SZ

Fluggeschichte für Zuhause
Das verbirgt sich hinter den „Aviationtags“

Auf den „Tags“ finden sich Flugzeugtyp, Registrierungsnummer der Maschine, Editionsnummer, Editionsgröße und die Fluglinie, für die der Flieger einst seine Meilen macht,
4Bilder
  • Auf den „Tags“ finden sich Flugzeugtyp, Registrierungsnummer der Maschine, Editionsnummer, Editionsgröße und die Fluglinie, für die der Flieger einst seine Meilen macht,
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

yve Olpe/Köln. Sie sind streng limitiert, mit Seriennummer und detaillierten Flugzeuginformationen versehen, passen in die Hosentasche, verleihen Koffern und Co. unverwechselbaren Charakter: „Aviationtags“. Jeder einzelne „Tag“ hat Tausende Starts und Landungen als Rumpfsegment eines Flugzeugs hinter sich.

Doch was steckt hinter der Bezeichnung? Der englische Begriff Aviation steht für Luftfahrt, „wir übersetzten das Wort aber nicht“, sagt Deike Sunarko. Sie ist PR-Managerin des in Köln ansässigen Unternehmens „bordbar design“. Zur GmbH gehört der Firmenzweig „Aviationtag“, in dem sich alles ums Upcycling dreht, „Tags“ aus authentischer Flugzeughaut entstehen. Das sind kleine Blechschilder, die an Schlüssel oder Gepäck gehängt werden und so dem Besitzer zugeordnet werden können.

yve Olpe/Köln. Sie sind streng limitiert, mit Seriennummer und detaillierten Flugzeuginformationen versehen, passen in die Hosentasche, verleihen Koffern und Co. unverwechselbaren Charakter: „Aviationtags“. Jeder einzelne „Tag“ hat Tausende Starts und Landungen als Rumpfsegment eines Flugzeugs hinter sich.

Doch was steckt hinter der Bezeichnung? Der englische Begriff Aviation steht für Luftfahrt, „wir übersetzten das Wort aber nicht“, sagt Deike Sunarko. Sie ist PR-Managerin des in Köln ansässigen Unternehmens „bordbar design“. Zur GmbH gehört der Firmenzweig „Aviationtag“, in dem sich alles ums Upcycling dreht, „Tags“ aus authentischer Flugzeughaut entstehen. Das sind kleine Blechschilder, die an Schlüssel oder Gepäck gehängt werden und so dem Besitzer zugeordnet werden können. Das Produktmaterial wird auf den Flugzeugfriedhöfen dieser Welt in großen Stücken aus ausgedienten Flugzeugen geschnitten – ob in Tucson, Arizona, der Mojave-Wüste, im Death Valley, Kalifornien oder in Roswell, New Mexico.

Unternehmensgründer Stephan Boltz (r.) mit Tobias Richter (l.), seit 2018 für den Firmenzweig „Aviationtag“ verantwortlich.
  • Unternehmensgründer Stephan Boltz (r.) mit Tobias Richter (l.), seit 2018 für den Firmenzweig „Aviationtag“ verantwortlich.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

Jeder „Tag“ ist ein begehrtes Unikat. Aktuell versteigert das Unternehmen wieder Anhänger für den guten Zweck. Der Erlös der diesjährigen auf Januar verschobenen Weihnachtsaktion komme, so die PR-Managerin, dem Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“ in Olpe zugute. Und das bereits zum vierten Mal. Im Jahr 2020 erzielte die Auktion über 5100 Euro für die Einrichtung am Kimicker Berg. Bei Recherchen sei man auf „Balthasar“ gestoßen, das bundesweit erste Kinderhospiz in Deutschland, 1998 eröffnet und 2009 um das angrenzende Jugendhospiz erweitert.

