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Bagger kommt nach 200 Jahren
Ehemaliger Gasthof Richard Kemper in Olpe wird abgerissen

Die Frontansicht des ehemaligen Gasthofs Richard Kemper, in Olpe immer noch als „Tante Käthe“ bekannt, schmeichelt dem Zustand noch.
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  • Die Frontansicht des ehemaligen Gasthofs Richard Kemper, in Olpe immer noch als „Tante Käthe“ bekannt, schmeichelt dem Zustand noch.
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win Olpe. Das genaue Baujahr ist unbekannt. Aus der Bauakte bei der Stadtverwaltung indes geht hervor, dass der ehemalige Gasthof Richard Kemper vor 1831 gebaut worden ist – und definitiv nach 1795, denn in diesem Jahr fand der große Stadtbrand statt, der für den geplanten Neuaufbau der Olper Innenstadt sorgte. Rund 200 Jahre ist das mit Schiefer verkleidete einstige Gasthaus an der Westfälischen Straße somit alt – und sein Ende ist besiegelt. Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Bauausschusses in der nächsten Sitzung per Vorlage mitteilt, wird das Gebäude, das im Gebiet der kürzlich erweiterten Denkmalbereichssatzung liegt, einem Neubau weichen.

win Olpe. Das genaue Baujahr ist unbekannt. Aus der Bauakte bei der Stadtverwaltung indes geht hervor, dass der ehemalige Gasthof Richard Kemper vor 1831 gebaut worden ist – und definitiv nach 1795, denn in diesem Jahr fand der große Stadtbrand statt, der für den geplanten Neuaufbau der Olper Innenstadt sorgte. Rund 200 Jahre ist das mit Schiefer verkleidete einstige Gasthaus an der Westfälischen Straße somit alt – und sein Ende ist besiegelt. Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Bauausschusses in der nächsten Sitzung per Vorlage mitteilt, wird das Gebäude, das im Gebiet der kürzlich erweiterten Denkmalbereichssatzung liegt, einem Neubau weichen.

Ehemaliger Gasthof Richard Kemper in Olpe in keinem guten Zustand

Wie Thomas Meinerzhagen, bei der Stadtverwaltung für Denkmalangelegenheiten zuständig, auf Anfrage der SZ mitteilte, sei das Gebäude an sich erhaltenswert, da es ein ursprünglicher Bestandteil des Denkmalbereichs sei. Doch sei der Zustand des Gebäudes so schlecht, dass ein Erhalt für den Eigentümer nicht zumutbar sei.
Der ursprüngliche Hausname ist „Werth“. 1941 wurde die Fassade erneuert, 1951 erfolgte ein Umbau. Prägend für den einstigen Gasthof war der unmittelbar neben dem Eingang befindliche kleine, aber idyllische Biergarten mit einem schützenden Baum.

Ein Blick von der Rückseite offenbart den maroden Zustand des rund 200 Jahre alten Fachwerkhauses, das von einigen jüngeren Anbauten ergänzt wird.
  • Ein Blick von der Rückseite offenbart den maroden Zustand des rund 200 Jahre alten Fachwerkhauses, das von einigen jüngeren Anbauten ergänzt wird.
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In Olpe hat sich lange ein anderer Name für das Haus durchgesetzt: Man ging nicht zum Gasthof Richard Kemper, sondern auf ein Bier bei „Tante Käthe“. Es war eine der letzten Gaststätten, in der Irle-Bier gezapft wurde. Die Nähe zum Kreishaus und zur früher dort ebenfalls untergebrachten Kreispolizeibehörde machte „Tante Käthe“ zu einem beliebten Treffpunkt der Kreisbeamten und vieler Polizisten.

Heimatforscher Dr. Manfred Schöne zeichnet die Geschichte nach

Dann viele Jahre bekannt für jugoslawische Spezialitäten, folgten nach der Jahrtausendwende mehrere kurze Intermezzi unterschiedlicher Provenienz, unter anderem war ein mexikanisches Speiselokal darin untergebracht und abschließend ein letzter Anlauf als „Scotch-Bar“, was eine ungenehmigte Nutzungsänderung war und die Schließung nach sich zog. Ab dann ging es mit dem vorher schon lange vernachlässigten Gebäude ganz bergab. Bis vor Kurzem waren noch einige Gästezimmer im Dachgeschoss vermietet. Vor einigen Monaten starb der letzte Mieter und wurde erst Wochen später gefunden – seitdem ist das Haus nur mit Atemschutz zu betreten, der Geruch hat sich unauslöschbar ins Fachwerkgebälk gesetzt.

In seinem Buch „Alt Olpe“ hat Heimatforscher Dr. Manfred Schöne die Geschichte des Hauses festgehalten: Erbaut wurde das Haus von Wienand Werth, Müller der Untersten Stadtmühle, auf deren Standort heute das Kino steht. Die Witwe Käthe Althaus alias „Tante Käthe“ sorgte später für die Namensgebung, die bis heute Bestand hat.
An Stelle des maroden Fachwerkbaus soll nach Auskunft der Stadt ein reines Wohngebäude entstehen, das sich von seiner Kubatur her in den Denkmalbereich fügen werde. „Es wird nicht als Fremdkörper wahrgenommen“, verspricht Thomas Meinerzhagen.

Die Frontansicht des ehemaligen Gasthofs Richard Kemper, in Olpe immer noch als „Tante Käthe“ bekannt, schmeichelt dem Zustand noch.
Ein Blick von der Rückseite offenbart den maroden Zustand des rund 200 Jahre alten Fachwerkhauses, das von einigen jüngeren Anbauten ergänzt wird.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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