„Wir werden kleiner, weniger und materiell ärmer werden“
Die Kirche muss "nach draußen" gehen

Monsignore Dr. Michael Bredeck, derzeit verantwortlich für die Bistumsentwicklung und künftiger Leiter des Bereichs Pastorale Dienste des Erzbistums.
  • Monsignore Dr. Michael Bredeck, derzeit verantwortlich für die Bistumsentwicklung und künftiger Leiter des Bereichs Pastorale Dienste des Erzbistums.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Paderborn/Olpe. Der Verantwortliche für die Bistumsentwicklung im Erzbistum Paderborn, Monsignore Dr. Michael Bredeck, hat in einem Interview das Zielbild für den „Diözesanen Weg 2030+“ angekündigt. Dieses wird derzeit unter Mitwirkung vieler Menschen im Erzbistum erarbeitet und soll im Oktober vorgestellt werden. Angesichts der massiven Veränderungen, die in den nächsten Jahren auf die Kirche zukommen, spricht sich der Leiter des Bereiches Entwicklung und Kommunikation im Erzbischöflichen Generalvikariat für eine „pastorale Umkehr“ unter dem Leitkriterium der Evangelisierung aus: „Je weniger Menschen von sich aus die Kirche aufsuchen, umso mehr müssen wir bereit und fähig sein, den Kontakt außerhalb unserer gewohnten Möglichkeiten zu suchen“, sagte Msgr. Dr. Bredeck.

Auf Veränderungen vorbereiten

Der neue Abschnitt der Bistumsentwicklung im Erzbistum Paderborn, der beim Diözesantag im November 2020 begonnen wurde, hat das Ziel, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen: „Es ist kein Geheimnis, dass erhebliche Veränderungen kommen werden. Dass viele, die heute ehrenamtlich oder hauptberuflich Verantwortung tragen, dann in Ruhestand gehen oder kürzer treten. Es bleiben uns ein paar Jahre, die wir zur Vorbereitung nutzen können, um auf diese erheblichen Veränderungen einigermaßen vorbereitet zu sein“, beschrieb Bredeck die Herausforderung in einem Interview auf dem Mitarbeiterportal wir-erzbistum-paderborn.de.

Kirche muss "nach draußen" gehen

Christen und die katholische Kirche im Erzbistum Paderborn würden im Jahr 2030 eine gesellschaftliche Minderheit sein: „Wir werden kleiner, weniger und materiell ärmer werden“, prognostizierte Dr. Bredeck. Als „kreative Minderheit“ müsse die Kirche verstärkt „nach draußen“ gehen, damit das Evangelium im Leben von Menschen überhaupt als Option vorkommen könne. Es fehlt seiner Einschätzung nach jedoch weitgehend noch an der Einsicht, dass dafür „wirklich eine fundamentale ‚pastorale Umkehr‘ notwendig ist“.

Themen für die Entwicklung des Bistums

Wie kann diese konkret passieren? Beim Diözesantag im November wurden fünf Schlüsselthemen für die künftige Bistumsentwicklung vorgestellt: „Engagement fördern“, „Pastorale Räume weiter denken“, „Liturgie und Sakramente feiern“, „Leitung wahrnehmen“ und „Für Menschen da sein“. „Die Themen sind bereits im Zukunftsbild des Erzbistums grundgelegt“, macht Msgr. Dr. Bredeck deutlich. „Ihre Bedeutung ist in den letzten Jahren viel stärker geworden, zum Beispiel die grundlegende Option für die Evangelisierung durch Mission und Diakonie, das Bemühen um ein wirklich geschwisterliches Miteinander von Priestern und Laien, von Haupt- und Ehrenamtlichen, von Männern und Frauen.“ Es sei deutlich geworden, in welche Richtung sich die Kirche durch konsequente Arbeit an diesen Schlüsselthemen verändern könne, wo aber auch Widerstände und Einsprüche liegen. „Je mehr Menschen im Haupt- und Ehrenamt sich intensiv mit diesen Themen beschäftigen, desto leichter wird der Weg in die herausfordernde Zukunft“, ist sich Dr. Bredeck sicher.

Monsignore Dr. Michael Bredeck übernimmt

Um das Zielbild weiterzutragen, wird sich die Bistumsleitung im nächsten Jahr auf den Weg quer durchs Bistum machen, um vor Ort mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Denn darum muss es ja gehen: um die Stärkung des Glaubenslebens vor Ort, um eine möglichst anziehende Art, den Glauben an Jesus Christus zu leben und ihn einladend anzubieten“, so Dr. Bredeck.
Daran wird der bisherige Bistumsentwickler bald in neuer Funktion mitwirken: Am 1. April übernimmt Msgr. Dr. Michael Bredeck im Generalvikariat die Leitung des Bereichs Pastorale Dienste. Er sei zum Teil gewarnt worden, diese neue Aufgabe in der augenblicklichen bedrückenden Lage der Kirche anzunehmen, sagt der Geistliche: „Aber ich bin davon überzeugt, dass christlicher Glaube und katholische Kirche Zukunft haben.“
Das vollständige Interview kann im Internet auf https://kurzelinks.de/sgqr abgerufen werden.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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