Ein Leben für die Musik

Gerhard Reuber machte sein Hobby zum Beruf

Altenkleusheim. Ein Orchester folgt allein seinen Anweisungen und spielt auf sein Geheiß hin. Musik verstummt mit seinem Fingerzeig, erstarkt mit einer Geste nur, folgt immerzu der Bewegung seines Dirigentenstabs: Gerhard Reuber ist der musikalische Leiter des Feuerwehrmusikzugs Olpe, und sein Beruf ist seine Leidenschaft.

»Am Morgen einer Aufführung wache ich meistens mit großem Lampenfieber auf«, bekennt der 41-Jährige. »Dieses Gefühl steigert sich bis zum Konzert am Abend meist bis zu einer inneren Explosion. Sobald ich aber die Bühne betrete und vor meinem Orchester stehe, fällt das Lampenfieber mit einem Mal von mir ab. Dann bin ich einfach nur voll Freude und Glück.« Die Musik ist Gerhard Reubers Lebensziel und seine Bestimmung. »Wenn ich dirigiere, kann ich meine eigenen Gefühle in Musik ausdrücken«, betont der Musikzugführer. »Auch bereits während der Proben kommt irgendwann der Punkt, an dem ich meinem Orchester sage: Jetzt will ich auch musizieren und nicht mehr nur arbeiten müssen.« Nach einer abendfüllenden Aufführung fühlen Instrumentalisten und Dirigent immer die Auswirkungen des Musizierens deutlich: »Wenn die ganze Anspannung nach einem Konzert mit einem Mal verschwindet, wird einem die eigene Erschöpfung erst bewusst«, betont der Musikzugführer. »Denn Musizieren bedeutet auch eine körperliche Beanspruchung, meint höchste Konzentration und Aufmerksamkeit.«

Seit den frühen Tagen seiner Kindheit ist Gerhard Reuber der Musik verbunden. Aufgewachsen in einer überaus musikalischen Familie, erlernte er als Neunjähriger gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Eberhard beim Dirigenten Heinrich Reperich das Instrumentenspiel und begeisterte sich schon damals für das Horn.

Jahre später setzte er den Unterricht am Horn als Musiksoldat im Ausbildungskorps der Bundeswehr bei Prof. Erich Penzel von der Musikhochschule Köln und später bei Theo Molberg vom Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf fort.

Nach der Militärzeit bewarb er sich als ausgebildeter Hornist am Nationaltheater in Mannheim. »Von etwa 100 Bewerbern wurden etwa 25 zum Vorspielen eingeladen – einer von ihnen war ich«, erinnert sich der 41-Jährige. »Ich musste in den ersten beiden Runden Solostücke mit Klavierbegleitung vor einem Orchester vorspielen. Ein vollständiges Orchester bildete die Jury. In den übrigen zwei Runden des Vorspielens waren Stücke der Orchesterliteratur verlangt.« Reuber überzeugte die Jury. »Doch innerlich fühlte man sich damals, als ob man zu einer Hinrichtung geführt wird«, lächelt der routinierte Dirigent heute. Bald erhielt Reuber eine Anstellung als Hornist beim renommierten Gürzenich-Orchester der Stadt Köln. Im November 1985 übernahm er schließlich die Leitung des Feuerwehrmusikzugs Olpe. Seither haben die Instrumentalisten zahlreiche Erfolge bei öffentlichen Wettbewerben auf Bundes- und Landesebene zu verzeichnen. »Höhepunkte sind auch immer unsere großen Konzerte gegen Jahresende«, betont Reuber. »Sie finden in Olpe von Mal zu Mal ein immer größeres Publikum.«

Gerhard Reuber arbeitet und lebt für die Musik. Neben seiner Tätigkeit im Gürzenich-Orchester und als Leiter des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Olpe ist er auch Lehrer der Musikschule Olpe. »Ich habe meine Freizeitbeschäftigung zum Beruf gemacht«, erklärt er.

Seine Begeisterung für die Musik hat er bereits an seine Kinder weitergegeben: »Mein Sohn Alexander ist ein guter Pianist und Trompeter«, berichtet Reuber. Tochter Lisa-Marie spielt ebenfalls bereits Klavier. Überhaupt ist Musik immer ein Thema, über das in der Familie Reuber gesprochen wird: »Gerade meine Frau Ursula gibt mir nach einem Konzert hier und da schon einmal einen persönlichen Ratschlag, den ich auch gerne annehme«, so der Musikzugführer.

Gerhard Reuber hat beruflich erreicht, was er erreichen konnte. Als Dirigent verfolgt er nun noch das Ziel, den Erfolg des Musikzuges und die Begeisterung des Publikums weiter zu vergrößern. Als Hornist wünscht er sich auch künftig mitreißende Konzerte im Gürzenich-Orchester, und als Musikschullehrer hofft er weiterhin, aus Kindern einmal begeisterte Instrumentalisten für ein Orchester formen zu können.

vg

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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