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Die meisten wollen wieder – Hundt nicht

Frank Beckehoff (CDU), Landrat des Kreises Olpe.
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hobö ■ Nachdem der Attendorner Bürgermeister, Christian Pospischil (SPD), am Wochenende verkündet hat, bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 für eine Wiederwahl kandidieren zu wollen, stellt sich nahezu selbstverständlich die Frage, wie sich Landrat Frank Beckehoff sowie die Verwaltungschefs in den anderen sechs Rathäusern im Kreis Olpe positionieren. Vorweg: Stefan Hundt (CDU), Bürgermeister der Stadt Lennestadt verkündete in der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend unter dem Punkt „Information“ an, dass er nicht erneut kandidieren möchte.

Die SZ startete ihre Umfrage nicht bei einem der Bürgermeister, sondern bei Frank Beckehoff (CDU).

hobö  Nachdem der Attendorner Bürgermeister, Christian Pospischil (SPD), am Wochenende verkündet hat, bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 für eine Wiederwahl kandidieren zu wollen, stellt sich nahezu selbstverständlich die Frage, wie sich Landrat Frank Beckehoff sowie die Verwaltungschefs in den anderen sechs Rathäusern im Kreis Olpe positionieren. Vorweg: Stefan Hundt (CDU), Bürgermeister der Stadt Lennestadt verkündete in der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend unter dem Punkt „Information“ an, dass er nicht erneut kandidieren möchte.

Die SZ startete ihre Umfrage nicht bei einem der Bürgermeister, sondern bei Frank Beckehoff (CDU). Bereits seit 1999 ist er hauptamtlicher Landrat des Kreises Olpe und gewann die vier bisherigen Wahlen stets mit riesengroßem Abstand vor den jeweiligen Gegenkandidaten (zuletzt 2014 mit 68,7 Prozent). Zuvor war er – bis zur Auflösung der sogenannten Doppelspitze in NRW – bereits vier Jahre Oberkreisdirektor des Kreises Olpe und wiederum fünf Jahre zuvor Stadtdirektor von Attendorn. Nun wird allerorten gemutmaßt, ob der 65-jährige Jurist für eine erneute Amtszeit als Chef der Olper Kreisverwaltung zur Verfügung steht. Doch diesbezüglich will sich Frank Beckehoff noch nicht öffentlich festlegen. „Ich werde mit zu gegebener Zeit äußern. Ich möchte das nicht auf diesem Wege tun und bitte dafür um Verständnis“, erklärte der Landrat im Telefongespräch mit der SZ. In einem persönlichen Gespräch einen Tag später kündigte Beckehoff an, seine Entscheidung bis zum Jahresende bekannt zu geben.

Eine klare Aussage gab es derweil im Wendener Rathaus. „Daraus brauche ich kein Geheimnis zu machen, natürlich will ich wieder antreten“, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde, Bernd Clemens. Der heute 52-Jährige war bekanntlich als Kandidat der CDU im September 2015 mit triumphaler Mehrheit (71,2 Prozent) erstmalig zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt worden. Clemens: „Daher würde ich mich freuen, wenn mich die CDU wieder als Bürgermeister-Kandidat aufstellen würde.“

In dieselbe Richtung zielt die Antwort von Uli Berghof, dem Bürgermeister der Stadt Drolshagen. Der 50-Jährige wurde ebenfalls als Kandidat der CDU im September 2015 erstmals zum hauptamtlichen Bürgermeister der Rosestadt gewählt (erster Wahlgang 47 Prozent; Stichwahl 62,5 Prozent) – und strebt nun eine Wiederwahl im nächsten Jahr an. Gegenüber der SZ betonte Berghof: „Ich darf seit vier Jahren Bürgermeister hier in Drolshagen sein, und vieles ist gut gelaufen. Ich würde mich daher freuen, wenn es weitergeht und ich noch weitere Spuren hinterlassen darf.“

Auch Peter Weber, der Bürgermeister der Kreisstadt Olpe, möchte sein Amt nach der Kommunalwahl 2020 weiter ausüben. „Ich würde mich freuen, wenn ich wieder aufgestellt und gewählt würde – und somit weitermachen dürfte“, erklärte der 50-Jährige. Weber war im September 2015 erstmals als Bürgermeister-Kandidat der CDU angetreten und wurde von den Olper Bürgern direkt ins Amt gewählt (61,4 Prozent).

Während Berghof, Clemens und Weber aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Unterstützung der CDU-Mitglieder für eine erneute Spitzenkandidatur rechnen dürfen, ist die Lage in der Gemeinde Kirchhundem weitaus diffiziler. Hier war ohnehin der CDU-Spitzenkandidat, Tobias Middelhoff, in der Bürgermeister-Stichwahl 2014 mit 45,5 Prozent dem parteilosen Kandidaten Andreas Reinéry (54,5 Prozent) unterlegen. Reinéry war damals von SPD, Grünen und UK unterstützt worden. Auf die Frage der SZ, ob er sich eine erneute Kandidatur vorstellen könne, antwortet Reinéry: „Ich bin immer lustig drauf. Deshalb sage ich: Ja, ich trete nochmal an, wenn denn die CDU mich nochmal nominiert.“ Diese spitzzüngige Formulierung darf dann eher als Seitenhieb auf die Christdemokraten angesehen werden, mit denen der Kirchhundemer Bürgermeister des Öfteren im Clinch liegt. Ernsthaft betonte er sodann, dass „ich immer gesagt habe, ich äußere mich nicht vor Ende des Jahres in dieser Sache“. Und abschließend erklärte Reinéry: „Ich kann auf gute fünf Jahre zurückblicken. Die Lust verloren habe ich mitnichten.“

Keine Stellung bezogen Dietmar Heß (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Finnentrop, und zunächst auch nicht Stefan Hundt (CDU), Bürgermeister der Stadt Lennestadt. Trotz täglicher telefonischer Anfragen war tagelang keine Stellungnahme der beiden Bürgermeister zu erhalten. Besprechungen und Außentermine wurden als Begründung in den Sekretariaten genannt. Die Bitten um Rückruf wurden nicht erfüllt.

Stefan Hundt beendete dann am Mittwochabend sein Schweigen – in der Sitzung des Lennestädter Stadtrates. Hier erklärte der heute 61-jährige Hundt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen werde. Der CDU-Politiker wurde 2009 erstmals zum hauptamtlichen Bürgermeister von Lennestadt gewählt, 2014 erfolgte seine Wiederwahl mit 67,9 Prozent der Stimmen.

Dietmar Heß ist der dienstälteste Verwaltungschef im Kreis Olpe. Von 1989 bis 1997 stand er der Finnentroper Gemeindeverwaltung als Gemeindedirektor vor und ist nach der Abschaffung der kommunalen Doppelspitze seit 1997 hauptamtlicher Bürgermeister. Im September 2015 erhielt er 62,4 Prozent der Wählerstimmen. Bei der Wahl 2020 wäre er 65 Jahre alt.

Christian Pospischil, der – wie eingangs erwähnt – als erster Bürgermeister im Kreis Olpe ankündigte, erneut zur Wahl zu stehen, gelang 2014 eine faustdicke Überraschung. Als erstmaliger Bürgermeister-Kandidat heimste der SPD-Politiker 57,9 Prozent der Wählerstimmen ein und sorgte damit für die seinerzeit als sensationell eingestufte Abwahl von Amtsinhaber Wolfgang Hilleke (parteilos).

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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