»Doof Nuß« begeisterte Olper Jecken

Tolles Programm beim Sitzungsball der Kolpingfamilie / Lachmuskeln strapaziert

rudi Olpe. Die Olper Kolpingfamilie hatte wieder tief in die Trickkiste gegriffen und ein heiter-buntes Programm auf die Beine gestellt, das sie am Samstagabend beim traditionellen Sitzungsball in die Olper Stadthalle präsentierte. Vor allem Robert Quast alias »Doof Nuß« sollte dabei wieder die närrischen Herzen begeistern. Kaum einer versteht es so gut, die Lachmuskeln des Publikums zu strapazieren – das zeigte sich am Samstag einmal mehr.

Selbst vor dem ansonsten im Olper Karneval unangetasteten Pastor Karl-Wolfgang Müller machte das lustige Eigengewächs nicht halt. Ein kleiner Schwank aus dem Beichtstuhl sollte der Geistlichkeit Jecken-Charakter verleihen, als Müller der »Doof Nuß« im vertraulichen Gespräch Tipps zum Diebstahl gibt. Natürlich wussten die Olper um den Wahrheitsgehalt dieser Anekdote – immerhin ist Quast seit 40 Jahren im Karneval aktiv und berüchtigt für seine ironische und »dulle« Art.

Genau diese macht den Unterhaltungskünstler jedoch aus – wie die rund 300 Gäste vom ersten Moment an merken sollten: Mit halb geschlossenen Augen wankte die »Doof Nuß« in »voller Montur« zur Bühne, um sich von Sitzungspräsident Joachim Rödder und der grölenden Menge feiern zu lassen. Doch Robert Quast hatte sich auch in diesem Jahr wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um seiner Rede aus der Bütt das »Sahnehäubchen« aufzusetzen. Am Xylophon bewies er sich als absolute Stimmungskanone, denn – wie konnte es anders sein – auch als Musiker im schicken Frack kam das närrische Frohgemüt wieder durch. So begann die Xylophon-Musik bereits zu spielen, als Quast die Hände noch zum begrüßenden Winken in der Luft hielt. Und auch während des Playback-Konzertes konnte die »Doof Nuß« ihre ausfallende Mimik einfach nicht zügeln.

Tosender Applaus bestärkte Präsident Heribert Burghaus und den Elferrat der Kolpingfamilie, diesen Stimmungsgaranten auch in den kommenden Jahren nicht missen zu wollen. Neben dem närrischen Orden wurde Quast deshalb für seine 40-jährige Aktivität mit einer Urkunde bedacht. Ohne Urkunde, aber mit kaum weniger Applaus verließen Thomas Feldmann und Wolfgang Hesse die Bühne, nachdem sie sich als »Zwei Bundesdeutsche« über die Schlagzeilen des zurückliegenden Jahres ausgelassen hatten. »Was war das ein beschissenes Jahr«, lautete das eindeutige Votum der Beiden.

Und dieses sollte gut begründet sein, wie sie in den folgenden Minuten demonstrierten. Nicht nur Prominente wie Uschi Glas, Boris Becker und Olli Kahn sollten dabei das Nachsehen haben, vor allem die Politiker mit ihren Lastern und Ticks wurden dabei mächtig aufs Korn genommen. »Nur die Saudis machen Geschäfte mit Kamelen«, hieß es da etwa in Bezug auf Möllemanns Treiben im arabischen Raum. Und auch die Kürzungen im Gesundheitsbereich fanden in der Rede der »Bundesdeutschen« genügend Platz: »Die ersten Apotheker hat man schon in der Frankfurter Straße vor dem evangelischen Gemeindehaus gesehen – bei der Lebensmittelausgabe für Bedürftige.« Und damit war man auch schon bei den kommunalpolitischen Themen angekommen, die bekanntlich immer besonders gut zu parodieren sind. Neben der »Bäderreise« wurde dabei auch das Olper Rathaus wieder ausgiebig durch den Kakao gezogen. Bürgermeister Horst Müller, wie auch Landrat Frank Beckehoff dürften nicht schlecht gestaunt haben, welche »Terroristen« sich in ihrem Hause »eingenistet« haben. Die Liste der »Bundesdeutschen« zumindest hatte schon eine Vielzahl ausfindig gemacht – von »Bin-Müde« bis zu »Bin-Spät-Dran«. Nur »Bin-Arbeiten« habe man bisher noch nicht finden können.

Dieser schien sich derweil in die Stadthalle eingeschlichen zu haben und begleitete vor allem die Garden auf Schritt und Tritt. So zum Beispiel die »Tanzsternchen«, die sich zu »Stand up for the Champions« ein Stelldichein gaben. Neben dem Auftritt der Prinzengarde standen natürlich die Solotänze von Funkenmariechen Sarah Merten und Kinderfunkenmariechen Franziska Imhäuser im Vordergrund. Doch aus dem Attendorner Raum hatte man sich Verstärkung geholt. Die Prinzengarde sowie das Prinzenballett aus Neu-Listernohl schwangen wieder das Tanzbein.

Für beste Unterhaltung sorgten außerdem Marion und Barthel Müller, die als »Ehepaar« aus dem Nähkästchen plauderten, bevor Bertold Brüser als »Joe Pieper« zum Mikrofon griff. Zu der Musik der Tanzkapelle »Black/White« aus Köln sowie dem Gesang der »Lustigen Panneklöpper« schunkelten und feierten die Olper Jecken bis in die späten Abendstunden. Prinz RolfI. (Römhild) erwies sich dabei als würdiges Oberhaupt und machte seinen Untertanen voller Elan vor, was es heißt, ein Jeck zu sein.

Auf dieses Flair kann sich auch das Personal des Olper Hospitals schon freuen. Nachdem der 25-jährige Jubelprinz der Kolpingfamilie nach einem Unfall dort stationiert ist, werden Präsident, Prinz und Elferrat die vorgesehene Ehrung von Michael I. (Muckenhaupt) in den Räumen des Krankenhauses nachholen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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