SZ

Junger Wendener nach Unfall verurteilt
Dauerarrest und Führerscheinsperre

Der Unfallwagen landete oberhalb der Stützmauer des Wendener Friedhofs. Die Helfer rätselten zunächst, wie das Auto dort hingelangt war.
  • Der Unfallwagen landete oberhalb der Stützmauer des Wendener Friedhofs. Die Helfer rätselten zunächst, wie das Auto dort hingelangt war.
  • Foto: kaio
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Olpe. Ein lauter Knall durchbrach am 3. August vergangenen Jahres die Nacht am östlichen Ortseingang von Wenden. Als aufgeschreckte Anwohner des Stemmicker Wegs nach einem Unfallfahrzeug suchten, sahen sie zunächst nichts – bis eine Frau ein Licht hoch über sich in der Luft blinken sah. Ein Auto war oberhalb der fast drei Meter hohen Friedhof-Stützmauer zum Liegen gekommen – Feuerwehr und Zeugen rätselten lange, wie der Unfallwagen dorthin geraten war, bis sich durch das Spurenbild am nächsten Tag ergab, dass das Auto mit weit überhöhter Geschwindigkeit von der Hauptstraße abgekommen und seitlich förmlich die Mauer hinauf- und über den Sicherungszaun hinwegkatapultiert worden war.

win Olpe. Ein lauter Knall durchbrach am 3. August vergangenen Jahres die Nacht am östlichen Ortseingang von Wenden. Als aufgeschreckte Anwohner des Stemmicker Wegs nach einem Unfallfahrzeug suchten, sahen sie zunächst nichts – bis eine Frau ein Licht hoch über sich in der Luft blinken sah. Ein Auto war oberhalb der fast drei Meter hohen Friedhof-Stützmauer zum Liegen gekommen – Feuerwehr und Zeugen rätselten lange, wie der Unfallwagen dorthin geraten war, bis sich durch das Spurenbild am nächsten Tag ergab, dass das Auto mit weit überhöhter Geschwindigkeit von der Hauptstraße abgekommen und seitlich förmlich die Mauer hinauf- und über den Sicherungszaun hinwegkatapultiert worden war.

Am Dienstag saß ein heute 19-jähriger Wendener auf der Anklagebank vor Jugendrichter Richard Sondermann, ihm wurde das Fahren ohne Fahrerlaubnis, das Fahren ohne Versicherungsschutz und die Verwendung eines falschen Kennzeichens zum Vorwurf gemacht. Und all das nicht zum ersten Mal.

Angeklagter schon zweimal verurteilt

Bereits zweimal hatte ihn das Olper Jugendgericht wegen genau dieser Vorwürfe verurteilt: Obwohl nie im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen, hatte der junge Mann sich ein Auto gekauft, im Internet Nummernschilder mit seinen Initialen bestellt und diese dann am nicht zugelassenen und nicht versicherten Auto angebracht und war damit umhergefahren. Einmal hatte ihm dies eine richterliche Weisung eingebracht, einmal einen dreiwöchigen Dauerarrest und eine zehnmonatige Führerscheinsperre sowie eine Betreuungsweisung. Genützt hatte es offensichtlich nicht viel.

Zwar erklärte der Angeklagte zunächst im Gericht, er habe nur auf dem Beifahrersitz gesessen, ein Freund habe den Unfallwagen gesteuert. Doch zwei Zeugen bewiesen nach Ansicht des Gerichts eindeutig, dass er die Unwahrheit sagte. Der ebenfalls als Zeuge geladene Freund des Angeklagten, der mit einer Rechtsanwältin als Rechtsbeistand erschien, verweigerte die Aussage. Doch ein Anwohner, der nachts zu Hilfe geeilt war, erinnerte sich genau: Er habe, nachdem seine Frau das Auto oberhalb der Stützmauer entdeckt hatte, die beiden jungen Männer angetroffen und sich um sie gekümmert.

Freundin als Belastungszeugin

Nachdem er festgestellt hatte, dass keine Person mehr im Auto war, habe er die beiden unter anderem auch gefragt, wer denn gefahren sei, und der am Dienstag als Zeuge geladene junge Mann habe den Angeklagten genannt, dieser habe daraufhin genickt.

Noch belastender die Aussage einer Freundin des Angeklagten. Diese hatte die dem Unfall vorausgehende Fahrt in ihrem Auto begleitet, ausgehend von einem Treffen mehrerer Bekannter auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Wenden und dem anschließenden Besuch einiger Freundinnen in Heid und dem Weg zurück. Sie erklärte, obwohl in Wenden zunächst der Freund des Angeklagten gefahren sei, habe bei einem der Stopps auf jeden Fall ein Fahrerwechsel stattgefunden, denn sie habe mit Sicherheit auch den Angeklagten auf einer Teilstrecke am Steuer des später verunglückten Audi gesehen.

Mit diesen beiden Aussagen konfrontiert, zuckte der Angeklagte nur die Schultern. Er könne sich an fast nichts aus dieser Nacht erinnern, „nur das, was mir meine Freunde danach erzählt haben“. Er sei mit vier angebrochenen Wirbeln und einem zugeschwollenen Auge im Krankenhaus gelandet und dort erst nach zwei Tagen aufgewacht. Staatsanwältin und Richter glaubten ihm nicht, weil seine Erinnerung doch sehr selektiv ausgeblendet war. Daraufhin kam zögerlich die Antwort, es könne durchaus sein, dass er gefahren sei.

Reifeverzögerung mildert Urteil

Nach dem eindeutigen Hinweis der Jugendgerichtshilfe, dass bei dem jungen Mann eine Reifeverzögerung vorliege und er daher nach Jugendstrafrecht zu verurteilen sei, beantragte die Staatsanwaltschaft einen erneuten dreiwöchigen Jugendarrest und eine Sperre von einem Jahr, vor deren Ablauf der junge Mann keinen Führerschein erwerben darf. Richter Sondermann fragte sicherheitshalber nach dem Verbleib des Audi. Dieser sei in der Schrottpresse gelandet. „Sie haben aber nicht wieder ein Auto gekauft?“, fragte Sondermann skeptisch nach, doch der Angeklagte verneinte.

Angesichts der Tatsache, dass die bisherige Betreuungsweisung nur wenig Erfolg gezeigt hat und der Angeklagte die Sozialstunden aus einem früheren Urteil noch nicht abgeleistet hat, blieb Richter Sondermann nichts übrig, als noch einmal einen dreiwöchigen Arrest zu verhängen. Auch in Sachen Führerscheinsperre folgte er dem Antrag der Staatsanwaltschaft und betonte: „Das hier ist jetzt das letzte Mal. Wenn Sie damit noch einmal auffallen, dann muss von schädlicher Neigung ausgegangen werden, und dann heißt es Jugendstrafe, und die fängt mit mindestens sechs Monaten an.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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