SZ

Ehrenamtler gesucht
Eigener Ambulanter Kinderhospizdienst in Olpe

Die grünen Pinnnadeln markieren die Wohnorte von Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen, die roten die der Ehrenamtlichen. Das zeigt deutlich, dass Mitarbeiter längere Fahrten auf sich nehmen müssen, um Betroffene aus dem Kreis Olpe zu begleiten.
2Bilder
  • Die grünen Pinnnadeln markieren die Wohnorte von Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen, die roten die der Ehrenamtlichen. Das zeigt deutlich, dass Mitarbeiter längere Fahrten auf sich nehmen müssen, um Betroffene aus dem Kreis Olpe zu begleiten.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

yve Olpe. „Ich begleite einen Jungen, wir verbringen Zeit miteinander. Für ihn und auch für meine Familie ist das eine Bereicherung.“ Das sind Worte einer Videobotschaft von Wilhelm Fuhrmann. Der 52-Jährige ist Ehrenamtler beim Ambulanten Kinderhospizdienst (AKHD) mit Sitz in Siegen. Regelmäßig fährt er vom Siegerland aus nach Elspe, um Zeit mit einem lebensverkürzt erkrankten Kind zu verbringen. „Wir haben viel Freude miteinander, wir genießen die Zeit“, berichtet Wilhelm Fuhrmann. Für ihn gebe es nichts Schöneres, als mit dem Gefühl nach Hause zurückzufahren, etwas Gutes getan zu haben.
Deutscher Kinderhospizverein vor 30 Jahren gegründet„Das ist unser Quotenehrenamtler“, lacht Tina Arens.

yve Olpe. „Ich begleite einen Jungen, wir verbringen Zeit miteinander. Für ihn und auch für meine Familie ist das eine Bereicherung.“ Das sind Worte einer Videobotschaft von Wilhelm Fuhrmann. Der 52-Jährige ist Ehrenamtler beim Ambulanten Kinderhospizdienst (AKHD) mit Sitz in Siegen. Regelmäßig fährt er vom Siegerland aus nach Elspe, um Zeit mit einem lebensverkürzt erkrankten Kind zu verbringen. „Wir haben viel Freude miteinander, wir genießen die Zeit“, berichtet Wilhelm Fuhrmann. Für ihn gebe es nichts Schöneres, als mit dem Gefühl nach Hause zurückzufahren, etwas Gutes getan zu haben.

Deutscher Kinderhospizverein vor 30 Jahren gegründet

„Das ist unser Quotenehrenamtler“, lacht Tina Arens. Sie ist beim AKHD Siegen zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und weiß: Ohne Menschen wie Wilhelm Fuhrmann würde der Ambulante Kinderhospizdienst nicht existieren. Der Siegener Standort ist einer von mehr als 30 bundesweit – auch die Begleitung der Familien über den Tod der Kinder hinaus verstehen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter als ihre Aufgabe. Träger der Dienste ist der Deutsche Kinderhospizverein (DKHV) mit Sitz in Olpe, wo er vor 30 Jahren, am 10. Februar 1990, von sechs Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern gegründet wurde.

Siegener Dienst deckt auch Olpe ab

Das war der Start einer vitalen Selbsthilfebewegung, aus dem 1998 die Eröffnung des ersten stationären Kinderhospizes in Olpe auf dem Kimicker Berg hervorging, für das die gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) die Trägerschaft übernahm und fortan eigenständig, aber im ständigen Austausch mit dem DKHV führt. 2004 begann der Aufbau von Ambulanten Diensten in ganz Deutschland – so auch in Siegen. Dieser deckt das Olper Gebiet bis zur hessischen Landesgrenze und Rheinland-Pfalz ab. Und genau da liegt das Problem.

Kreis Olpe ist ein weißer Fleck

Tina Arens zeigt auf eine Karte, auf der diese Region abbildet ist. Grüne Pinnnadeln markieren die Wohnorte der betroffenen Familien, rote die der Ehrenamtler. „Der Kreis Olpe ist ein weißer Fleck auf der Karte.“ An Ehrenamtlern mangele es mit 53 Aktiven zwar nicht, die allerdings lebten nicht dort, wo Hilfe benötigt werde. „Im Juni erfuhren wir binnen einer Woche von zwei Familien aus dem Kreis Olpe, die Unterstützung brauchen.“ Tina Arens erinnert sich an die Worte von Susanne Adams-Kitz, die den AKHD Siegen koordiniert: „Jetzt muss etwas passieren!“ Sie habe sich an den Vorstand des DKHV gewandt und schnell Gehör gefunden. Am 30. August – am Tag der symbolischen Geburtstagsfeier anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Deutschen Kinderhospizvereins – fiel der Startschuss für die Etablierung eines eigenständigen Ambulanten Dienstes für den Kreis Olpe.

