Dicke »Weißwurst« auf historischer Bruchsteinmauer

Rund 100 Jahre altes Bauwerk drohte umzustürzen

win Olpe. Eine Besonderheit der Stadt Olpe sind ihre »Schlüppen« – enge, nur in Ausnahmefällen von Autofahrern nutzbare Wege und Sträßchen, die sich kreuz und quer durch das Stadtgebiet ziehen und manchen Weg verkürzen, quasi legale Schleichpfade. Die größte davon, die »Weite Schlüppe«, wird auf fast ihrer gesamten Länge von einer uralten Bruchsteinmauer begrenzt, die einst die Gärten der Villen abschloss, die früher die Winterbergstraße säumten. Eine einzige dieser Villen ist noch erhalten. Dort, wo früher die Stadtbücherei provisorisch in einer heruntergekommenen einstigen Prunkbau untergebracht war, steht heute die AOK.

Hier waren kürzlich Bauarbeiter am Werk, um die marode Mauer zu sanieren. Das Ergebnis führt dazu, dass mancher Passant stehenbleibt, stutzt und den Kopf schüttelt. Die Mauer wurde stabilisiert, dabei haben die Bauarbeiter aber auch die Höhe verringert und das fertige Bauwerk mit einem dicken, grauen Betonwulst überzogen. »Das sieht aus wie eine Weißwurst«, drückte es ein Passant wenig schmeichelhaft aus.

Martin Hupertz von der AOK erklärte auf Anfrage der SZ, dass das Bauwerk in seiner Standsicherheit gefährdet gewesen sei. »Noch ein Frost, und es wäre unter Umständen auf die Straße gestürzt.« Die AOK habe im Gespräch mit der Stadt Olpe und der Denkmalbehörde entschieden, dass das Bauwerk erhalten bleiben soll. »Wir hätten es auch abreißen und durch eine Betonmauer ersetzen können«, so Hupertz: 1984, beim Neubau der AOK, habe das Denkmalamt die rund 100 Jahre alte Mauer überprüft und für nicht schützenswert befunden.

Als Kompromiss sei der obere, besonders instabile Teil der Mauer abgetragen worden. Die neue Kappe aus Beton sei nötig, um zu verhindern, dass weiterhin Wasser in das Gemäuer eindringe und es weiter zerstöre. Allerdings, so Hupertz, werde die Abdeckung noch »farblich angepasst«, wenn der Beton ausgehärtet sei.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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