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Magnetangeln ist genehmigungspflichtig
Das fast verbotene Hobby

So oder ähnlich stellen sich wohl viele das Hobby „Magnetangeln“ im Idealfall vor: Magnet ins Wasser, und Waffen, Militaria, Münzen und andere Wertsachen bleiben am Bergungsmagneten hängen. Doch erstens dürfte die „Beute“ deutlich geringer ausfallen als beim hier gestellten Foto am Olpebach, zweitens herrschen in Deutschland strenge Regeln, die manche Hürde vor dieses Hobby stellen.
  • So oder ähnlich stellen sich wohl viele das Hobby „Magnetangeln“ im Idealfall vor: Magnet ins Wasser, und Waffen, Militaria, Münzen und andere Wertsachen bleiben am Bergungsmagneten hängen. Doch erstens dürfte die „Beute“ deutlich geringer ausfallen als beim hier gestellten Foto am Olpebach, zweitens herrschen in Deutschland strenge Regeln, die manche Hürde vor dieses Hobby stellen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

win Olpe. Es scheint so einfach: Eine stabile Schnur, ein starker Magnet, fertig ist das Equipment für ein spannendes und gleichzeitig nützliches Hobby. „Magnetangeln“ heißt der Zeitvertreib, der an Bächen, Flüssen und Seen betrieben wird und der nur sehr begrenzt mit dem bekannten Kinderspiel zu tun hat, bei dem es gilt, hinter einer Pappwand verborgene, mit Metallplatten versehene Kunststoff-Fische mithilfe einer Magnetangel zu „fischen“. Vielmehr haben die beim Erwachsenen-Hobby eingesetzten Bergemagneten gewaltige Anziehungskräfte, die bis zu mehreren 100 Kilogramm reichen und bei denen das Bergungsgut oft nur durch geschicktes Abklappen des Magneten gelöst werden kann.

Natürlich werden hier keine Fische geangelt, sondern Metall.

win Olpe. Es scheint so einfach: Eine stabile Schnur, ein starker Magnet, fertig ist das Equipment für ein spannendes und gleichzeitig nützliches Hobby. „Magnetangeln“ heißt der Zeitvertreib, der an Bächen, Flüssen und Seen betrieben wird und der nur sehr begrenzt mit dem bekannten Kinderspiel zu tun hat, bei dem es gilt, hinter einer Pappwand verborgene, mit Metallplatten versehene Kunststoff-Fische mithilfe einer Magnetangel zu „fischen“. Vielmehr haben die beim Erwachsenen-Hobby eingesetzten Bergemagneten gewaltige Anziehungskräfte, die bis zu mehreren 100 Kilogramm reichen und bei denen das Bergungsgut oft nur durch geschicktes Abklappen des Magneten gelöst werden kann.

Natürlich werden hier keine Fische geangelt, sondern Metall. Hier kommt der nützliche Aspekt ins Spiel, denn da kann jede Menge Unrat aus dem Wasser geholt werden, vom Fahrrad über das Verkehrsschild bis hin zur Konservendose. Die Magnetangler sammeln das Metall üblicherweise und entsorgen es anschließend. Ihr eigentliches Ziel aber sind andere Fundstücke – und hier kommt der Aspekt ins Spiel, der das ganze Konstrukt ins Wanken bringt. So hoffen viele der Magnetangler auf wertvolle Funde, die am Boden von Fluss oder See liegen, etwa Münzen, aber auch Waffen.

"Entdeckte Funde sind zu kartieren
und den LWL-Archäologen vorzulegen."

LWL-Archäologie
über das Magnetangeln

Die meisten Magnetangler werden es nicht wissen, nicht einmal ahnen, aber: In Nordrhein-Westfalen ist dieses Hobby genehmigungspflichtig. Es fällt unter das Denkmalschutzgesetz, und Magnetangler werden vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe hier Sondengängern gleichgesetzt, die mit ihren elektronischen Suchhilfen Äcker und Gärten absuchen.

Genehmigung durch Fachbehörde

Das heißt: Nach einer Beantragung bei der Oberen Denkmalbehörde, im Kreis Olpe die örtliche Kreisverwaltung, muss die zuständige Fachbehörde, in diesem Fall die LWL-Archäologie für Westfalen in ihrer Außenstelle Olpe, eine Genehmigung aussprechen.

Danach ist die Erteilung einer zeitlich begrenzten Genehmigung für ein eingegrenztes Suchgebiet durch die Obere Denkmalbehörde möglich. Diese Genehmigung ist stets mitzuführen. „Entdeckte Funde sind zu kartieren und den LWL-Archäologen vorzulegen“, heißt es klipp und klar auf der Informationsseite der Behörde. Und selbstverständlich sind Kampfmittel, sollten sie entdeckt werden, sofort zu melden.

Doch damit nicht genug. Gregor Becker von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Olpe geht davon aus, dass auch nach einer denkmalrechtlichen Genehmigung zu prüfen sei, ob das Suchen in einem Gewässer eine „erlaubnispflichtige Gewässerbenutzung“ darstellt. Entsprechende Anträge beim Kreis seien bislang noch keine eingegangen.

Magnetangeln noch nicht auf der Tagesordnung

Und auch beim Ruhrverband, „Herr“ des größten Gewässers der Region, dem Biggesee, ist laut Pressesprecher Markus Rüdel das Thema Magnetangeln noch nicht auf der Tagesordnung gewesen. Generell aber gelte in den sogenannten „Gemeingebrauchsverordnungen“ der Talsperren und Stauseen, die durch die Bezirksregierungen erlassen werden, dass Freizeitnutzungen prinzipiell erst einmal ausgeschlossen sind.

Dies könne nur umgangen werden, wenn der Ruhrverband bereichsweise einige Nutzungen gestatte. Das Magnetangeln sei hier aber noch nie Antragsthema gewesen, „so dass dies erstmal nicht gestattet ist“, was die Stauseen angehe. Für den größten Teil der Gewässerläufe wie Lenne oder Ruhr sei nicht der Ruhrverband unterhaltungspflichtig. Hier seien es meist die anliegenden Kommunen. Mit anderen Worten: Bevor man einen an einem Seil befestigten Magneten in ein Gewässer werfen darf, muss eine gewaltige Hürde an Bürokratie überwunden werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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