„Aviationtags“ werden für Kinder- und Jugendhospiz „Balthasar“ versteigert

„Die Versteigerung ist bereits gut angelaufen“, freut sich Deike Sunarko. Die „Aviationtags“ haben sich auf dem Markt für Liebhaberstücke fest etabliert. Flexen, bohren, schneiden und entnieten heißt es seit 2016. In diesem Jahr kamen die ersten „Tags“ auf den Markt – aus der Haut einer Piper „PA 28“. Seither sind weit über 100 000 der geschichtsträchtigen Stücke verschickt worden, und das in weltweit mehr als 120 Länder. Als Rohmaterial dienten schon Airbus-, Boeing-, Douglas- oder Cessna-Modelle. Sogar eine Vickers „VC 10“ der britischen Royal Air Force gesellt sich zu den ausgedienten Flugzeugen. In dieser sind bereits Queen Elizabeth II. und Prinz Philip mitflogen. Nach dem Zerschneiden eines gewaltigen Flugzeugrumpfes werden Einzelteile in die Kölner Manufaktur der Firma „bordbar design“ verschifft, dort in Handarbeit weiterverarbeitet. Die Herkunft des Materials ist bis zur ursprünglichen Auslieferung des Flugzeugs lückenlos nachvollziehbar.

Das Produktmaterial wird auf Flugzeugfriedhöfen aus ausgedienten Flugzeugen geschnitten.
  • Das Produktmaterial wird auf Flugzeugfriedhöfen aus ausgedienten Flugzeugen geschnitten.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

Unternehmensgründer ist Stephan Boltz. Vor 16 Jahren verwirklichte er zunächst seine Idee, ausrangierte Flugzeugtrolleys in funktionale Designmöbel für den Privatgebrauch zu verwandeln. „Die Rollwagen gibt es in verschiedenen Varianten, auch personalisiert“, so Deike Sunarko. 2015 keimte bei Boltz dann der Gedanke auf, Material von stillgelegten Flugzeugen aufzuwerten.
Heute sind die „Aviationtags“ längst nicht mehr nur bei Piloten, Bord- und Bodenpersonal oder Luftfahrtenthusiasten beliebt und teils zu Sammlungen avanciert. Menschen auch ohne besonderen Bezug zur Luftfahrt finden laut dem Kölner Unternehmen Gefallen an den limitierten Anhängern, „einfach weil sie Geschichten aus der Ferne erzählen, zum Träumen einladen und stets daran erinnern, dass das nächste Abenteuer nur ein Flugticket entfernt ist“. Und natürlich könnten die einzigartigen „Tags“ auch helfen, den eigenen Koffer auf dem Gepäckband zu identifizierten.

Die Versteigerung ist bereits gut angelaufen.
Deike Sunarko
PR-Managerin „bordbar design“

Seit 2018 ist Tobias Richter für den Bereich „Aviationtag“ der „bordbar design GmbH“ verantwortlich und damit auch für die Benefizaktion für „Balthasar“. Lisa Vetter, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Olper Kinder- und Jugendhospiz, freut sich über die Unterstützung. „Es ist schön, über Jahre hinweg zusammenzuarbeiten.“ Die regelmäßigen Spenden seien schließlich auch ein Kompliment, „für unsere Einrichtung und unsere Arbeit“. „Und vielleicht gibt es ja auch mal eine ,Balthasar’-Edition, das wäre doch eine gute Idee.“ Lisa Vetter und das gesamte „Balthasar“-Team hoffen nun, dass sich noch viele Menschen an der Versteigerungsaktion beteiligen. „Sie trägt dazu bei, dass Familien auf ihrem schweren Weg nicht alleine sind.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Anzeigen in der Siegener Zeitung
Anzeigen einfach online aufgeben

Egal ob privat oder gewerblich: Mit der Online-Anzeigenannahme der Siegener Zeitung können Kunden ihre Anzeige schnell und unkompliziert über das Internet aufgeben. Die Online-Anzeigenaufgabe bietet ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten und verschiedene Buchungsoptionen. Viele Kategorien und Muster für AnzeigenWählen Sie die gewünschte Kategorie und ein Anzeigenmuster, gestalten Sie Ihre eigene Anzeige und buchen Sie in der gewünschten Rubrik. Als registrierter Benutzer können Sie...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.