Hilfe, die unbezahlbar ist

„Jetzt haben wir auch das passende Gesicht für die Koordinierungsstelle gefunden“, freut sich Tina Arens. Es ist Melanie Bähr, die mit ihrer Familie in Olpe lebt. Sie ist Mutter von zwei Kindern. Ihre kleine Tochter Merle ist unheilbar erkrankt und braucht 24 Stunden am Tag Sauerstoffzufuhr.

Melanie Bähr ist die neue Koordinatorin für den Kreis Olpe.

Der persönliche Held der Familie Bähr heißt Jens. Er ist wie Wilhelm ehrenamtlich beim Ambulanten Dienst in Siegen tätig. „Insbesondere in der Phase des ersten Lockdowns war er unersetzbar“, schildert Melanie Bähr. Generell hätten sie und ihr Mann nicht nur viele Freunde über den AKHD gewonnen, sondern auch Hilfe erhalten, die unbezahlbar sei. Ob Entlastung im Alltag, Gesprächstermine oder wertvolle Vernetzungsangebote.

Familien langfristig begleiten

„Jetzt möchten wir uns stärken und auf den Kreis Olpe fokussieren“, sagt die neue Koordinatorin im Gespräch mit der Siegener Zeitung. „Dafür brauchen wir Ehrenamtler“, ergänzt Tina Arens. „Die sind bei uns sehr behütet.“ Meist begleiten sie Familien langfristig. „Sie hören zu, gehen mit den Kindern spazieren, spielen und sind Gesprächspartner auch für Themen wie Trauer, Tod, und Abschied.“
Wer sich entscheidet, Familien zu begleiten, wird umfassend auf seine Tätigkeit vorbereitet. Auf Qualifiaktionskurse folgen monatliche Treffen zu verschiedenen Themen mit Moderation und Fortbildungen in der Akademie des Deutschen Kinderhospizvereins. Tina Arens: „Jeder hat auch einen festen Ansprechpartner. Die Ehrenamtler sind versichert, auch Fahrtkosten werden übernommen.“ Interessierte können sich beim AKHD Olpe aber auch im Bereich der Büro- oder Öffentlichkeitsarbeit engagieren.

Den Ambulanten Dienst bekannt machen

Melanie Bähr hofft, bis zur offiziellen Inbetriebnahme des AKHD Olpe im Januar neue Lebensbegleiter gewonnen zu haben. Die Koordinatorin sucht jedoch nicht nur Ehrenamtliche. Ihr Ziel ist ferner, den Ambulanten Dienst in der Region bekannter zu machen. Daher steht auch der Besuch der hiesigen Förderschulen in ihrem Kalender. „Unsere gute Vernetzung ist vielen nicht bekannt“, so Tina Arens. Einmal im Monat sei auch das Palliativteam zum Austausch beim AKHD. „Das ist neu.“ Das Team ist erst seit Kurzem in Siegen in der Kinderklinik ansässig – Tag und Nacht abrufbereit, um in Notsituationen zu betroffenen Familien fahren zu können.

Unterstützung durch Spenden und Patenschaften

Das Aufgabenfeld von Melanie Bähr und ihren Kolleginnen und Kollegen ist also vielfältig, aber ohne Ehrenamtler nicht zu stemmen. Tina Arens: „Der Verein finanziert sich zu 75 Prozent aus Spenden.“ Auch mit einer Patenschaft könne ein Beitrag geleistet werden, „damit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzender Erkrankung sowie auch ihre Eltern und Geschwister weiterhin begleitet und unterstützt werden können“. „Helfen Sie uns“, appellieren Melanie Bähr und Tina Arens an die Menschen aus dem Kreis Olpe.
Informationen erhalten Interessierte entweder per E-Mail an olpe@deutscher-kinderhospizverein.de oder unter Tel. (01 51) 15 39 70 20.

Die grünen Pinnnadeln markieren die Wohnorte von Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen, die roten die der Ehrenamtlichen. Das zeigt deutlich, dass Mitarbeiter längere Fahrten auf sich nehmen müssen, um Betroffene aus dem Kreis Olpe zu begleiten.
Melanie Bähr ist die neue Koordinatorin für den Kreis Olpe.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de komplett überarbeitet.
3 Bilder

Optimiertes Stellenanzeigen-Portal
Mit 57jobs.de einen neuen Job finden

Neues Design und neue Angebote für Unternehmen, aber bewährte Technik: Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de einem Relaunch unterzogen, der sowohl die Suche nach einem neuen Job als auch die Suche nach neuen Fachkräften noch einfacher gestaltet. Auf dem Portal der Siegener Zeitung und des Wochenanzeigers finden sich unter den ständig 10.000 Jobangeboten aus Siegerland, Wittgenstein sowie den Kreisen Olpe und Altenkirchen auch sämtliche Anzeigen aus den...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen