Eine Ortschaft auf Erfolgskurs

Der lange Weg bis zum Titel »Landesgolddorf 2006« / Unzählige Anforderungen erfüllt

yve Rehringhausen. Die Freude war riesengroß. Ende August erreichte eine Olper Dorfbevölkerung die Nachricht: »Rehringhausen ist Golddorf geworden.« Ein Erfolg, der auf jahrelangem Einsatz basiert. Durch den Titel »Landesgolddorf 2006« im Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« und der höchsten Punktzahl unter den ausgezeichneten Golddörfern hat sich Rehringhausen für den Bundeswettbewerb im Jahr 2007 qualifiziert.

Ungebrochenes Engagement

Damit hat die Landeskommission den Dorfarbeitskreis, der Anfang August vergangenen Jahres gegründet wurde, sowie die Bürger des Ortes ermutigt, sich auch dieser großen Herausforderung mit Zuversicht zu stellen. Wie viel Aufwand und Engagement hinter diesen Bemühungen steckt, warum die Rehringhauser erhebliche Mehrarbeit gerne in Kauf nehmen und welche Hürden zum bisherigen Erfolg erklommen werden mussten, berichteten dieser Tage einige Mitglieder des Arbeitskreises im Olper Rathaus.

Dank an Bewohner und Stadt Olpe

Zudem sei es eine gute Gelegenheit, auf diesem Wege Danke zu sagen, betonte Rüdiger Schnüttgen als Moderator des Pressegesprächs. Den Bewohnern des Dorfes, durch deren unermüdlichen Einsatz, Aufschwung und Zusammenhalt in Rehringhausen zu spüren sei, sowie den Vertretern der Stadt Olpe, die immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden und stets ein offenes Ohr für alle Belange gehabt hätten.

Dorfentwicklungsplan am Anfang

Bereits in den 70-er Jahren nahm Rehringhausen am Stadtwettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teil. Und das die Dorfbevölkerung ab 1987 sehr großen Anteil nahm, ist dem Entschluss des Stadtrates Olpe zu verdanken, Rehringhausen für das Programm »Dorferneuerung« des Landers NRW vorzuschlagen. Es dauerte noch fünf Jahre, bis ein Planungsbüro und das Amt für Agrarordnung in Zusammenarbeit mit der Stadt Olpe 1992 einen Dorfentwicklungsplan vorlegte. Hier nahm der Erfolgskurs seinen Lauf.

»Silberdorf« im Jahr 2003

»Im Jahr 2003 wagten wir erstmals den Sprung in den Landeswettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft’«, erinnerte sich gestern Bernd Schnüttgen, Ortsvorsteher von Rehringhausen. Seitdem trägt der Ort den Titel »Silberdorf«. Die Dorferneuerung ist längst abgeschlossen, heute tragen die Bewohner selbst die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung. Und der kontinuierliche Einsatz – vor dem Landeswettbewerb fanden wöchentliche Treffen über Monate hinweg statt – trägt Früchte.

Aber offensichtlich sei es nur Insidern bekannt, welche Anforderung der Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« heute stellt, so Jutta Ohm vom Arbeitskreis. Ansehnliche Vorgärten, Grüngestaltung oder Ruhezonen für die Gemeinschaft seien längst nicht mehr die Hauptkriterien. »Schön sein, reicht einfach nicht mehr«, fasste Jutta Ohm zusammen.

Gemeinschaft zählt

Wie aus Vorlagen hervorgeht, liegt der Schwerpunkt des Bewertungsrahmen nun vielmehr auf dem Kriterium »Soziales und kulturelles Leben«. Und das floriert bekanntlich in Rehringhausen. Ob im regen Vereinsleben oder im Zusammenleben von Alt- und Neubürgern. Überzeugt hat die Bewertungskommission in diesem Zusammenhang auch, dass in Rehringhausen eine neue Kirchenorgel aus Eigenmittel angeschafft wurde, die Herausgabe einer eigenen Dorfzeitung und Dorfchronik im Jahr 2003.

Zahlreiche Kriterien erfüllt

Weitere Kriterien unter dem Stichpunkt »Konzeption und deren Umsetzung« erfüllt das Olper Dorf durch eine stetige Verbesserung der Lebensqualität und Erhaltung des unverwechselbaren Dorf- und Landschaftscharakters. Auch in Sachen »Wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen« hat Rehringhausen sich behauptet. So wurden beispielsweise die selbstständigen Rehringhauser in den Dorfarbeitskreis integriert und die jeweiligen Unternehmen und deren Arbeitsplätze im Wettbewerb 2006 auf einer Infotafel dargestellt. Bei »Baugestaltung und Entwicklung« wurde u.a. durch die Neugestaltung des selbstverwalteten Friedhofes oder durch die Erneuerung der örtlichen Straßen- und Hinweisschilder gepunktet. Sowie bei »Grüngestaltung und Entwicklung« u.a. durch Vergabe von weiteren Beetpatenschaften und durch ein vor Ort durchgeführtes Seminar für Obstbaum-Schnitt und -Pflege.

Das sind jedoch nur wenige Beispiele, mit denen die Bürger des Ortes die Kommission beeindruckt haben. Aber in der Dorfstruktur und im regen Vereinsleben ist besonders die Harmonie zwischen Jung und Alt, Frauen und Männer, Alteingesessenen und Neubürgern aufgefallen.

Bundesgold im Blick

Zusammen blicken die 392 Rehringhauser nun dem Bundeswettbewerb entgegen – ob am Ende Bundesgold steht oder nicht. Denn eines hat die Dorfbevölkerung schon gewonnen: Das Bewusstsein, auch in Zukunft einen lebenswerten Ort für alle Generationen erhalten zu wollen.

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