Ein Verein für jedermann

Skiclub Olpe feierte 25-jähriges Bestehen standesgemäß in der Skihütte Fahlenscheid

dos Fahlenscheid. Am Wochenende feierte der Skiclub Olpe sein 25-jähriges Bestehen in der vereinseigenen Skihütte in Fahlenscheid. Hätten Sie gedacht, dass der Skiclub im Olper Stadtgebiet der Verein mit der zweitgrößten Mitgliederzahl ist?

Zwar klingt Skifahren in schneearmen Zeiten im Sauerland eher nach Randsportart, aber der Skiclub ist vielseitig orientiert. Neben seinem Hauptstandbein, dem alpinen und nordischen Skisport, haben sich im Laufe der vergangenen 25 Jahre weitere Sparten gebildet, die den Skiclub zu einem Verein für jedermann machen. Die 531 Mitglieder üben sich nicht nur in Abfahrt, Langlauf oder Skigymnastik. Das Laufen ist ein weiterer Hauptschwerpunkt der Vereinsarbeit – ob unter Anleitung für Anfänger, als gelenkschonendes Walking und Wandern oder leistungsorientiert als Duathlon, Triathlon und Marathon.

So waren erst am vorletzten Wochenende acht Mitglieder des Skiclubs in Rotterdam, um am Marathon teilzunehmen. Aber auch vor der eigenen Haustür plant der Skiclub große Laufveranstaltungen wie den Rhonard-Berglauf, den Balthasar-Biggesee-Triathlon oder einen Staffellauf bis ins französische Gif-sur-Yvette, der Olper Partnerstadt.

Die Vereinsarbeit stützt sich sowohl auf Leistungs- als auch auf Breitensport. Und das für Jung und Alt, wie sowohl eine erfolgreiche Jugendarbeit als auch die zahlreichen älteren Mitglieder des Clubs unter Beweis stellen.

Dass der Skiclub in den vergangenen 25 Jahren ein erfolgreiches Vereins-Konzept auf die Beine gestellt hat, unterstrichen auch die Festredner, die den offiziellen Teil der Feierlichkeiten mit dem Skiclub begingen. Paul-Werner Willmes, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Olpe, zeigte sich beeindruckt von der »gewaltigen Aktivität« des Vereins, über die er sich auf der Internetseite des Skiclubs informiert habe.

Er dankte allen, die sich um die Vereinsbelange kümmern, »auch wenn das Jahr des Ehrenamtes schon vorbei ist«. Dass es heute in Altenkleusheim geschneit hätte, würde gut zum Jubiläum eines Skiclubs passen, merkte er augenzwinkernd an.

Leo Stickeler, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen, hob den wichtigen Beitrag der Sportvereine zum Gemeinwohl hervor. Er lobte den Weitblick des Clubs, sich den Veränderungen der Zeit anzupassen und sich als zweites Standbein der Leichtathletik zuzuwenden. »Nur so kann der Verein auf Dauer zukunftsfähig sein.« Er befürwortete, in der Jugendarbeit bleibende Werte zu vermitteln und bezeichnete die erfolgreichen vergangenen 25 Jahre als Ansporn und Verpflichtung für die Zukunft.

Walter Bode, stellvertretender Vorsitzender des westdeutschen Skiverbandes, berichtete stolz, dass der Skiclub Olpe im Verbandsrahmen zu den großen Vereinen zähle, was für das mittlere Sauerland fantastisch sei. Ein solcher Erfolg bedarf natürlich auch vieler helfender Hände. Zu diesem Engagement gratulierte Bade den Olpern. Zur Weiterexistenz des sauerländischen Skisports hatten die schlechten Schneeverhältnisse in den vergangenen zehn Jahren nicht gerade beigetragen.

Attraktiv könne die Sportart für Schüler und Jugendliche jedoch wieder durch Skihallen werden. Natürlich sei das Hallen-Skifahren kein Ersatz für den Naturskilauf, aber ein Versuch, in schlechten Wintern die Jugend dem Sport näher zu bringen. Dem Skiclub überreichte Bode den Ehrenteller des Verbandes und hoffte, dass man in der Vereinshütte dafür noch ein paar Quadratdezimeter Platz finden könne.

