LANUV bestätigt Nachweis durch eindeutige DNA
Der Wolf nun auch im Kreis Olpe

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat bestätigt, dass im Mai ein Reh beim Gerlinger Sportplatz von einem Wolf gerissen worden ist. Damit ist „Isegrim“ im Kreis Olpe angekommen.
  • Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat bestätigt, dass im Mai ein Reh beim Gerlinger Sportplatz von einem Wolf gerissen worden ist. Damit ist „Isegrim“ im Kreis Olpe angekommen.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

sz/soph Gerlingen/Dahl. Bisher gab es lediglich Vermutungen über seine Rückkehr nach langer, langer Zeit – jetzt ist es amtlich: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat den Nachweis eines Wolfes im Kreis Olpe bestätigt. Anhand einer Speichelprobe konnte durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen Wolfs-DNA an einem toten Reh nachgewiesen werden. Die Ricke war am Morgen des 11. Mai zwischen Dahl und Gerlingen, rund 500 Meter vom Gerlinger Sportplatz entfernt, gefunden worden.

Nachweis erster Klasse

Der Nachweis per DNA-Test ist der Kategorie „C1 – eindeutiger Nachweis“ zuzuordnen. Ein Nachweis erster Klasse sozusagen, wie Karl-Josef Fischer im Gespräch mit der SZ erklärte. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Kurköln Olpe erläuterte weiter, dass man im Falle der toten Ricke beim Sportplatz zunächst eher von einem Hund als Täter ausgegangen sei. Da die Tiere im Mai ihre Jungen bekommen, sind sie hochträchtig und daher sehr viel langsamer als sonst. Dann kann auch ein größerer Hund gefährlich werden, der sonst eigentlich zu langsam für ein gesundes, ausgewachsenes Reh ist. Das Reh sei auch an den Hinterläufen gepackt und anschließend gerissen worden. „Das ist untypisch für einen Wolf, der schneller und kräftiger als ein Hund ist und daher neben das Reh läuft und es an der Kehle packt.“ Ein totes Kitz lag wenige Meter entfernt, da es sich meistens um zwei Jungtiere handelt, könnte der Wolf das andere mitgenommen haben, so Fischers Vermutung.

Einzelnes Tier auf Wanderschaft ist wahrscheinlich

Über die Identität und Herkunft sowie das Geschlecht des nachgewiesenen Wolfes liegen keine Informationen vor, teilte das LANUV weiter mit. Und auch darüber, wo der Wolf sich mittlerweile aufhält bzw. wohin ihn seine Wanderung geführt hat, kann nur spekuliert werden. „Das kann man erst feststellen, wenn die DNA des Tieres wieder irgendwo gefunden wird“, so Karl-Josef Fischer, der sich allerdings sehr sicher ist, „dass niemand Angst haben muss, dass der Wolf jetzt neben dem Gerlinger Sportplatz lebt“. Er geht eher von einem einzelnen Tier auf Wanderschaft aus: Eine Wolfsfamilie, das sogenannte „Rudel“, besteht aus dem Elternpaar und den Welpen aus zwei Jahren. Die Welpen werden im Frühling geboren (daher beginnt das „Wolfsjahr“ im Mai). Im dritten Jahr geht es auf Wanderschaft, um irgendwo selbst ein Revier zu besetzen und eine Familie zu gründen. Das sind dann die Wölfe, die im Frühjahr in Erscheinung treten.
Hätte sich der Wolf im Kreis Olpe niedergelassen, der übrigens in etwa so groß ist wie die Fläche, die ein ganzes Rudel braucht, dann hätte man etwas davon mitbekommen, so Fischer. „Wir haben viele Damwild- und Schafbesitzer im Kreis, da hätte es schon Probleme gegeben.“

Gemeinde Wenden gehört zur Pufferzone 

Der LANUV hatte in seiner Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass in Nordrhein-Westfalen auf der gesamten Landesfläche Haustierrisse, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, zu 100 Prozent entschädigt werden. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden auch Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Die Gemeinde Wenden ist die einzige, erläuterte Karl-Josef Fischer, die im Kreis Olpe seit April komplett in einer solchen Pufferzone liegt – nämlich der des Wolfsgebiets am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf bei Emmerzhausen. Ein Wolfsgebiet wird dann ausgewiesen, wenn derselbe Wolf mehrfach innerhalb eines halben Jahres nachgewiesen werden kann.

Informationen im Internet

Informationen zu den insgesamt möglichen Förderhöhen für Präventionsmaßnahmen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Weitere Informationen und Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen sind zu finden auf www.wolf.nrw. Eine aktuelle Übersicht über die Wolfsvorkommen und Nachweise von Wolfsrudeln in Deutschland bietet die Dokumentations- und Beratungsstelle zum Thema Wolf des Bundes auf www.dbb-wolf.de.

Ruhe bewahren!

Wölfe meiden in der Regel die Nähe des Menschen, Begegnungen sind aber möglich. Angriffe von gesunden freilebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland sind nicht dokumentiert, weshalb die Sichtung eines Wolfes nicht gleich ein Grund zur Beunruhigung ist. Folgendes Verhalten wird von Fachleuten empfohlen: nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern, nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis der Wolf sich zurückzieht, wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam rückwärts gehen, man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken).
Jede Sichtung sollte dem Landesumweltamt (LANUV NRW) mitgeteilt werden.

Autor:

Katja Fünfsinn (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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