"Biggesang" ist der "Beste Chor im Westen" / Großer Empfang in Elben im Pfarrheim
„Der absolute Wahnsinn!“

Auch die zahlreichen Unterstützer, die im Fanbus nach Köln gereist waren, kehrten zum Feiern ins Pfarrheim ein.
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  • Auch die zahlreichen Unterstützer, die im Fanbus nach Köln gereist waren, kehrten zum Feiern ins Pfarrheim ein.
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yve  Die Emotionen kochten am Freitagabend beim Finale der WDR-Show „Der beste Chor im Westen“ über. Denn die Bekanntgabe des Titelgewinns hätte spannender nicht sein können. Brillierten doch zuvor alle drei Chöre erneut, die von der Jury in die zweite Runde geschickt worden waren. Auf den Chor-Thron brachten die Zuschauer per Anruf oder SMS die Gemischten Stimmen „BIGGEsang“ Olpe – und die Freude der 46 Sängerinnen und Sänger war einfach grenzenlos. Auf Platz zwei schaffte es „Encantada“ aus Neunkirchen, Rang drei erzielte „Cantiamo“ Aachen“.

Große Anerkennung gab es aber für alle fünf Finalisten, darunter gleich drei aus Südwestfalen, neben den Gemischten Stimmen und dem Frauenensemble „Encantada“ aus Neunkirchen auch „LahnVokal“ aus Feudingen. Juror Giovanni Zarella: „Ihr habt uns wunderschöne Momente bereitet und ganz viele Geschenke.“ Für die Mitglieder von „BIGGEsang“ dürfte der Titelgewinn wohl die größte Weihnachtsüberraschung aller Zeiten gewesen sein.

Euphorisch wurden die Gemischten Stimmen nach ihrem grandiosen Erfolg in Köln-Bocklemünd von ihren Fans empfangen. Auch die späte Stunde schreckte die Anhängerschar nicht davon ab, vor dem Pfarrheim in Elben auf den Bus mit den Siegern zu warten, der sich auf der Fahrt von Köln ins „Wendsche“ in eine rollende Partyhochburg verwandelt hatte. Selbst den Bürgermeister der Gemeinde Wenden, Bernd Clemens, und seine Frau Monika zog es noch nach Mitternacht vom heimischen TV-Bildschirm nach Elben, wo der örtliche MGV bereits alle Vorbereitungen für ein gebührendes Fest getroffen hatte. „,BIGGEsang’ hat absolut verdient gewonnen“, lobte Bürgermeister Clemens. „Die Qualität ist einfach außergewöhnlich.“

Völlig „aus dem Häuschen“ war auch Chorleiter Volker Arns, als er das Pfarrheim in seinem Wohnort Elben betrat. Schulterklopfen, Applaus und gewaltiger Zuspruch wurden ihm von allen Seiten zuteil. Mittendrin in der Jubelgemeinde und zu Tränen gerührt war Reinhard Arns, der Vater des Chorleiters. Stolz schloss er seinen Sohn in die Arme, der bereits mit fünf Jahren in einem Chor sang – „und das ganz freiwillig“, wie Reinhard Arns der SZ erzählte. „Er hat einfach Talent.“ So habe er früher auch nicht viel auf dem Klavier üben müssen. „Eine halbe Stunde vor dem Unterricht hat da gereicht“, so der gerührte Vater, selbst aktiver Sänger und das in gleich drei Chören. Die Gratulationen schienen jedenfalls kein Ende zu nehmen. Erst als auf Großleinwand die Wiederholung der finalen Auftritte von „BIGGEsang“ zu sehen waren, kehrte kurzzeitig andächtige Stille ein. Sich erstmalig in der Endausscheidung zu sehen – und das mit dem Titel in der Tasche – ließ viele Augen nicht trocken bleiben. Spürten die Sängerinnen und Sänger doch deutlich, dass sie die Menschen mit ihrem Gesang wahrlich berührt haben müssen.

Zunächst hatten die Gemischten Stimmen „So soll es bleiben“ dargeboten. „Ein sehr schwieriges Stück, vor dem wir großen Respekt hatten“, berichtete Volker Arns im Pfarrheim. Ein Kritikpunkt der Jury um Giovanni Zarella, Beatrice Egli, Jane Comerford und Rolf Schmitz-Malburg nach der ersten Runde habe zwischenzeitlich die Hoffnung schwinden lassen, in Runde zwei das Weihnachtslied singen zu können. „Ich dachte mir, jetzt wird es eng.“ Zumal alle Finalisten „richtig, richtig gut“ gewesen seien. Letztlich bewertet worden von der Jury sei laut Arns dann aber die Leistung seines Chores im gesamten Wettbewerb.

Denn schon im Vorentscheid hatte „BIGGEsang“ mit „What A Feeling“ überzeugt. Im Halbfinale lieferte der Chor mit dem Song „In einem kühlen Grunde“ eine gesangliche Höchstleistung ab. Überwältigender Beifall dann für das Weihnachtslied „Wenn du daran glaubst“. „Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Lied präsentieren durften“, sagte Volker Arns. „Das Stück ist uns einfach auf den Leib geschnitten.“ Aus den Reihen der Fans war zu hören, dass es wohl auch eben diese Stückauswahl war, die „BIGGEsang“ zum Siegerchor gemacht hat. Nicht zu vergessen aber die Tatsache, dass die Gemischten Stimmen auf eine breite Unterstützung setzen konnten – „einfach alle haben uns supportet“, so Arns. „Darüber sind wir mehr als glücklich. Und jetzt noch der Sieg – das sprengt alles. Das ist der absolute Wahnsinn!“

Insgesamt waren 20 Chöre unterschiedlicher Genres mit über 700 Sängerinnen und Sängern bei dem Wettbewerb angetreten. Mehr als 200 hatten sich beworben. Stolz sein kann die Formation aus dem Raum Olpe und Wenden also zu Recht. Und in der Nacht zum Samstag stand für „BIGGEsang“ dann nur noch eins im Vordergrund: Feiern!

Seit gestern werden die Stimmen geschont, und den Familien und Freunden wird mehr Zeit geschenkt. Dass sie von ihren Frauen oft alleine gelassen wurden und aufgrund der kommenden Proben auch wieder werden, sehen zumindest Klaus Kinkel, Michael de Ryck, Ansgar Clemens, Peter Huckestein, Rafael Bock und Timo Hunold mit Humor. Schon vor Jahren gründeten sie eine „Selbsthilfegruppe“. Diese führt sie jedoch nicht in einen Sitzkreis, sondern auf gemeinsame Dreitagestouren. Und sie seien noch lange nicht austherapiert, erzählten die Männer schmunzelnd bei der Siegesfeier. Insgeheim nämlich die größten Fans ihrer Frauen, „hoffen wir, dass sie bald auf Welttournee gehen“.

Doch zunächst steht für „BIGGEsang“ ein gemeinsamer Auftritt mit dem WDR-Rundfunkchor auf der Agenda. Dieses Konzert, dass in heimatlichen Gefilden von „BIGGEsang“ ausgerichtet werden wird, zählt neben dem Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro zum Gewinn. In die Vereinskasse der Gemischten Stimmen fließt bekanntlich nicht alles, da die Sängerinnen und Sänger die Initiative „Sternenlicht“ von Thorsten Voß aus Rothemühle unterstützen möchten, der an der Nervenkrankheit ALS erkrankt ist.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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