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Einstimmiges Votum für Weber

Jochen Ritter (l.) und Stadtverbandsvorsitzender Markus Arens (r.) waren die ersten Gratulanten, die Peter Weber (M.) zu seiner in geheimer Wahl erfolgten einstimmigen Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der CDU beglückwünschten.
  • Jochen Ritter (l.) und Stadtverbandsvorsitzender Markus Arens (r.) waren die ersten Gratulanten, die Peter Weber (M.) zu seiner in geheimer Wahl erfolgten einstimmigen Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der CDU beglückwünschten.
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win ■ Ohne Zweifel – so spannend wie fünf Jahre zuvor war es am heutigen Dienstagabend nicht, als die Olper CDU-Mitglieder ihren Kandidaten für die bevorstehende Bürgermeisterwahl nominierten. Kein Wunder, war es doch 2015 in einem Wettstreit auf Augenhöhe um die Frage gegangen, ob Dr. Bettina Wolf oder Peter Weber die Nachfolge von Horst Müller antreten werde. Damals hatte Weber das Rennen bekanntlich für sich entschieden und 62,9 Prozent der Stimmen erhalten, während Dr. Bettina Wolf mit 35,8 Prozent auf den undankbaren zweiten Platz gekommen war. Gestern Abend trat Weber allein an – nominiert von Dr. Dirk Köster als Vorsitzendem seines heimatlichen CDU-Ortsverbands Kleusheim und einstimmig von allen weiteren Ortsverbänden mitgetragen.

win  Ohne Zweifel – so spannend wie fünf Jahre zuvor war es am heutigen Dienstagabend nicht, als die Olper CDU-Mitglieder ihren Kandidaten für die bevorstehende Bürgermeisterwahl nominierten. Kein Wunder, war es doch 2015 in einem Wettstreit auf Augenhöhe um die Frage gegangen, ob Dr. Bettina Wolf oder Peter Weber die Nachfolge von Horst Müller antreten werde. Damals hatte Weber das Rennen bekanntlich für sich entschieden und 62,9 Prozent der Stimmen erhalten, während Dr. Bettina Wolf mit 35,8 Prozent auf den undankbaren zweiten Platz gekommen war. Gestern Abend trat Weber allein an – nominiert von Dr. Dirk Köster als Vorsitzendem seines heimatlichen CDU-Ortsverbands Kleusheim und einstimmig von allen weiteren Ortsverbänden mitgetragen.

Dennoch war Weber anzusehen, dass er durchaus gespannt auf die Auszählung wartete, denn in einer geheimen Wahl nutzen üblicherweise auch Parteimitglieder, die die offene Kritik scheuen, ihre Chance, wider den Stachel zu löcken. Doch das blieb gestern aus. 77 Christdemokraten machten ihr Kreuz, und alle 77 setzten es gültig hinter dem Namen von Weber. Lauter Applaus brandete im Kolpinghaus auf, als Weber sich strahlend für diesen großen Vertrauensbeweis bedankte und erklärte, die Wahl gern anzunehmen, um Olpe weiterhin mitgestalten zu können. Die Blumen, die Kreisvorsitzender Jochen Ritter überreichte, gab Peter Weber an seine Frau Steffi weiter, die im Plenum saß.

Doch war dies die einzige Wahl, die gestern stattfand. Denn die CDU muss nachsitzen. Stadtverbandsvorsitzender Markus Arens hatte zu Beginn der Versammlung die undankbare Aufgabe, die Mitglieder davon in Kenntnis zu setzen. Denn der Wahlausschuss der Kreisstadt muss nochmal ran.

