Ein Schulkindergarten zu viel

Arnsberg strich Stelle / Olpe als einzige Kommune mit zwei Gruppen muss wohl kürzen

win Olpe. Das System der Schulkindergärten in Nordrhein-Westfalen läuft aus – das ist beschlossene Sache. Aber noch existiert kein Nachfolgesystem, noch sind die Schulkindergärten die einzige Möglichkeit, um bereits schulpflichtige, aber noch nicht schulreife Kinder qualifiziert zu betreuen, sie quasi ein Jahr lang in eine Warteschleife zu schicken, in der sie sich allmählich an den Schulalltag gewöhnen können und ohne Leistungsdruck die Schulreife erlangen. Bisher gibt es im Kreis Olpe in jeder Kommune einen Schulkindergarten – außer in der Kreisstadt selbst: Hier existieren zwei solcher Einrichtungen, und zwar eine an der Katholischen Bekenntnisgrundschule Hohenstein und eine an der Gemeinschaftshauptschule Hakemicke. Doch das wird aller Voraussicht nach zum neuen Schuljahr vorbei sein.

Am Dienstag berieten die Mitglieder des Ausschusses Schule, Kultur, Sport über die aktuelle Sachlage, nachdem das Kreisschulamt die Stadtverwaltung über die bevorstehende Schließung eines der beiden Schulkindergärten informiert hatte.

Schulrat Günther Goeckler gehört dem Ausschuss ohnehin als beratendes Mitglied an, so dass er aus erster Hand informieren konnte. Er betonte, dass es nicht in der Absicht des Schulamts liege, eine solche Schließung voranzutreiben. Bisher habe die Bezirksregierung 7,5 Stellen für die acht Schulkindergärten genehmigt, und das habe genau dem entsprochen, was benötigt werde. Nun sei aber eine Schulkindergartenleiterin in Ruhestand getreten, und ihre Stelle sei ersatzlos gestrichen worden. Die Bezirksregierung wünsche, dass pro Kommune eine Schulkindergartengruppe existiere, und daher sei eben Olpe mit seinen beiden Gruppen der Standort, der darunter leide. Es sei müßig, über den pädagogischen Sinn dieser Maßnahme zu diskutieren: »Ich habe nur diese 6,5 Stellen.«

Bei Schulkindergärten müssen die Gruppen aus mindestens zehn und höchstens 20 Kindern bestehen. Beigeordneter Peter Wurm berichtete, derzeit lägen in Olpe 31 Anmeldungen vor. Die Leiter beider Schulen seien befragt worden und hätten sich energisch gegen die Schließung ausgesprochen. Verwaltungsmitarbeiter Ahmed Schrage verlas Briefe der beiden Rektoren, Michael Hütte (Hohenstein) und Johannes Haarmann (Hakemicke). Beide plädieren in ihren Briefen dafür, beide Gruppen aufrechtzuerhalten. Wenn aber eine Schließung notwendig sei, dann solle die jeweils andere Gruppe geschlossen werden. Hütte argumentiert überwiegend mit der zentralen Lage seiner Schule, Haarmann mit der Tatsache, dass »seine«–Gemeinschaftsgrundschule die Schule für alle Konfessionen sei, zudem die Nähe zur Hauptschule Gewähr biete, dass Busverkehr aus dem gesamten Stadtgebiet hierher führe.

Einen Beschluss hatten die Ausschussmitglieder nicht herbeizuführen. Beigeordneter Wurm fragte Goeckler, was denn bei einer Schließung aus den 31 angemeldeten Kindern werde, von denen ja mindestens elf nicht im verbleibenden Schulkindergarten aufgenommen werden könnten. Goeckler erklärte, dass es vier Möglichkeiten gebe. Zum einen könnten nicht schulreife Kinder noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben, zum anderen in die Grundschule wechseln und das erste Schuljahr quasi als Gast besuchen oder drittens ein Jahr zu Hause bleiben. Die vierte Möglichkeit, daran ließen die Ausschussmitglieder keinen Zweifel, wäre wohl allen Beteiligten die liebste: Goeckler erklärte, dass unter Umständen in einer anderen Gemeinde so wenig Anmeldungen für einen Schulkindergarten zustande kämen, dass die jeweilige Einrichtung ein Jahr ruhe. Dann habe er eine Kraft zur Verfügung, die in Olpe eingesetzt werden könnte. Doch dies werde sich erst noch herausstellen. Durch einen krankheitsbedingten Engpass beim Gesundheitsamt lassen laut Goeckler die schulärztlichen Untersuchungen noch auf sich warten, die notwendig sind, um die endgültigen Anmeldezahlen zu erfahren.

Nun soll zunächst abgewartet werden, wie sich die Anmeldezahlen im gesamten Kreis entwickeln, bevor der Ausschuss erneut zu dem Thema gehört wird und ein Beschluss über die Schließung einer der beiden Gruppen zu fällen ist. Volker Reichel (SPD), selbst Schulrat in Siegen-Wittgenstein, unterstrich aber schon im Vorfeld, dass er die Aufrechterhaltung der Gruppe an der Gemeinschaftshauptschule für richtig und sinnvoll halte, was Schulrat Goeckler nickend bestätigte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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