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Kein Verständnis für Quarantäne-Anordnung
Familie aus Olpe muss aus Kur heimkehren

Nach mehreren negativen Testergebnissen hatte die Olperin die Kur mit ihren Kindern angetreten. Dann kam das jähe Aus.
  • Nach mehreren negativen Testergebnissen hatte die Olperin die Kur mit ihren Kindern angetreten. Dann kam das jähe Aus.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Eine Olperin versteht die Welt nicht mehr. Die Lehrerin ist als zweifache Mutter gleich mehrfach von den Auflagen zur Bewältigung der Corona-Pandemie betroffen, privat wie beruflich, und sie hat volles Verständnis für die Einschränkungen. Ihr sind sämtliche Risiken und Gefahren durch die Pandemie bewusst, sie hält sich an alle Empfehlungen, um sich und ihre Familie zu schützen – aber das, was ihr jüngst widerfuhr, ist für sie mit logischem Verstand nicht zu erklären.

Gesundheitsamt Ol

win Olpe. Eine Olperin versteht die Welt nicht mehr. Die Lehrerin ist als zweifache Mutter gleich mehrfach von den Auflagen zur Bewältigung der Corona-Pandemie betroffen, privat wie beruflich, und sie hat volles Verständnis für die Einschränkungen. Ihr sind sämtliche Risiken und Gefahren durch die Pandemie bewusst, sie hält sich an alle Empfehlungen, um sich und ihre Familie zu schützen – aber das, was ihr jüngst widerfuhr, ist für sie mit logischem Verstand nicht zu erklären.

Gesundheitsamt Olpe ordnet die Corona-Quarantäne an

Sie hatte mit beiden Kindern eine lang erwartete Kur angetreten und war mit ihnen in einer Kurklinik untergebracht – alle drei selbstredend zuvor mehrfach negativ getestet. Innerhalb der Kureinrichtung bildeten mehrere Teilnehmer eine geschlossene Gruppe, die keinerlei Kontakt nach außen hatte. Doch eine Woche nach Antritt der Kur kam ein Anruf: Das Gesundheitsamt des Kreises Olpe teilte ihr mit, die Kontaktnachverfolgung habe ergeben, dass eines ihrer Kinder im Kindergarten am letzten Tag, dem Tag der Abreise, Kontakt zu einem mit Corona infizierten Kind gehabt hatte. Und damit sei nun dieses Kind für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu überstellen.

Die Frau weiß, dass der Kreis korrekt gehandelt hat, dennoch könne es doch nicht sein, dass widersinnige Richtlinien einfach aufrechterhalten blieben. Denn die Infektionskette wäre in der Kur unterbrochen gewesen – „wir hatten ja schon eine Woche lang Kontakt mit allen anderen in der Gruppe, und dort wäre während der Quarantänezeit niemand anderes hinzugekommen.“

Mehr Kontakte durch die häusliche Quarantäne

Ganz anders in der nun angeordneten häuslichen Quarantäne: Hier haben beide Eltern Kontakt zum Kleinkind, aber anders als in der Kur muss die Mutter nun schon allein zum Einkaufen regelmäßig nach draußen, und der Vater, der tagsüber arbeitet, stellt einen zusätzlichen Kontakt dar, weil sich ein Kleinkind schließlich nicht 14 Tage lang isolieren lässt. „Durch die Quarantäne-Anordnung haben wir also zusätzliche Kontakte gehabt, die vermeidbar gewesen wären.“

Aber die Verordnungen lassen dem Kreis hier keinen Spielraum. Auf den vorliegenden Fall angesprochen, erklärt Frank Japes vom Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung Olpe, insbesondere bei den neuen Virus-Mutationen sei eine Ansteckung auch nach mehr als sieben Tagen möglich. Eine „häusliche Quarantäne“ sei nicht zwingend zu Hause zu verbringen, „wenn das verlässlich anderswo geht, dann ist das natürlich auch möglich“, beispielsweise in einem Hotel oder einer Ferienwohnung. Aber im vorliegenden Fall habe das Kind ja innerhalb der Gruppe im Kurhotel Kontakte gehabt, und dadurch sei trotz Testungen eine Weitergabe des Virus möglich. Die Kur hätte fortgesetzt werden können, wenn die Mutter sich mit ihren beiden Kindern für den Rest der zweiwöchigen Quarantäne vollständig habe „vereinzeln“ können, also in einem Zimmer ohne Kontakt mit anderen. Auch das „Freitesten“, das früher nach zehn Tagen möglich gewesen sei, werde vom Land derzeit in solchen Fällen nicht anerkannt, weil die Gefahr der mutierten Viren zu groß sei. Daher bleibe nur eine echte Quarantäne, so schwer verständlich das auch sei.

Mutter aus Olpe ist enttäuscht

Die betroffene Mutter ist dennoch enttäuscht, ohne dem Kreis Vorwürfe zu machen: „Ich weiß, dass die Behörden nicht anders können, ich bedauere aber, dass nicht mit menschlichem Blick auf eine solche Situation geschaut wird.“ In ihrem konkreten Fall werde auch das kleinste Ansteckungsrisiko zu unterbinden versucht, während in Supermärkten Hochbetrieb herrsche. „So eine Kur wird ja nicht ohne Grund genehmigt, da gibt es eine medizinische Indikation.“ Die Kureinrichtung sei bereit gewesen, sie und ihre Kinder weiterhin aufzunehmen. „Wir haben uns ja sofort testen lassen und hätten das engmaschig wiederholt. Damit hätte das Infektionsrisiko fast bei null gelegen. Und trotzdem musste die Kur abgebrochen werden.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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