Eine Grundschule soll sterben

win - Bis auf die Hakemicke-Grundschule (?kleineres Minus?) rechnet Kraemer-Mandeau allen Grundschulen ein ?deutliches Minus? an Schülerzahlen vor. Die Bildung von Verbundschulen ?als Schutz gegen den Verlust von Standorten? sei sinnvoll, Dependance-Lösungen der vorletzte anzudenkende Schritt. ?Eine durch Verbundschulen pädagogische und stellenbezogene Absicherung wäre auf jeden Fall der Auflösung eines Standorts vorzuziehen?, so der Verfasser, wobei allerdings im Stadtzentrum über eine ?Arrondierung? nachgedacht werden sollte.

Düringerschule zwischen Ein- und Zweizügigkeit

Mit deutlicheren Worten: Kraemer-Mandeau plädiert dafür, angesichts
zurückgehender Schülerzahlen eine der vier innerstädtischen Grundschulen
zu schließen und dadurch namentlich den Grundschulstandort Rhode zu
stärken. Die beiden ?Dorfschulen? Rhode und Dahl will er im Fortbestand
nicht antasten; er betonte allerdings, dass beide Schulen wohl nicht
ohne Unterstützung aus der Stadt zu halten sein werden. Einen Vorschlag,
welche der vier innerstädtischen Schulen (Hakemicke, Hohenstein,
Düringer, Gallenberg) zu schließen sei, unterbreitete Kraemer-Mandeau
nicht, hob aber an anderer Stelle heraus, dass die Düringerschule
diejenige sei, die durch stetiges ?Balancieren? zwischen Ein- und
Zweizügigkeit in den nächsten Jahren das Problem haben werde, in einem
Jahr eine extrem große Eingangsklasse zu bilden und im Folgejahr zwei
extrem kleine. Dies werde schwer vermittelbar sein.

Weiterhin legt der Verfasser der Stadt nahe, nicht mit der
?Exzellenzoffensive? im Bereich Sekundarschule innezuhalten. Während
anderswo ein klarer Trend zu erkennen sei, dass Hauptschulen
?austrocknen? und Real- zu Sekundarschulen würden, gebe es diesen
Automatismus in Olpe nicht. Hier sei die Hauptschule aufgrund des
Fehlens von Gesamtschulen im Einzugsgebiet ungewöhnlich stark, aus den
Olper Grundschulen wechseln sogar mehr Kinder zur Haupt als zur
örtlichen Realschule.

Die Realschule werde insgesamt ihre derzeit noch gesicherte Position als
Schule zwischen Hauptschule und Gymnasium verlieren, während die
Gymnasien sich unangefochten behaupten könnten, so der Entwurf.

Die Gründung einer Sekundarschule werde zwar keine Schüler in Olpe
halten können, die eine Gesamtschule besuchen wollen, wohl aber die
Kinder der auf Haupt- oder Realschule fokussierten Eltern. Sollten sich
allerdings im Umfeld der Stadt Olpe Gesamtschulen bilden, würden diese
durch ihren nahtlos zum Abitur führenden Bildungsweg eine Sekundarschule
Olpe gefährden.

Vom Beibehalt des Status quo ? Vorhaltung einer Hauptschule, einer
Realschule in Zweckverbandsträgerschaft mit Drolshagen und den beiden
Gymnasien ? rät Kraemer-Mandeau ab. Er geht davon aus, dass sich
Drolshagen selbst mit der Gründung einer Sekundarschule beschäftigen
wird, was der Zweckverbandsrealschule so viel Wasser von der Mühle
nähme, dass diese nicht mehr sicher sei. Daher müsse über die Bildung
einer Sekundarschule aus der derzeitigen Hakemicke-Hauptschule und der
Realschule Olpe-Drolshagen nachgedacht werden. Die Umwidmung der
Hauptschule allein würde der Realschule zu viel Konkurrenz machen.

Dringend rät Kraemer-Mandeau dem Rat der Stadt Olpe, alternativ zur
Sekundarschule die Gründung einer Gesamtschule zu überlegen. Diese wäre
eine Alternative für Realschul- wie für Hauptschulinteressenten, zudem
würde diese eine Vielzahl von Schülern aus Nachbarkommunen anziehen. ?So
könnte die Gesamtschule auf eine mehrfach gespeiste Nachfrage zählen ?
auch auf die Nachfrage bei Eltern, die für ihr Kind bei der kalkulierten
Anwahl des Gymnasiums unsicher wären.? Er schränkt aber gleich ein:
?Doch bedürfte es dazu einer breiten politischen Mehrheit und dem
Willen, die Rolle des Städtischen Gymnasiums zum Teil in Frage zu
stellen.?

Diskutiert wurde der Entwurf gestern nicht. Volker Reichel (SPD) lobte
ihn allerdings als ?sachliche, fundierte Analyse? ? aus dem Munde eines
hauptberuflichen Schulamtsdirektors ein unumwundenes Lob für den
Verfasser.

Nun diskutieren die Fraktionen den Entwurf, weiter geht es in einer
öffentlichen Sondersitzung des Schulausschusses, die nach derzeitigem
Planungsstand vermutlich am 29. November stattfindet.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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