen und unsere Fertigungstiefe und -kosten anpassen, um langfristig im Markt bestehen zu können.« Die Unternehmensleitung habe deshalb ein vom Hauptgesellschafter mitgetragenes Konzept entwickelt, dass die Abspaltung der Fertigung von Danieli-Fröhling in ein selbstständiges Unternehmen vorsieht. Mit diesem Konzept sollen langfristig Arbeitsplätze und der Standort insgesamt gesichert werden, hieß es.

Über das neue Unternehmen werde derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt. Peter Graumann äußerte sich zuversichtlich, »dass man durch die in diesem Konzept vorgesehene Gewinnbeteiligung die derzeit zur Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit erforderlichen Einkommenseinschnitte bei der Fertigungsgesellschafl mittelfristig kompensieren könne.« Außerdem setzten die Danieli-Fröhling-Entscheider auf einen Kompromiss mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft zur Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze. Der dennoch notwendige Stellenabbau solle dabei möglichst sozialverträglich durchgeführt werden.

Ohne Stellenabbau geht es nicht

Die Veränderungen der Unternehmensstruktur sei unumgänglich, da die derzeit am Markt für neue Aufträge erzielbaren Preise eine deutliche Reduzierung der Kosten erforderten. Ein reines Profitcenter-Modell – so erläuterte die Pressenotiz – ohne eigenständigen Fertigungsbetrieb würde in der gegebenen Situation nicht die notwendigen Effekte zur langfristigen Sicherung des Produktionsstandortes bringen und damit letztlich zum Verlust der Arbeitsplätze in diesem Bereich führen.

Der Betriebsrat bei Danieli-Fröhling sieht dies allerdings etwas anders. Auf SZ-Nachfrage hin erklärte die Arbeitnehmervertretung, dass man die aktuellen Pläne zur Abspaltung mit den entsprechenden Folgen ablehne, weil die erhofften Effekte ausbleiben würden. Vielmehr lasse der Betriebsrat in diesen Tagen der Geschäftsführung und den Gesellschaftern einen eigenen Vorschlag zur Zukunftssicherung zukommen. Der von der IG Metall Olpe mit entwickelte Plan sehe vor, die Fertigung in dem Unternehmen zu belassen und – unvermeidlich – bei den Personalkosten zu sparen. »Die Fertigung gehört zur Kernkompetenz dieses Unternehmens mit seinem guten Namen und seinen guten Perspektiven«, so die Gewerkschaft gegenüber der SZ. Die Verzahnung von Produktion und anderen Unternehmensbereichen dürfe nicht aufgegeben und – ebenso wichtig – das unternehmerische Risiko nicht auf eine ausgelagerte Firma abgeschoben werden.

Gute Auftragslage erwartet

Wie geht es weiter? Mitte Januar finde das nächste Treffen von Betriebsrat, IG-Metall und Unternehmensleitung statt. Das Danieli-Fröhling trotz der derzeit schweren Situation langfristig mit dem Standort Olpe plane, betonte Peter Graumann und führte im Pressetext als Beweis geplante Neueinstellungen in den Bereichen Vertrieb und Konstruktion an. Das Unternehmen rechne außerdem in 2003 mit einem guten Auftragseingang.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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