Wie berichtet, hatte das Gremium bereits einmal zusätzlich tagen müssen, weil durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs die Größenabweichungen in den einzelnen Wahlbezirken nicht mehr bei 25, sondern nur noch bei 15 Prozent liegen dürfen. Dies war erfolgt, am 29. Januar hatte der Wahlausschuss einige Straßenzüge umsortiert und anderen Wahlbezirken zugeschlagen, um ausgeglichene Bezirksgrößen zu erreichen. Doch, so Arens, sei just gestern eine E-Mail des Innenministeriums bei der Stadt eingegangen. Ihr kurzgefasster Inhalt: Nicht nur die Zahl der Einwohner, sondern auch die der Wahlberechtigten müsse Berücksichtigung in den Wahlbezirken finden.

Nachfragen sowohl beim Ministerium als auch der Partei hätten ergeben, dass eine Kandidaten-Nominierung vor der endgültigen Festlegung der Grenzen diese Wahlen angreifbar machen würde. Daher sei schweren Herzens entschieden worden, die gestrige Mitgliederversammlung nur zur Wahl des Bürgermeisterkandidaten zu nutzen, die von Wahlbezirksgrenzen unabhängig erfolgt. In einer erneuten Versammlung, die noch terminiert werden muss, sollen dann die einzelnen Bewerber in den Wahlbezirken und die Reserveliste bestimmt werden.

Zuvor hatte Peter Weber in seiner Rede zunächst einen Rück- und dann einen Ausblick gewagt. Dabei nahm er aktuelle Anlässe auf. Das am Vortag erfolgte erste öffentliche Auftreten der neuen „Offenen Liste Olpe“ griff Weber kritisch auf. CDU wie er hätten zu den vergangenen Wahlen das Motto „Olpe. Gemeinsam. Gestalten.“ gewählt und dies auch mit Leben erfüllt. Die neue Fraktion habe nun verklausuliert angekündigt, nicht am Dialog interessiert zu sein, sondern das Streiten um des Streitens willen zur Handlungsmaxime machen zu wollen. Das sei mit ihm und der CDU aber nicht zu machen: „Wir stehen für ein sachorientiertes Arbeiten an Lösungen.“

Der Städtebau sei die Herausforderung und Chance der nächsten Jahre. In zwei Wochen gehe es im Rat um den Architektenwettbewerb für den Neubau des Rathauses, und die Diskussion in der Öffentlichkeit zeige, wie unterschiedlich hier die Erwartungen seien. Es gebe solche, die den Bahnhof um jeden Preis erhalten wollen, solche, die überhaupt keinen Wert auf das Gebäude legen und solche, denen wichtig sei, dass die Geschichte des Bauwerks eine Rolle spiele und zumindest ein Teil erhalten werde – zu denen er sich selbst auch zähle. Doch warb er entschieden dafür, den Architektenwettbewerb offen zu lassen und den Planern an die Hand zu geben, was sie mit dem Gebäude vorhaben. Denn sowohl die Befürworter als auch die Gegner hätten eines gemeinsam: Sie seien alle keine Fachleute, „und das bin ich auch nicht“. Genau deshalb sei er für den offenen Wettbewerb: 25 Büros würden daran teilnehmen, und „da werden ganz unterschiedliche Entwürfe mit ganz unterschiedlichen Lösungen bei herumkommen“. Der Rat habe dann die Möglichkeit, das herauszusuchen, was am besten zu Olpe passe.

Als weiteren zentralen Punkt der künftigen politischen Arbeit führte er explizit den Wohnungsmarkt an. Der Druck sei in Olpe enorm hoch, was zumindest positiv sei, dass in den Dörfern kein Leerstand existiere. Die immer weiter steigenden Preise müssten aber von der Politik zum Thema gemacht werden. Die Stadt habe auf Initiative der CDU durch das Pilotprojekt mit der Wohnungsgenossenschaft schon einen entsprechenden Schritt unternommen, viele weitere müssten nun folgen.

Webers Fazit: „Mir haben die letzten fünf Jahre viel Freude gemacht. Ich möchte die Stadt weiter voranbringen“, es gebe gute Chancen, die nun ergriffen werden könnten.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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