SZ

Urteil vor dem Amtsgericht Olpe
Ebay-Betrug: Mann muss ins Gefängnis

Ein 39 Jahre alter Mann aus Drolshagen hat über Ebay vorzugsweise Mobiltelefone angeboten, das Geld kassiert – es dabei allerdings bewenden lassen.
  • Ein 39 Jahre alter Mann aus Drolshagen hat über Ebay vorzugsweise Mobiltelefone angeboten, das Geld kassiert – es dabei allerdings bewenden lassen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Es ist inzwischen eine extrem beliebte „Masche“, um kurzfristig an Geld zu kommen: Immer wieder stehen Menschen vor Gericht, weil sie Waren bei Ebay an den Mann oder die Frau gebracht haben – eigentlich nicht verwerflich, außer, wie auch diesmal wieder: Die Anbieter besitzen die Waren gar nicht. Oder aber sie besitzen sie, verschicken sie aber nicht. So hatte es der 39-jährige Mann aus Drolshagen achtmal getan, der am Montag auf der Anklagebank im Olper Amtsgericht saß: Auf dem Kleinanzeigenportal der Internet-Handelsplattform Ebay hatte er vorzugsweise Mobiltelefone, in einem Fall auch einen Kühlschrank feilgeboten, die entsprechende Summe kassiert und es dann damit bewenden lassen.

win Olpe. Es ist inzwischen eine extrem beliebte „Masche“, um kurzfristig an Geld zu kommen: Immer wieder stehen Menschen vor Gericht, weil sie Waren bei Ebay an den Mann oder die Frau gebracht haben – eigentlich nicht verwerflich, außer, wie auch diesmal wieder: Die Anbieter besitzen die Waren gar nicht. Oder aber sie besitzen sie, verschicken sie aber nicht. So hatte es der 39-jährige Mann aus Drolshagen achtmal getan, der am Montag auf der Anklagebank im Olper Amtsgericht saß: Auf dem Kleinanzeigenportal der Internet-Handelsplattform Ebay hatte er vorzugsweise Mobiltelefone, in einem Fall auch einen Kühlschrank feilgeboten, die entsprechende Summe kassiert und es dann damit bewenden lassen.

39-Jähriger aus Drolshagen vielfach vorbestraft

Aus Tätersicht der Haken an der Sache ist, dass diese Vorgehensweise stets, wenn auch oft erschreckend spät, auffliegt. Und deshalb hatte sich der Mann am Montag vor Amtsrichterin Nicole Höhmann zu verantworten. Oberamtsanwalt Markus Urner verlas die Anklageschrift mit den Taten, die sich im Juli 2020 zugetragen hatten. Dazu kam ein weiterer Fall, der aus dem Rahmen fiel: Hier sollte der Angeklagte ein Pedelec verkauft haben, das ihm gar nicht gehörte. Doch dem widersprach der 39-Jährige: Pro forma habe dieses Rad tatsächlich einem Kollegen gehört. Dieser habe es via Firmen-Leasing bezahlt, aber von Anfang an sei klar gewesen, dass es eigentlich das Rad des Angeklagten sei.
Er selbst habe damals nur einen Zeitvertrag gehabt und deshalb das Leasing nicht nutzen können. Er habe aber alle Kosten getragen und das Rad vom ersten Tag an auch genutzt und alle Papiere und das Zubehör besessen. Das Gericht glaubte ihm und stellte diesen Anklagevorwurf ein.

Da allerdings elf Vorstrafen im Bundeszentralregister stehen, zehn davon wegen betrügerischer Taten, und der Angeklagte zudem unter laufender Bewährung gehandelt hatte – das Amtsgericht Meinerzhagen hatte ihn im November zu einem Jahr und zwei Monaten Haft zur Bewährung verurteilt – , blieb Urner nichts anderes übrig, als eine Haftstrafe ohne Bewährung zu beantragen. Zwei Jahre seien angemessen, fand der Oberamtsanwalt, würdigend, dass der Angeklagte von Anfang an geständig war und somit dem Gericht das Laden von Zeugen aus ganz Deutschland erspart hatte. Auch hatte der Mann in einem Fall 200 Euro an einen Käufer zurückerstattet und erklärte, er hoffe auf eine Haft im offenen Vollzug, um Geld für die übrige Schadenswiedergutmachung verdienen zu können.

Angeklagter finanzierte mit Betrug seine Drogensucht

Urner erklärte, er glaube dem 39-Jährigen, dass dieser nun einen Schlussstrich ziehen wolle: Der Mann hatte erklärt, mit den „Luftverkäufen“ seine Amphetaminsucht finanziert zu haben und dieses Problem nun im Gefängnis angegangen zu sein: Er sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft. „Ich wollte auch schon eine Therapie beginnen, aber das geht derzeit wegen Corona nicht.“ Der Pflichtverteidiger schloss sich dieser Forderung an, die „mit Augenmaß“ formuliert worden sei, und somit folgte dann auch Richterin Höhmann in ihrem Urteil dem Plädoyer Urners.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen