Einmietbetrüger zog von einem Hotel ins andere

42-Jähriger gestern zu zwei Jahren Strafhaft verurteilt

win Olpe. Ein notorischer Wiederholungstäter saß gestern auf der Anklagebank im Olper Amtsgericht. Er hatte sich wegen sieben ähnlicher Taten zu verantworten – begangen hat er noch viel mehr. Staatsanwalt Klaus Meyer sparte sich die Details und verlas nur die Unterschiede der sieben so ähnlichen Fälle. Quer durch ganz Deutschland, von Celle über Isny und Hassfurt bis Karlstadt, hatte sich der Mann in Hotels einquartiert, gut gegessen, ein- oder zweimal genächtigt und war dann auf und davon – natürlich ohne die Rechnung zu bezahlen, meist auch, ohne die Schlüssel zurückzugeben. Und in fünf der sieben Fälle hatte er zudem Kellner-Geldbörsen mitgehen lassen, darin stolze Geldsummen zwischen 210e und 2900DM. Von dem Geld lebte er und zahlte Hotels, bis ihm die Mittel ausgingen – dann machte er sich wieder des nächsten Einmietbetrugs schuldig. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, einer Bekannten die Geldbörse gestohlen zu haben.

Der 1965 geborene Angeklagte war umfassend geständig. Nach seiner Verhaftung hatte er freimütig ausgepackt und dabei eine ganze Reihe von Taten zugegeben, die ihm noch gar nicht vorgeworfen worden waren. So glaubte ihm gestern die Kammer unter Vorsitz von Richter Jochen Schneider auch ohne weiteres, als er den letzte der in der Anklageschrift genannten Einmietbetrügereien zurückwies. In dem genannten Hotel sei er nie gewesen, so der Angeklagte. Richter Schneider: »Sie haben diese Taten ja sehenden Auges begangen. Sie mussten doch jederzeit damit rechnen, dass Sie gefasst wurden und bei einer Gegenüberstellung erkannt würden.«–Der Angeklagte entgegnete, aus Verzweiflung gehandelt zu haben. Es sei ihm egal gewesen, ob er auffliege oder nicht. Zum Teil habe er sogar seinen echten Namen an der Rezeption angegeben.

Seit er sich 1986 mit seinen Eltern überworfen habe, sei er ohne festen Wohnsitz, so der Angeklagte. Und dies sei sein Problem. Wann immer er aus der Haft entlassen worden sei – sein Vorstrafenregister weist 13 Einträge auf – habe ihm ein Wohnsitz gefehlt, was ihm die Suche einer Arbeitsstelle unmöglich gemacht habe. »Arbeiten wäre für mich kein Problem, ich bekomme immer etwas. Aber so bald ich die Lohnsteuerkarte bringen soll, ist Schluss.«–Einmal habe er in Attendorn bei einer Metallfirma anfangen können und drei Tage im Lager geschlafen, bis er entdeckt worden sei. Als er vom geschlossenen Vollzug in Werl in den offenen Vollzug in Attendorn verlegt worden sei, habe das für ihn faktisch keine Veränderung bedeutet, da er mangels eines festen Wohnsitzes weder Ausgang noch Hafturlaub bekommen habe. Er bat um ein mildes Urteil: Eine Haft von bis zu zwei Jahren werde in Siegen vollstreckt, und da gebe es Hilfe für ihn. Sollte er länger als zwei Jahre ins Gefängnis, werde er wohl wieder nach Hagen oder Werl, »und da ist keiner zuständig. Dann geht das wieder von vorne los.«

Staatsanwalt und Verteidiger waren sich einig: Zwei Jahre seien genug. Und auch das Gericht folgte den übereinstimmenden Forderungen. Der Mann wurde zu zwei Jahren Strafhaft verurteilt, noch im Gerichtssaal akzeptierte er das Urteil.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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