Nicht fehlen durfte natürlich auch ein Rückblick des Ehrenvorsitzenden Heinz Köster. Er hat den Skiclub vor 25 Jahren mitgegründet und aufgebaut. Bis zum November des vergangenen Jahres leitete er den Club als Vorsitzender. »Seine Tatkraft und sein Ideenreichtum hat den Skiclub zu dem gemacht, was er ist«, lobte sein Nachfolger Karl-Heinz Besting. Köster ließ die Jahre seit der Gründung 1976 Revue passieren und gab zu, dass er schon manchen Entwurf für diese Rede wieder verworfen habe. Und: Bei den Gesprächen des heutigen Tages seien Erinnerungen wach geworden seien, über die er stundenlang sprechen könne.

Dann beschränkte er sich aber doch auf die Höhepunkte der Vereinsgeschichte, die schon 1971 mit dem ersten Volksskilanglauf in Olpe begann. Der wurde damals jedoch noch vom Verkehrsverein organisiert. 1976 befand man dann die Zeit für reif, einen Skiclub zu gründen. Interessenten sollten sich im Klumpen einfinden – der Kreis blieb jedoch sehr »gemütlich«. Ein Treffen in der Stadthalle konnte mehr Vereinswillige rekrutieren. Doch schließlich entschloss man sich, dem Turnverein Olpe beizutreten, jedoch als »Skiclub« und nicht als »Abteilung Ski«.

Auf der ersten Mitgliederversammlung wurden die Aufgaben verteilt und selbst ein »Vergnügungswart« bestimmt – eine Position, die heute leider nicht mehr besetzt ist. Die erste Veranstaltung des Clubs, der »Trimm Trab ins Grüne« 1977 lockte schon 120 Teilnehmer in die Natur. Ob das DLV-Laufabzeichen, der Volksskilauf oder Rollskilaufen am Biggesee: Der Skiclub entwickelte sich fort, was 1984 zu einer Trennung vom Turnverein führte.

Auch Tiefpunkte ließ Köster nicht unerwähnt. In Erinnerung geblieben ist dabei vor allem der tödliche Unfall bei einer Skifreizeit in den Alpen 1987. »Aber die schönen Dinge überwogen« und mit dem Wunsch, nach 50 Jahren »mitgliedsstärker als der Turnverein« zu sein.

Der Skiclub feierte sein erstes Jubiläum und durfte nun auch zum ersten Mal seine Mitglieder ehren. 14 Gründungsmitglieder versammelten sich auf der Bühne, um eine Urkunde und persönliche Worte von Karl-Heinz Besting entgegenzunehmen. Sei es nun ein Mitglied, das den Bau der Skihütte vorantrieb, ein guter Kassenwart mit 24-jähriger Dienstzeit, ein stiller Helfer im Hintergrund oder die »Seele des Vereins«. Sie alle haben ihren Anteil am Aufbau und der Pflege des Skiclubs Olpe: Heinz Köster, Gerd und Heidi Feldmann, Klaus und Christel Külpmann, Harry und Magdalene Kählitz, Manfred Müller, Heinz Rath, Alfred und Mechthild Dettmer, Paul Rötz, Willi Ochel und Klaus Harthof.

Sie feierten am Samstag Abend in Fahlenscheid den Club-Geburtstag. In einer Art »Talkshow« stellten Vertreter aller Abteilungen von Ski alpin über Radsport bis Walking, von den Kindergruppen bis zu den Senioren, ihren Sport vor. Moderator Manfred Wigger gelang es so auf lockere Art, einen Querschnitt der Gruppenarbeit zu zeichnen und die ein oder andere Anekdote ans Licht zu bringen.

Ihren ersten Auftritt absolvierten zur Feier des Jubiläums die Pilskrönchen aus Oberveischede. Der Nachwuchs der Karnevalsgarde im Alter von zehn bis 15 Jahren brachte einen Show- und Gardetanz auf die Bühne. Für Musik sorgte DJ Bertram Stahl. Und natürlich wurden alte Erinnerungen aufgefrischt, von denen Heinz Köster in seiner Rede stundenlang hätte erzählen können...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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